Der MotoGP-Trainingsfreitag in Assen war für Marc Marquez ein schmerzhafter. Im Gegensatz zu acht seiner Fahrerkollegen, die 'nur' in der Nachmittagssitzung stürzten, ging Marquez in beiden Sessions zu Boden. Und nach beiden Crashes herrschte zunächst großes Bangen bei seinem Ducati-Team.
Marc Marquez': Taube Hand nach erstem Sturz
Im FP1 war Marquez in der schnellen Kurve 15 abgeflogen. Beim Übergang von Asphalt in das Kiesbett verfing er sich mit seiner linken Hand. Kaum zu liegen gekommen, entfernte er sofort den Handschuh, um sich selbst auf eine etwaige Verletzung zu untersuchen. Marquez konnte aber schnell aufatmen: "Ich habe mir nur den Ellennerv (je nach Region im deutschsprachigen Raum als Musikantenknochen, Mäuschen, narrisches Bein, damisches Aderle oder Surribei bekannt, Anm.) gestoßen und meine Hand war deshalb völlig taub. Ich habe deshalb schnellstmöglich den Handschuh abgenommen, um zu überprüfen, was da los ist. Ich konnte die Hand bewegen, aber ich habe nichts gespürt."
Im Training am Nachmittag erwischte es Marquez dann in Kurve sieben. Zunächst sah es nach einem relativ harmlosen Sturz aus, doch nach einem kurzen Aufstehen im Kiesbett sackte der Ducati-Star unter sichtbaren Schmerzen wieder zusammen und musste anschließend von den Marshals gestützt werden. Die Erklärung dieser Szene brachte Marquez selbst zum Schmunzeln: "Es hat mich in den Weichteilen getroffen. Und da kommt der Schmerz dann immer erst mit etwas Verspätung. Ich dachte, ich wäre okay, aber dann ist mir die Luft weggeblieben." Alex Marquez konnte sich in seiner Medienrunde später einen kleinen Seitenhieb in Richtung seines älteren Bruders nicht verkneifen: "Marc hat die größten Eier hier. Obwohl, jetzt hat er wahrscheinlich nur noch anderthalb."
Marc Marquez kritisiert Assen-Kies
Bei allen Scherzen wurde Marc Marquez, der abgesehen von beleidigten Weichteilen Prellungen im Gesicht, der Hand, dem Bauchbereich und dem bereits angesprochenen linken Ellbogen davongetragen, aber auch ernst: "Die Stürze waren eigentlich nicht schlimm, die Einschläge im Kies aber schon. Das Problem ist, dass das hier kein Kies ist, sondern richtige Steine. Das muss sich für nächstes Jahr ändern, denn auf dieser Strecke ist die Geschwindigkeit durchgehend sehr hoch."
Die Ursachen für seine Crashes hatte Marquez schnell gefunden. "Der erste Sturz darf mir nicht passieren", gab er sich selbstkritisch. "Da hatte ich einfach zu wenig Temperatur im Reifen. Der zweite Sturz war in einer Time-Attack. Das kann passieren." Der WM-Leader fürchtet deshalb auch keine Beeinträchtigung für das restliche Wochenende: "Wenn du verstehst, warum du gestürzt bist, dann kostet dich das kein Selbstvertrauen. Ich fühle mich auf dem Motorrad wohl und die Rundenzeiten kommen relativ leicht."



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