Der deutsche Motorradsport macht aktuell schwierige Zeiten durch. 2025 gibt es wie schon im Vorjahr keinen einzigen Fahrer aus der Bundesrepublik in einer der drei Klassen der Motorrad-Weltmeisterschaft. Das soll sich schnellstmöglich ändern. Die größte deutsche Hoffnung ist aktuell Fynn Kratochwil.

Fynn Kratochwil dominiert Northern Talent Cup 2025

Der 15-jährige Thüringer feierte bereits im Mini-Bike-Bereich große Erfolge, wurde 2022 Vizeweltmeister und 2023 deutscher Champion. In diesem Jahr holte er sich souverän den Meistertitel im Northern Talent Cup, wo er 12 von 14 Saisonrennen gewann. Parallel fährt Kratochwil auch im European Talent Cup, wo er zwei Rennwochenenden vor Schluss auf dem zwölften Gesamtrang liegt.

Fynn Kratochwil macht einen Wheely
Der Northern Talent Cup wurde 2025 zur großen Kratochwil-Show, Foto: ADAC

2026 folgt nun die nächste Karrierestufe für Kratochwil: Er hat von den Verantwortlichen des Red Bull MotoGP Rookies Cup einen Startplatz für 2026 erhalten. Diese Möglichkeit gibt es für Sieger der diversen offiziellen Nachwuchs-Serien (Asia Talent Cup, British Talent Cup etc.). Kratochwil profitiert als Sieger des Northern Talent Cup nun von dieser Regelung und erspart sich den Gang zum Selektionsprozess im spanischen Almeria, wo das Komitee bestehend aus Gustl Auinger, Harald Bartol, Peter Clifford und Daniel Ribalta über die zukünftigen Fahrer entscheidet. "12 Siege in 14 Rennen haben wohl ordentlich Eindruck hinterlassen", freut sich Mentor Dirk Heidolf.

Im Rahmenprogramm der MotoGP: Fynn Kratochwil kann sich beweisen

Kratochwil wird somit 2026 mehrmals auf der ganz großen Bühne zu sehen sein: Der Rookies Cup fährt bei ausgewählten Stationen im Rahmenprogramm der MotoGP. In der abgelaufenen Saison waren es sieben Rennwochenende, ein Kalender für das kommende Jahr ist noch nicht bekannt.

Fynn Kratochwil jubelt über den NTC-Sieg in Brünn
Mit dem Nothern Talent Cup durfte Kratochwil bereits MotoGP-Luft schnuppern, Foto: ADAC

Die Termine von Rookies Cup und European Talent Cup werden aber stets so gelegt, dass Kratochwil und einige seiner Kollegen in beiden Serien parallel an den Start gehen können. Deutschlands Motorradhoffnung wird deshalb auch 2026 im ETC fahren. Sein Teamchef dort: Niemand geringerer als Marc Marquez' Entdecker und langjähriger Manager Emilio Alzamora.

Fynn Kratochwil: Unterstützung von Dirk Heidolf und ADAC

Auch in der Heimat wird Kratochwil die bestmögliche Unterstützung zu teil: Dirk Heidolf, selbst sechs Jahre von 2002 bis 2007 als Stammfahrer in der 250ccm-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft am Start und später mit dem 'Racing Team Germany' erfolgreicher Teamchef, fungiert wie bereits angesprochen als Mentor für Kratochwil und nutzt seine guten Kontakte, um Kratochwil den Weg in die Motorrad-Weltmeisterschaft zu erleichtern. Und auch der ADAC greift dem Youngster kräftig unter die Arme, hat man doch auch dort als Veranstalter des Deutschland-Grand-Prix Interesse an einem lokalen Zugpferd.