2027 startet die MotoGP in eine neue technische Ära: Das Hubraumlimit sinkt von 1000 auf 850ccm, Ride-Height-Devices werden verboten und die aerodynamischen Anbauten massiv beschnitten. Der Motorradweltverband FIM hätte der Königsklasse aber am liebsten schon 2026 die Flügel gestutzt. Die Winglets im Bereich der Sitzbank, die in der abgelaufenen Saison von Aprilia und Honda eingesetzt wurden, wollte man am liebsten bereits für das kommende Jahr verbieten. Grund dafür waren Bedenken, dass sich Fahrer im Falle eines Sturzes an den Flügeln verhaken könnten.
FIM schickt Vorschlag an MotoGP-Hersteller
Die FIM brachte deshalb einen konkreten Vorschlag ein. Die sogenannte Aero-Body-Homologation sollte geändert werden und fortan auch den oberen Bereich des Motorrads vom Tank über die Sitzbank bis zum Höcker am Heck umfassen. Vorgesehen war eine Maximalbreite von 45 Zentimeter am hinteren Ende des Sitzes mit konischen Verläufen ans Hinterrad und das vordere Ende der Sitzbank. Diesen Bereich hätten aerodynamische Anbauten dann nicht überschreiten dürfen, lediglich Elemente wie Auspuffteile oder Fußrasten wären davon ausgenommen gewesen.
Da Änderungen am Technischen Reglement aber der Zustimmung des Herstellerbundes MSMA bedürfen, lag der Ball in den vergangenen Tagen nun in der Hälfte der fünf MotoGP-Werke Ducati, Aprilia, KTM, Honda und Yamaha. Für eine Regelanpassung wäre eine Zustimmung aller fünf Hersteller nötig gewesen. Doch zu dieser kam es nicht.
Aprilia und Honda legen Veto ein
Wenig überraschend legten Aprilia und Honda - also jene Hersteller, welche die Sitz-Flügel bereits verwenden - ein Veto ein. Das berichtet 'Motorsport.com'. Theoretisch könnte die FIM ihren Vorschlag - der die Unterstützung von Promoter Dorna und Teamvereinigung IRTA genießt - aufgrund des sicherheitsrelevanten Charakters entgegen dem Wunsch der Hersteller durchboxen. Davon sieht man aber ab.

Endgültig vom Tisch ist das Verbot der Sitzflügel damit aber noch nicht. Die Prototypen für die neue MotoGP-Ära ab 2027 befinden sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Anfang Dezember schickte KTM als erster Hersteller seine 850ccm-Maschine auf die Rennstrecke. In dieser Phase wäre eine Regeländerung also noch deutlich leichter zu implementieren als wenige Monate vor dem Start in die Saison 2026.
Was über das MotoGP-Reglement 2027 bislang bekannt ist, könnt ihr hier nachlesen:



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