In der Formel 1 fiebert Australien mit Oscar Piastri, der erstmals um den WM-Titel kämpft. Bis dahin ist es in der MotoGP noch ein gutes Stück, aber die einstige Motorrad-Großmacht mit Legenden wie Mick Doohan, Casey Stoner oder Wayne Gardner hat wieder einen Schub im Nachwuchs. In Jerez konnte dies in voller Breite beobachtet werden.

Großer Tag für die 'Auzzies': Podium in allen Nachwuchsserien

In allen kleineren Klassen war ein Australier bei der Siegerehrung dabei. Senna Agius sicherte sich Rang drei in der Moto2. Dasselbe gelang Joel Kelso in der Moto3. Doch den größten Erfolg gab es im Red Bull Rookies Cup zu vermelden. Dort gewann der erst 17-jährige Carter Thomson sein erstes Rennen.

Red Bull Rookies Cup Pilot Carter Thomson
Carter Thomson siegte im Red Bull Rookies Cup, Foto: Gold & Goose / Red Bull Content Pool

Lange Jahre musste Jack Miller mehr oder weniger allein die Flagge für 'Down Under' hochhalten. Über die neueste Entwicklung ist der MotoGP-Veteran daher hocherfreut. "Ein Mega-Tag für den 'Auzzie'-Rennsport. Schade, dass ich meinen Teil nicht beitragen konnte", bilanzierte er nach einem technisch bedingten Ausfall seiner Yamaha beim Spanien-Grand-Prix.

Die Chance auf einen möglichen Nachfolger sieht er gegeben: "Diese Jungs machen einen guten Job. Joel hat jetzt schon ein gutes Jahr mit mehreren Podien und dasselbe gilt für Senna. Ich freue mich sehr für sie und drücke die Daumen, dass sie so weitermachen können." Mit Intact GP (Agius) und MTA (Kelso) sind beide Fahrer bei guten Teams aufgehoben. Dazu kommt auch noch Jacob Roulstone, der beim Moto3-Ableger von Tech3 fährt. Allesamt sind sie in der Kategorie 'U21', haben also noch deutlich Entwicklungspotential.

Australische Starter in der Motorrad-Weltmeisterschaft und ihren Rahmenserien

FahrerRennserieTeamAlter
Jack MillerMotoGPPramac30
Senna AgiusMoto2IntactGP19
Joel KelsoMoto3MTA21
Jacob RoulstoneMoto3Tech320
Carter ThomsonRookies Cup-17

Die Spanier bezwingen: Nächster Grand-Prix-Sieger aus Australien vor der Tür?

Doch stehen die jungen Wilden vom kleinsten Kontinent einer iberischen Übermacht entgegen. Auch das musste Miller feststellen: "[Jose] Rueda fuhr ein großartiges Rennen. Seine Pace war geradezu lächerlich in der Moto3. Dasselbe gilt für [Manuel] Gonzalez in der Moto2." Im Nachwuchs dominieren die Spanier beinahe noch mehr als in der MotoGP, wo sie italienische Gegenwehr haben. Einzig Moto2-Veteran Jake Dixon konnte sie bisher in einem Grand Prix schlagen, doch mit 29 Jahren ist der Brite schon lange keine Nachwuchshoffnung mehr.

Joel Kelso kämpft gegen Angel Piqueras in Jerez
Joel Kelso will gegen die Spanier (hier Angel Piqueras) den ersten Sieg holen, Foto: IMAGO / PsnewZ

Genau das wäre wohl der nächste Schritt: Ein weiterer Grand-Prix-Sieger aus Australien. 189 Triumphe konnten 20 siegreiche Fahrer aus 'Down Under' bisher einfahren, womit die Nation trotz ihrer nur knapp 20 Millionen Einwohner auf Rang vier der ewigen Bestenliste steht. Nur Italien (926), Spanien (766) und Großbritannien (419) sind deutlich voraus. Der letzte Sieg eines Australiers datiert auf den Japan-Grand-Prix 2022, als Jack Miller noch auf Ducati in der MotoGP triumphierte. Der nächste Erfolg scheint aber immer näher zu rücken.

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