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MotoGP: Joan Mir übt in Misano Kritik an Marc Marquez

Marc Marquez suchte in Misano mehrfach das Hinterrad von Joan Mir. Im Qualifying musste Stefan Bradl helfen. Das stößt beim Weltmeister auf Unverständnis.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez ist noch weit entfernt von hundertprozentiger Fitness. Das gab der sechsfache MotoGP-Champion erst vergangene Woche in Aragon unumwunden zu. Um dennoch in den Trainings und dem Qualifying vorne mitmischen zu können, suchte er in Misano in beinahe allen Sessions für seine schnellen Runden Gegner, an die er sich hängen konnte.

Dicke Luft zwischen Marc Marquez und Joan Mir: (12:15 Min.)

Bislang kam vor allem Joan Mir in den Genuss, als Referenzpunkt für Marquez dienen zu dürfen. Der Weltmeister zeigte sich nicht sehr erfreut darüber: "Wir alle wissen, was er benötigt: Er braucht ein Hinterrad vor sich, um stark zu sein. Für mich ist es schwierig zu verstehen, warum ein achtfacher Weltmeister seinen Job nicht alleine erledigen kann und immer diese Hilfe braucht."

"Das ist das Spiel, dass Marc sehr gerne spielt und heute hat er eben mich ausgewählt", so Mir, der sich durch Marquez' Strategie aber nicht aus dem Konzept bringen ließ: "Ich versuche, meine Arbeit zu machen und schere mich nicht drum, ob jemand an mit klebt oder nicht."Marquez verteidigte sich in seinem Videocall gegen die Aussagen von Mir: "Ich habe mich vorhin bereits mit ihm ausgesprochen. Mein Verhalten ist normal im Motorradsport. Man kann so handeln, solange man damit niemanden behindert."

Bradl gibt Schützenhilfe

Im 3. Training war seine Boxencrew zu langsam, weshalb er im letzten Stint nicht rechtzeitig mit seiner Honda losfahren konnte, als Joan Mir zum letzten Mal auf die Strecke ging. Marquez ärgerte sich darüber sichtlich und verpasste deshalb letztlich auch den direkten Sprung in Q2.

Dort musste er sich eine andere Referenz als Mir suchen, der direkt in Q2 eingezogen war. So traf Marquez mit Wildcard-Pilot Stefan Bradl eine Abmachung. "Ich bin hinter ihm gefahren. Es war mein Vorschlag und er hat akzeptiert. Er hat vor mir voll gepusht und ich konnte daher auch eine gute Rundenzeit fahren." Dadurch schaffte Marquez den Aufstieg in Q2.

Dort endeten seine Ambitionen im Kies. Denn im letzten Stint versuchte er an Francesco Bagnaia dranzubleiben und warf dabei seine Honda weg, während sein Referenzpunkt mit neuem Rekord zur Pole Position raste.


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