Die MotoGP-Sommerpause 2025 hätte für Francesco Bagnaia nach einer schwierigen ersten Saisonhälfte eine Zeit der Selbstfindung, Neuausrichtung und in der Folge auch der Rückkehr an die Spitze der Königsklasse werden sollen. Doch genau das Gegenteil war der Fall: Bei den Grands Prix in Spielberg, am Balaton Park und in Barcelona stürzte Bagnaia nur noch tiefer in die Krise.
Francesco Bagnaia in Misano: Tiefpunkt statt Wendepunkt
Sein Heimrennen in Misano schien da gerade zur rechten Zeit zu kommen. An der italienischen Adriaküste hatte er in der MotoGP bereits zwei Grand-Prix-Siege und einen Sprinterfolg sowie fünf weitere Podiumsplatzierungen geholt. Der Misano World Circuit Marco Simoncelli besticht durch Grip ohne Ende. Und die Unterstützung der Fans, die mit fast 175.000 Zuschauern über das gesamte Wochenende für eine neue Rekordkulisse im San-Marino-GP sorgten, war Bagnaia ohnehin sicher.
Doch anstatt der großen Auferstehung folgte das ernüchterndste Rennwochenende des Jahres. Im Sprint am Samstag wurde Bagnaia nur 13., im Grand Prix am Sonntag stürzte er auf Platz sieben liegend. Bagnaia holte somit keinen einzigen Punkt und kommt somit in der Fahrer-WM in den vier Events seit der Sommerpause auf einen Punkteschnitt von gerade einmal sechs Zählern pro Wochenende. Zahlen, die auch ServusTV-Experte Stefan Bradl am Sonntag nach dem Rennen fassungslos machten. Angesprochen darauf, welche Möglichkeiten Ducati nun noch habe, lieferte Bradl eine vielsagende Antwort: "Das ist eben die Frage. Vielleicht haben sie ihn ja auch schon aufgegeben."
Geduldsfaden reißt! Gigi Dall'Igna: Ganz menschlich!
Ein Szenario, das vor wenigen Monaten noch undenkbar schien. Bagnaia hatte Ducati nach 14 titellosen Jahren mit seinen MotoGP-Gesamtsiegen 2022 und 2023 erlöst. Er war der Goldjunge in Borgo Panigale und über jede Diskussion erhaben. Nun, nach 16 Rennwochenenden in der Saison 2025, ist Stefan Bradls Theorie zu Bagnaias Situation aber alles andere als abwegig.
Bagnaia, der sich normalerweise gegenüber Medien stets äußerst gesprächsbereit und geduldig zeigt, erschien am Sonntag in Misano nicht zu seiner Presserunde. Schon am Samstagabend hatte er jedoch erklärt, dass er langsam, aber sicher die Geduld verliere. Darauf angesprochen lieferte Ducati-Boss Gigi Dall'Igna nach Bagnaias enttäuschendem Wochenende und einem langen Meeting mit ihm sowie Crewchief Cristian Gabarrini am Sonntagabend eine deutliche Antwort: "Ich habe auch die Geduld verloren. Peccos Fans haben ihre Geduld verloren. Das ist ganz normal und menschlich, wenn die Ergebnisse einfach nicht kommen."
Dall'Igna unterstrich in der Folge im Gespräch mit den italienischen TV-Berichterstattern von 'Sky Sport' sowohl den Ernst der Lage als auch die komplizierte Suche nach einem Ausweg: "Es ist definitiv eine schwierige Saison für Pecco. Er hat Probleme und - wie ich schon oft gesagt habe - wir müssen einen Ausweg aus dieser Situation finden. Wenn du dich in einer Negativspirale befindest, die nicht und nicht aufhört, dann ist es sehr schwierig, da wieder herauszukommen. Positiv zu bleiben, hilft da aber sicherlich sehr."
Was glaubt ihr? Gibt es für Ducati und Francesco Bagnaia noch einen Ausweg aus der Krise? Schreibt es uns in die Kommentare!



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