241 zu 238 Punkte: WM-Leader Jorge Martin und Titelverteidiger Francesco Bagnaia beginnen die zweite Hälfte der MotoGP-Saison 2025 beinahe auf Augenhöhe. Lediglich drei Zähler trennt die beiden erfolgreichsten Fahrer der zurückliegenden 12 Monate. Im Vorjahr wurde das Duell der beiden Ducati-Piloten auch aufgrund einiger Patzer entschieden. Bagnaia hievte Martin etwa durch seinen Abflug in Indien überhaupt erst so richtig in den Titelkampf, während Letzterer durch Schnitzer in Indonesien und Australien letztlich entscheidende WM-Punkte wegschmiss.
Auch 2024 sind Bagnaia und Martin bereits Fehler unterlaufen, die den WM-Kampf zur Saisonhalbzeit überhaupt erst so eng gestalteten. Vor seinem Abflug im Mugello-Sprint führte Martin die Fahrer-WM beispielsweise auch schonmal 39 Punkte vor Bagnaia und den restlichen Verfolgern um Marc Marquez und Enea Bastianini an. Entscheidet sich der Titelkampf 2024 also zugunsten des Piloten, der weniger Fehler macht?
Francesco Bagnaia: Volle Attacke bis ins MotoGP-Saisonfinale
Nein - Das glauben zumindest die beiden WM-Anwärter selbst. "Die Weltmeisterschaft ist momentan sehr eng. Daher ist es jetzt nicht an der Zeit, über Risikomanagement nachzudenken. Es geht nur darum, zu 100 Prozent pushen", sagt etwa Titelverteidiger Bagnaia und ergänzt: "Das wird auch bis zwei bis drei Rennwochenenden vor Schluss so bleiben. Letztes Jahr wurden wir in Japan Erster und Zweiter - in einem Flag-to-Flag-Rennen voller Risiko. Jetzt ist also noch nicht der Zeitpunkt gekommen, langsamer zu fahren, um kein Risiko einzugehen."
WM-Rivale Martin stimmt zu: "Ich werde immer 100 Prozent geben, egal ob es nur um ein Podium oder Platz fünf geht. Ich nehme, was ich bekommen kann. Es ist ohnehin noch zu früh, um an die Weltmeisterschaft zu denken. Es ist alles noch sehr offen, wir haben erst Halbzeit. Es kommt daher auf die Situation drauf an: Wenn ich mich am Sonntag in einer Situation befinde, in der ich Risiko gehen muss, werde ich das auch tun. Wenn nicht, dann nicht."

Greifen Enea Bastianini und Marc Marquez noch ins WM-Rennen ein?
Zusätzliche Würze kommt durch die starke Form von Enea Bastianini in den Titelkampf. Der scheidende Ducati-Werkspilot kann durch seinen feststehenden Wechsel zu Tech3 KTM befreit auffahren, gewann zuletzt beide Rennen in Silverstone und liegt nun 'nur' noch 49 Zähler zurück. Keine unlösbare Aufgabe bei noch 370 ausstehenden Punkten im Jahr 2024. Bagnaia und Martin wären also gut beraten, im Titelkampf nicht nur auf den jeweils anderen zu blicken und die restliche Konkurrenz aufholen zu lassen. Schließlich befindet sich auch Marc Marquez mit 62 Punkten Rückstand noch im Dunstkreis der WM-Leader.
"Wir vier sind die stärksten Fahrer, wir sind einen Schritt vor dem Rest. Es ist noch alles ziemlich offen", weiß auch Martin. Der Pramac-Pilot will sich aber nicht festlegen, ob aus dem Titel-Zweikampf wirklich noch ein Drei- oder Vierkampf werden kann: "Ich weiß es nicht. Wir werden sehen, ob die anderen am Ende [Bastianini & Marquez, Anm.] noch eine Chance haben werden."
Bagnaia zeigte sich am Donnerstag in Spielberg in dieser Hinsicht etwas selbstbewusster. "Es ist natürlich schwierig, so etwas vorherzusagen. Jorge und ich sind momentan am konstantesten, aber wir haben auch viele Fehler gemacht. Wenn Enea oder Marc diese Konstanz ebenfalls finden können, kann das bis zum Schluss noch ein guter Kampf werden", hält er zunächst fest. Anschließend stellt der amtierende Weltmeister aber klar: "Stand jetzt würde ich sagen, dass es zwischen uns beiden entschieden wird."



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