Francesco Bagnaia schlägt zurück! Nach zuletzt drei Niederlagen gegen MotoGP-Titelrivale Jorge Martin schnappt sich der amtierende Weltmeister den Sieg im Thailand-Grand-Prix. Regen sorgt für prekäre Verhältnisse, die Bagnaia aber souverän meistert. Er gewinnt 2,9 Sekunden vor Martin, Pedro Acosta komplettiert das Podium. Marc Marquez kommt im Kampf um die Führung gegen Bagnaia zu Sturz.

In der Weltmeisterschaft macht Bagnaia somit fünf Punkte auf Martin gut. Vor den letzten beiden Rennwochenenden in Sepang und Valencia trennen die WM-Anwärter damit nur 17 Zähler. Sie sind nun auch rein mathematisch die einzigen beiden Fahrer mit Chancen auf den Weltmeistertitel, Marquez und Enea Bastianini sind offiziell aus dem Rennen ausgeschieden.

MotoGP Thailand: Der Rennfilm

Sichtungsrunde: Auf der nassen Strecke kommt Alex Marquez bereits am Weg in die Startaufstellung in der vorletzten Kurve zu Sturz und muss seine Ducati an der Unfallstelle zurücklassen. Sein zweites Motorrad muss aber erst auf Regen-Setup umgebaut werden, weshalb Marquez die Boxengasse nicht rechtzeitig verlassen kann und so vom Ende des Feldes starten muss. Sein neunter Startplatz bleibt frei.

Die Startaufstellung: 1. Bagnaia, 2. Bastianini, 3. Martin, 4. Bezzecchi, 5. M. Marquez, 6. Quartararo, 7. Acosta, 8. Di Giannantonio, 10. Vinales, 11. Morbidelli, 12. Zarco, 13. Binder, 14. A. Espargaro, 15. Miller, 16. A. Fernandez, 17. Rins, 18. Nakagami, 19. Mir, 20. R. Fernandez, 21. Marini, 22. Savadori, 23. A. Marquez

Start: Martin kommt am besten weg und biegt als Erster in Kurve eins. Dahinter wird es hektisch. Bagnaia geht als Zweiter aus dem Chaos hervor, dahinter liegen Marc Marquez, Quartararo und Acosta. Bastianini fällt auf Platz neun zurück.

Runde 1/26: Martin geht in Kurve drei weit, Bagnaia versucht den Fehler zu nutzen. Es kommt auf der folgenden Gerade zur Berührung, Martin behält aber die Führung.

Runde 2/26: Acosta vermasselt Turn 3 völlig, kommt von der Strecke ab und fällt auf P7 zurück.

Runde 3/26: Martin schraubt seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf fast eine Sekunde, in der vorletzten Kurve hat er aber einen mächtigen Wackler. Bagnaia und Marc Marquez nähern sich wieder an.

Runde 4/26: Bezzecchi stürzt in Kurve eins und ist aus dem Rennen.

Morbidelli räumt in Turn 8 Quartararo ab, der somit einen starken fünften Platz verliert. Die Stewards sehen sich die Szene an und brummen Morbidelli eine Longlap-Penalty auf.

Runde 5/26: Martin geht in Turn 3 weit! Er kommt von der Strecke ab und fällt hinter Bagnaia sowie Marc Marquez auf Rang drei zurück. Dahinter lauert ein KTM-Trio mit Binder, Miller und Acosta.

Runde 6/26: Mit Lorenzo Savadori crasht der nächste Fahrer.

Runde 7/26: Auch Raul Fernandez ist gestürzt.

Runde 8/26: Jetzt hat es Morbidelli erwischt. Er war soeben die Schnellste Rennrunde gefahren.

Miller profitiert von einem Fehler Binders und holt sich Rang vier.

Runde 9/26: Nächster Crash: Enea Bastianini ist zu Boden gegangen.

Marc Marquez attackiert in der Zielkurve Bagnaia, muss aber weit gehen und Bagnaia kann auf der Innenbahn kontern.

