2027 startet die MotoGP mit einem radikal veränderten Reglement in eine neue Ära - und der erste Grundstein dafür wurde bereits gelegt. Am Dienstag absolvierte Pirelli - der italienische Reifenhersteller übernimmt 2027 von Michelin - nämlich den ersten MotoGP-Test. Hinter verschlossenen Türen wurde ein Tag lang ausgiebig auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli getestet und das erste Feedback scheint sehr positiv auszufallen.
Pirelli debütiert in Misano: Wer fuhr? Was wurde getestet?
Doch zunächst die brennenden Fragen: Wer testete am Dienstag in Misano und wie wurde getestet? Ganz einfach: Am Start waren alle fünf derzeitigen MotoGP-Hersteller mit jeweils einem Testfahrer. Für Ducati fuhr Michele Pirro, für KTM Dani Pedrosa, für Aprilia Lorenzo Savadori, für Honda Takaaki Nakagami und für Yamaha Augusto Fernandez. Da noch keine Motorräder des neuen Reglements zur Verfügung stehen, kamen Prototypen der aktuellen Generation zum Einsatz. Um die 2027er-Bikes jedoch bestmöglich zu simulieren, wurden Ride-Height-Devices deaktiviert und einige Hersteller hatten zudem zurückgebaute, modifizierte Aero-Pakete im Gepäck.
Der Test selbst ging bei besten Testbedingungen über die Bühne. Laut Pirelli war es am Dienstag in Misano weitestgehend sonnig und trocken, die Asphalttemperaturen sollen sich zwischen 25 und 43 Grad bewegt haben - also in einem sehr ähnlichen Rahmen wie bei San-Marino-GP am vergangenen Wochenende. Zwei verschiedene Front-Mischungen und drei unterschiedliche Härtegrade am Heck wurden getestet, insgesamt hatte jeder Hersteller sieben Reifensätze zur Verfügung. Mit diesen experimentieren konnten Ducati, KTM und Co. aber nicht auf eigene Faust, vielmehr absolvierte jeder Hersteller einen in Absprache mit Pirelli entwickelten Testplan.
Das Ziel des ersten MotoGP-Tests von Pirelli war simpel: Man wollte einfach nur Daten sammeln und erstes Feedback von Fahrern und Teams einholen, um das schwarze Gold weiterentwickeln und die Charakteristik der Reifen feintunen zu können. Das klappte offenbar bestens. "Der Misano-Test war der erste Schritt unserer Rückkehr in die Weltmeisterschaft und wir sind sehr zufrieden, sowohl mit der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen unseren Ingenieuren und allen Teams und Fahrern der Testteams als auch mit der Reifen-Performance an sich", ließ sich Motorradsportchef Giorgio Barbier in einer Pressemitteilung von Pirelli zitieren.
So viel das Feedback der MotoGP-Testfahrer über die Pirelli-Reifen aus
Der Test sei gemäß Plan verlaufen, es habe keine unerwarteten Zwischenfälle oder Überraschungen gegeben, so der Italiener weiter. Etwaige Rundenzeiten wurden keine veröffentlicht, allerdings verriet Barbier, dass bereits eine Sprintsimulation durchgeführt wurde. "Das erste Feedback ist sehr ermutigend", zeigte sich der Motorradsportchef Pirellis sehr zufrieden. "Dieser Test hat viele Daten generiert, die wir jetzt analysieren können, um die Entwicklung unserer MotoGP-Reifen vorantreiben zu können. Die am meisten geschätzten Eigenschaften sind definitiv Grip, Aufwärmgeschwindigkeit und Vertrauen."
Wann die nächsten Pirelli-Tests stattfinden werden, ist aktuell noch unklar. Vermutlich wird der italienische Reifenhersteller nun aber erstmal ausführlich in die Datenanalyse eintauchen und die einzelnen Reifenvarianten mit den gewonnenen Erkenntnissen anpassen. Gut möglich also, dass erst 2026 wieder getestet wird. Dann sollen im Verlauf der Saison auch die Stammfahrer der MotoGP-Teams mehr und mehr in die Entwicklung der Gummis einbezogen werden.
Die ungeliebte Reifendurckregel wird übrigens auch mit Pirelli erstmal nicht verschwinden. Wieso es aber Hoffnung auf Besserung gibt, erfahrt ihr hier:



diese MotoGP Nachricht