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MotoGP

KTM 2022: Gardner und Fernandez in MotoGP, Acosta in Moto2?

Bei KTM zeichnet sich ein großer Umbau für die Saison 2022 ab. Das Tech3-MotoGP-Team könnte ein völlig neues Fahrer-Line-Up erhalten.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Der Italien-Grand-Prix stellte für KTM eine Trendwende in der MotoGP-Saison 2021 dar. Erstmals waren die Werksfahrer Miguel Oliveira und Brad Binder über ein gesamtes Wochenende konkurrenzfähig. Oliveira sorgte mit P2 für die erste Podiumsplatzierung der Österreicher in diesem Jahr. Binder kam trotz eines turbulenten Rennens mit bescheidenem Start und einer Kollision auf dem guten fünften Platz ins Ziel.

Weniger Grund zur Freude bereitet KTM aktuell allerdings das Kundenteam von Tech3. Danilo Petrucci und Iker Lecuona gelangen zwar in Mugello ebenfalls ihre besten Trockenresultate 2021, insgesamt ist das Tech3-Duo bislang aber klar hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wie 'Motorsport.com' berichtet, hat man sich bei KTM deshalb dazu entschlossen, die Option auf einen Verbleib von Petrucci bis Ende 2022 nicht zu ziehen. Die Frist dafür lief am Montag ab. Für den Italiener bedeutet das wohl das KTM-Aus mit Saisonende.

Das gleiche Schicksal droht wohl Iker Lecuona, der in seinem zweiten MotoGP-Jahr kaum Steigerungen zeigte und schon früh in der Saison in die Kritik der KTM-Führungsebene geriet. Wirklich überzeugen konnte Lecuona, der durch die Kündigung von Johann Zarco Ende 2019 seine Chance auf der RC16 erhielt, nie.

Bei KTM gibt es auch keine Not, am aktuellen Tech3-Duo festzuhalten. Denn die gerne als 'Road to MotoGP' betitelte unternehmensinterne Karriereleiter funktioniert aktuell perfekt. In der Moto2 belegen Remy Gardner und Raul Fernandez für Red Bull KTM Ajo die Plätze eins und zwei in der Fahrerwertung und sorgten zuletzt für zwei Doppelsiege. Gardners MotoGP-Aufstieg 2022 gilt mehr oder weniger als beschlossene Sache. Durch seine starken Leistungen in den ersten Saisonrennen könnte nun auch Moto2-Rookie Fernandez seine Chance bekommen.

Der Weg in die Moto2 könnte für Pedro Acosta frei werden - Foto: gp-photo.de - Ronny Lekl

Das würde auch Sinn machen, weil KTM dadurch in seinem Moto2-Projekt Raum für Pedro Acosta schaffen könnte. Der erobert in dieser Saison ja die Moto3-Klasse im Sturm, konnte drei seiner ersten vier Rennen gewinnen und führt die Weltmeisterschaft aktuell mit 52 Punkten Vorsprung an. Dieses Talent würde KTM klarerweise nur ungern verlieren. Einen Abgang wie den von Jorge Martin zu Ducati gilt es unbedingt zu vermeiden. Ein direkter MotoGP-Aufstieg Acostas kommt übrigens nicht in Frage, da er erst am 25. Mai 2022 das Mindestalter von 18 Jahren erreicht.

Am Mittwoch gab KTM mit Brad Binder offiziell den ersten Fahrer für 2022 bekannt. Eine finale Entscheidung über den gesamten Fahrerkader für die nächste Saison will man aber erst in der Sommerpause treffen.


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