Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Valencia ein Fixpunkt im MotoGP-Kalender. 2002 wurde in der Nähe von Spaniens drittgrößter Stadt zum ersten Mal ein Saisonfinale ausgetragen. Seit damals stellte der Circuit Ricardo Tormo den traditionellen Abschluss eines jeden MotoGP-Jahres dar - bis 2020. Denn da verlor Valencia das Finale aufgrund der Covid-Pandemie vorübergehend an Portimao. 2021 kehrte Valencia ans Saisonende zurück und wird auch 2025 wieder das Finale beheimaten. Es ist das Comeback nach einem Jahr Auszeit, denn 2024 musste der Grand Prix aufgrund einer schlimmen Flutkatastrophe in der Region ausfallen.
Die Geschichte des Circuit Ricardo Tormo
Am 19. September 1999 wurde der Circuit Ricardo Tormo in Valencia mit den Rennen der Motorrad-WM eröffnet. Benannt wurde die Strecke nach dem zweifachen 50ccm-Weltmeister Ricardo Tormo, der nur neun Monate vor der Streckeneröffnung im Alter von 46 Jahren in Valencia aufgrund einer Leukämieerkrankung verstorben war. Der Motorsportkomplex bietet Sitzplätze für 60.000 Fans und Stehterrassen für weitere 60.000 Personen. Aufgrund des engen Layouts der Strecke befinden sich die Tribünen allesamt auf der Außenseite der Strecke. Gepaart mit dem flachen Terrain ist daher von fast jedem Punkt des Zuschauerbereichs jeder Punkt auf dem Kurs einsehbar.

Das Layout
Der Circuit Ricardo Tormo ist mit seinen nur 4,005 Kilometern Länge der zweitkürzeste Kurs im Rennkalender. Dennoch kommt die Strecke mit 876 Metern bei Start/Ziel auf eine beachtliche Gerade, die über ein Fünftel des Asphaltbandes einnimmt. Auf den restlichen etwas mehr als drei Kilometern schmiegt sich daher Kurve an Kurve - insgesamt 14 an der Zahl, neun Links- und fünf Rechtskurven.
Nach dem Start folgt auf Kurve eins, benannt nach Mehrfach-Weltmeister Jorge Martinez, eine zweite kurze Gerade, ehe es mit der Spitzkehre "Mick Doohan" langsam kurvig wird. Sektor zwei besteht aus einer flüssigen Links-Rechts-Rechts-Links-Kombination, auf die eine kurze Verschnaufpause für die letzten beiden Sektoren folgt. Nach der schnellen Kurve 7 bremsen die Fahrer den langgezogenen U-Turn 8 an, der beinahe nahtlos in die mittelschnelle S-Kombination 9/10 und die Rechts-Spitzkehre 11 übergeht. Im Schlussabschnitt warten der langsame Rechtsknick "Champo Herreros", die langgezogene Kurve 13 und schließlich die spitze Finalkurve "Adrian Campos" auf die Piloten. Eine Runde in Valencia bedeutet körperliche Schwerstarbeit.

Die Statistik zum Valencia-GP:
Spanische Strecke, spanische Rekordsieger. Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo siegten in Valencia viermal und haben damit zwei Siege mehr auf dem Konto als Marc Marquez, Casey Stoner und Valentino Rossi. Große Namen also an der Spitze der Siegerliste, aber die Strecke war auch immer wieder für Überraschungen gut. Regis Laconi (1999), Troy Bayliss (2006) und Joan Mir (2020) feierten auf dem Circuit Ricardo Tormo ihre einzigen MotoGP-Siege.
| Kategorie | Rekord und Fahrer |
| Rekordsieger: | Dani Pedrosa, Jorge Lorenzo (4) |
| Rundenrekord: | 1:30.145 (Brad Binder 2023) |
| Quali-Rekord: | 1:28.931 (Maverick Vinales 2023) |
| Top-Speed: | 337.0 km/h (Johann Zarco 2021, Enea Bastianini 2022) |



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