Runde 13/26: Marquez greift Bagnaia erneut in der Zielkurve an, kann die Linie aber wieder nicht halten und Bagnaia holt sich am Kurvenausgang die Führung zurück.

Runde 14/26: Marc Marquez ist in Turn 8 gestürzt! Er kann das Rennen noch fortsetzen, ist aber nur noch 16. Bagnaia führt jetzt 2,7 Sekunden vor Martin, Miller ist als Dritter mit weiteren 1,9 Sekunden Rückstand auf Podiumskurs.

Runde 22/26: Acosta ist an Binder vorbei auf Rang vier.

Runde 23/26: Alex Rins sorgt für einen weiteren Sturz.

Marc Marquez checkt sich mit Kontakt an Mir vorbei. Die Stewards entscheiden, dass er die Position zurückgeben muss.

Runde 24/26: Auch Augusto Fernandez ist gestürzt.

Runde 25/26: Acosta kassiert nach einem Duell über mehrere Kurven hinweg Miller und ist neuer Dritter. Di Giannantonio, der zuvor Binder überholt hat, hat durch den Zweikampf zwischen Acosta und Miller den Anschluss an dieses Duo gefunden.

Runde 26/26: Miller muss auch Rang vier an Di Giannantonio abgeben.

Ziel: Bagnaia feiert einen ebenso wichtigen wie souveränen Sieg mit 2,9 Sekunden Vorsprung auf Martin. Acosta komplettiert das Podium. Di Giannantonio wird Vierter vor Miller und Binder. Vinales ist als Siebter bester Aprilia-Pilot. Dahinter landen Zarco, Aleix Espargaro und Alex Marquez. Marc Marquez kommt nach seinem Sturz als Elfter ins Ziel, wird zunächst aber aufgrund der nicht zurückgegebenen Position automatisch um einen Rang zurückgereiht. Letztlich korrigieren die Stewards das Ergebnis aber ein zweites Mal, da Marquez die Position nach Videoauswertung zwischenzeitlich wohl doch zurückgegeben hatte. Er bleibt somit Elfter, Marini wird auf Zwölf zurückgeschoben. Die letzten Punkte gehen an Nakagami, Bastianini und Mir.

Die Stimmen vom MotoGP-Podium in Thailand

Francesco Bagnaia (Sieger, Team): "Heute Morgen nach dem Warm Up war ich nicht wirklich glücklich. Das Team hat dann aber unglaubliche Arbeit geleistet. Wir haben gemeinsam die Daten analysiert und verstanden, was wir zu tun haben. Die Bedingungen mit mehr Wasser auf dem Asphalt haben mir auch geholfen. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg und möchte ihn meinem Team widmen."

Jorge Martin (Zweiter, Pramac): "Ich bin wirklich gut gestartet, bin dann aber zu viel Risiko eingegangen und in Kurve drei von der Strecke abgekommen. Ich habe dann versucht, an Pecco und Marc dranzubleiben, hatte dabei aber viele Rutscher. Der Grip war heute wirklich schlecht und das Rennen dementsprechend hart. Als Marc dann gestürzt ist, habe ich weiter versucht, Pecco einzuholen, aber ich war zu sehr am Limit. Ich habe mir dann gesagt, dass es besser ist, Pecco gewinnen zu lassen und Zweiter zu werden. Mit zwei zweiten Plätzen hier in Thailand bin ich sehr zufrieden."

Pedro Acosta (Dritter, GasGas): "Das war ein hartes Rennen. Ich weiß nicht warum, aber im Vergleich zum Warm Up hatte ich große Probleme, Temperatur in die Reifen zu bekommen. Es war aber auch viel Wasser auf der Strecke. Ich bin deshalb zu Beginn einmal in Kurve drei weit gegangen, weil die Bremsen ausgekühlt sind. Mit diesem Ergebnis müssen wir aber zufrieden sein. Wir leisten gute Arbeit, um da hinzukommen, wo wir hinwollen."