"Ich möchte noch etwas sagen. Ich hoffe wirklich, dass die Moto3-Jungs in Ordnung sind. Diese Dinge sollten in unserem Sport nicht passieren und es ist immer hart, damit fertig zu werden. Meine Gebete, Gedanken und Wünsche sind bei ihnen", sprach Fabio Di Giannantonio wohl dem gesamten Paddock der MotoGP aus der Seele. Am Rennsonntag in Malaysia ereignete sich bereits vor dem Rennen der Moto3 ein furchtbarer Unfall. Ohne den Zustand der Beteiligten Jose Rueda und Noah Dettwiler zu kennen, wurden danach trotzdem die Rennen aller drei Klassen durchgezogen. Diese Entscheidung trifft auf klare Kritik.

Bagnaia kritisiert Moto3-Start nach Horrorunfall: Kann ich nicht nachvollziehen!

"Zum Glück bin ich nicht derjenige, der diese Entscheidung treffen muss. Ich denke es wurden schon andere Dinge so gehandhabt, wie ich es nicht tun würde. Es ist so wie es ist", schien Francesco Bagnaia die Sache nach dem Grand Prix der MotoGP, in dem er mit Pech ausgeschieden war, zunächst abzuhaken.

Doch dann fand der Italiener doch noch klare Worte zum Start des Moto3-Rennens, der etwas mehr als eineinhalb Stunden nach dem schweren Unfall erfolgte: "Die jungen Fahrer da ein Rennen über zehn Runden unter diesen Umständen fahren zu lassen, nachdem sie so etwas gesehen haben, wo der Helikopter fliegen musste, das ist keine gute Idee. Das werde ich niemals nachvollziehen können."

Letztlich ging das Rennen des Nachwuchses glücklicherweise ohne weitere Vorfälle über die Bühne. Dennoch ist Bagnaias Ansicht völlig nachvollziehbar. Nach den Bildern des Unfalls mussten die jungen Piloten - viele von ihnen noch Teenager - Rennen fahren, während der Zustand ihrer Kollegen vollkommen ungewiss war. Ein Motorrad-Rennen zu bestreiten, erfordert höchste Konzentration. Doch wie soll unter diesen Umständen sichergestellt werden, dass sie in Gedanken nicht verständlicherweise woanders sind?

Auch MotoGP-Start ein Fehler? "Verdienen es, informiert zu werden!"

Doch die Kritik gab es nicht nur in Bezug auf die betroffene Klasse. Auch zum Start des MotoGP-Rennens waren die Fahrer noch nicht informiert, zumindest nicht über den Zustand von Dettwiler. Jack Miller brachte auch hier das Argument von Bagnaia vor: "Niemand will jemals zusehen müssen, wie so etwas geschieht. Solche Motorräder zu fahren, verlangt dir deine gesamten mentalen Kapazitäten ab." Auch Franco Morbidelli gab auf die Frage, wie er den Moto3-Unfall bei der Fahrt ausgeblendet hatte, eine klare Antwort: "Ich konnte es nicht."

Marco Bezzecchi sitzt in der Aprilia-Box
Marco Bezzecchi hatte eine klare Meinung zum Rennstart, Foto: IMAGO / Naushad

Über sein eigenes Rennen wollte der Italiener dann gar nicht mehr richtig sprechen: "Da wird alles egal, wenn man daran denkt, was diese Jungs gerade durchmachen." Die Ungewissheit setzte sich im Kopf fest: "Wir hatten keinerlei Informationen, das war das Hauptproblem." Landsmann Marco Bezzecchi stimmte zu: "Wir verdienen es wenigstens zu wissen, wie die Lage ist."

Am Ende sollte nicht vergessen werden, dass da unter den Helmen immer noch Menschen stecken. "So zu starten, wenn du so einen schlimmen Unfall gesehen hast, nichts weißt, zweimal den Helikopter hast fliegen sehen und es keine Neuigkeiten gibt, dann ist das sicherlich nicht die beste Lösung. Wir verdienen es zu wissen, was passiert ist. Wir sind alle auch Fahrer und müssen dann da rausgehen und kämpfen. Dafür sollten wir klaren Kopf haben", gab es klare Worte von 'Bezz'. Freunde bei ihren Stars hat sich die MotoGP an diesem Sonntag definitiv nicht gemacht.

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