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MotoGP

Fabio Quartararo gesteht: Schwarze Flagge wäre richtig gewesen

Nach seinem verbalen Rundumschlag am Sonntag hat sich Fabio Quartararo beruhigt. Er gibt zu, dass eine Disqualifikation in Barcelona korrekt gewesen wäre.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Als am Sonntagabend, mehr als fünf Stunden nach Rennende, endlich das Urteil über Fabio Quartararos defekte Lederkombi eintraf, platzte dem Franzosen nicht nur der Reißverschluss, sondern auch die Hutschnur. Er nahm sich in den Sozialen Medien Stewards und Fahrerkollegen gleichermaßen vor.

Einen Tag und 79 Testrunden später gab sich Quartararo schon deutlich gemäßigter und stimmte nun sogar den Rivalen zu, die eine sofortige Disqualifikation für ihn gefordert hatten. "Wenn ich jetzt auf diese Geschichte zurückblicke, muss ich mich glücklich schätzen", so der Yamaha-Star. "Auch wenn es mir schwerfällt, das zuzugeben: Ich habe mich selbst in Gefahr gebracht. Vor allem nach den Vorkommnissen in Mugello wäre die Schwarze Flagge die richtige Entscheidung gewesen. Ich habe Glück gehabt."

Damit schließt sich Quartararo einer großen Gruppe an, welche die nachträglich ausgesprochene Drei-Sekunden-Strafe für unpassend erachtet. Fahrer, die mit Strafen nicht einverstanden sind, stellen ja noch keine Überraschung dar. Dass sich Fahrer selbst aber härtere Strafen geben würden, als sie von der Rennleitung erhalten, ist doch kurios. Und zeigt das zuletzt leider völlige Versagen der MotoGP-Stewards rund um Freddie Spencer.

Quartararos Lederkombi defekt: Warum keine Disqualifikation?: (11:54 Min.)

Die nahm sich Quartararo in seinem Video-Call am Montagabend dann auch direkt ein zweites Mal vor. "Mit der Strafe für das Abkürzen bin ich nach wie vor nicht einverstanden", so der WM-Leader. "Die empfinde ich als unfair. Wenn ich eine Sekunde verloren hätte, wäre ich ohne Strafe davongekommen. Ich habe aber nur sieben Zehntel verloren. Wie soll ich das bitte auf dem Motorrad merken? Das ist doch dämlich."

Generell zeigt sich Quartararo mit der Arbeit der Stewards nicht zufrieden: "Mehr Sicherheit ist natürlich immer gut, aber derzeit gehen wir in eine Richtung, die mir nicht gefällt. Beispielsweise das Thema mit den Track-Limit-Vergehen von Mir und Oliveira in Mugello. Da verschafft sich doch niemand einen Vorteil. Genauso wie ich gestern. Wenn ich langsamer bin als normal, dann ist das keine Abkürzung. Die Regeln werden immer strenger, aber wir können nicht immer exakt auf der Linie fahren. Fehler passieren. Wir sind keine Roboter. Ein paar Schnitzer müssen erlaubt sein, wenn man 24 Runden am Limit fährt. Sonst nimmt man den Spaß aus unserer Show."


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