Stürze am ersten Tag der MotoGP-Wintertestfahrten in Sepang? Das war in den vergangenen Jahren selten ein gutes Omen. Fabio Di Giannantonio, Raul Fernandez und speziell Jorge Martin können davon ein Lied singen. Sie alle verletzten sich im Vorjahr bei Abflügen an Tag eins und beeinträchtigten ihren Saisonstart damit massiv, Martin rückblickend sogar seine komplette Saison. Kein Wunder also, dass die MotoGP-Gemeinde am Dienstag auch erstmal schluckte, als Fabio Quartararo zum Auftakt des Sepang-Tests 2026 heftig stürzte.
Der Franzose verlor gegen 11:50 Uhr lokaler Zeit, also lediglich 50 Minuten nach Beginn des Testtages, die Front seiner V4-Yamaha und donnerte in Kurve fünf mit hoher Geschwindigkeit ins Kiesbett. Diesen schnellen Linksknick fahren die MotoGP-Stars mit rund 200 km/h an, selbst am langsamsten Punkt der Kurve haben sie noch knapp 150 km/h drauf. Nur folgerichtig ging es für Quartararo daher ins Medical Center, welches er einige Zeit später mit einem bandagierten linken Arm wieder verließ.

"Das war ein schneller Crash. Es ist aber nichts gebrochen, er ist nur etwas steif", konnte Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli im MotoGP-Format 'Midday Live' zwar erste Entwarnung geben, aber sein Schützling scheint schon ordentlich durchgerüttelt worden zu sein. Erst anderthalb Stunden vor Testende kehrte Quartararo nochmal auf die Strecke zurück und absolvierte lediglich drei kurze Runs. Der erste dauerte immerhin fünf Runden, der zweite endete nach sieben Umläufen mit einem Defekt im ersten Sektor und der dritte nochmal vier Runden. Den Dienstag beendete 'El Diablo' somit nur mit 24 absolvierten Umläufen. Wenig später die Hiobsbotschaft: Wie Quartararo selbst verkündete, hat er sich doch schwerer verletzt und kann nicht mehr am weiteren Sepang-Test teilnehmen.
Das Ergebnis: Im Schatten des Quartararo-Sturzes fuhr derweil Marc Marquez die schnellste Rundenzeit des ersten Testtages in Sepang. Seine Verletzung aus dem Indonesien-GP scheint ihm also keine Probleme mehr zu bereiten. Der amtierende Weltmeister umrundete den Sepang International Circuit in 1:57.018 Minuten und war damit ein gutes Stück schneller als Fabio Di Giannantonio. Dem VR46-Piloten fehlten 0,256 Sekunden auf Marquez. Dann folgt im Klassement Maverick Vinales, der dank einer späten 'Timeattack' mit 277 Tausendstelsekunden Rückstand Dritter wurde. Alex Marquez, der die Vormittagssession angeführt hatte, landete mit seiner besten Rundenzeit auf Rang vier vor Marco Bezzecchi.
Francesco Bagnaia sortierte sich hinter dem HRC-Duo um Luca Marini (6.) und Joan Mir (7.) auf Rang acht ein und verlor 0,702 Sekunden auf Marc Marquez. Quartararo holte sich trotz heftigem Abflug den neunten Platz als bester Yamaha-Fahrer, während Ex-Teamkollege Franco Morbidelli die Top-Ten komplettierte. Pedro Acosta kam am Dienstag mit 1,295 Sekunden Rückstand nicht über Platz 15 hinaus und Toprak Razgatlioglu landete mit 1,869 Sekunden Rückstand direkt hinter Rookie-Kollege Diogo Moreira auf Rang 20.

Stürze, Defekte & Zwischenfälle: Quartararo war am Dienstag wahrlich nicht der einzige Pilot, der im Kiesbett landete. Markenkollege Jack Miller stürzte ebenfalls, allerdings harmlos. Er konnte die Fahrt nur wenige Augenblicke später aus eigener Kraft wieder fortsetzen. Weniger Glück hatte Diogo Moreira. Der MotoGP-Rookie flog ebenso wie Quartararo in Kurve fünf ab. Er selbst blieb zwar unverletzt, sein Motorrad wurde aber stärker beschädigt. Bitter, denn aufgrund einiger Verspätungen beim Verschiffen stehen LCR aktuell nicht genügend Ersatzteile zur Verfügung, sodass die Mannschaft von Lucio Cecchinello jeweils nur ein Motorrad pro Pilot betreiben kann. Moreira kehrte deshalb erst eine halbe Stunde vor Testende wieder auf die Strecke zurück.
Des Weiteren gab es am Dienstag einige Defekte zu vermelden. Andrea Dovizioso musste seine V4-Yamaha schon nach 40 Minuten in Kurve eins abstellen, Marco Bezzecchi seine Aprilia nach rund zwei Stunden in Kurve neun. Knapp zwei Stunden vor Ende des Tests musste Marc Marquez die neue Ducati GP26 dann in Kurve zwei parken, ehe Quartararo wie bereits erwähnt am Ende des ersten Sektors von der Rennstrecke rollte.
Zahlreiche MotoGP-Updates: Aero-Kampf in Sepang
Die Technik: Obwohl sich die MotoGP im letzten Jahr ihrer aktuellen Regelperiode befindet, sparten die fünf Hersteller am Dienstag nicht mit Neuerungen. Dabei bei allen Herstellern im Fokus: Aero-Updates. Besonders auffällig: Ducatis neue Front-Aero sowie Aprilias neue Aero rund um den Sitz und das Heck. Ducati testete zudem das angekündigte neue Holeshot-Device, während Aprilia und KTM auch eine neue Schwinge im Einsatz hatten. Letztere probierten auch noch ergonomische Updates aus. Honda und Yamaha testeten neben zahlreichen Aero-Konfigurationen auch noch ihre neuen Motoren.
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