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MotoGP

MotoGP Mugello 2021: Alle Reaktionen zum tragischen Rennsonntag

Fabio Quartararo gewinnt den Italien-GP. Doch der Schock nach dem Tod von Moto3-Fahrer Jason Dupasquier sitzt tief. Alle Stimmen zum Rennsonntag in Mugello.
von Florian Niedermair

1. Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha): "Es war so schwierig, konzentriert zu bleiben. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie ich dieses Tempo halten konnte, denn in jeder Runde, die man fährt, denkt man an Jason Dupasquier. Ich fuhr locker hinter Francesco Bagnaia, und als ich ihn stürzen sah, wollte ich versuchen, fünf Runden lang mein Maximum zu fahren. Aber dann überholte mich Johann Zarco. Also sagte ich mir: 'Ich muss aggressiv fahren'. Ich dachte: 'Wenn ich in Kurve 1 als Erster einbiegen kann, ist das gut und das ist auch passiert'"

2. Miguel Oliveira (Red Bull KTM): "Wir haben gesehen, dass wir eine der besten Rennpace hatten. Ich war am Anfang nicht stark genug, um mit den Reifen zu pushen, aber dann kam ich in meinen Rhythmus. Ich hätte es gerne unter anderen Umständen auf das Podium geschafft. Wir können glücklich sein, aber nicht ganz, und unsere Gedanken sind jetzt bei Jasons Familie."

Platz 2: KTM und Miguel Oliveira sind wieder zurück auf dem Podium. - Foto: LAT Images

3. Joan Mir (Suzuki ECSTAR): "Es war sehr schwierig, heute den Helm aufzusetzen. Was Jason passiert ist, war unglaublich traurig - wir sind alle Menschen und Teil einer Paddock-Familie. Es war das traurigste Podium meiner Karriere. Ich sende meine herzlichsten Wünsche an Jasons Familie und Team und widme ihnen dieses Podium. Ich möchte dieses Ergebnis auch unserem Teammitglied Elvio widmen, der letztes Jahr bei einem Unfall schwer verletzt wurde, aber hier in Mugello endlich zu uns stoßen konnte."

4. Johann Zarco (Pramac Ducati): "Wir haben alles gegeben. Das heutige Rennen war nicht einfach, es gab viele Emotionen an diesem schwierigen Tag. Ich bin glücklich über die Art und Weise, wie ich das Rennen beenden konnte. Nach dem Crash, den ich vor dem Start hatte, war ich nicht sicher, ob ich das Rennen fahren kann"

MotoGP-Rennen nach Tod von Jason Dupasquier: Fahrer verärgert: (12:05 Min.)

5. Brad Binder (Red Bull KTM): "Ich hatte ein verrücktes Rennen. Ich hatte keinen perfekten Start und dann war ich in den ersten drei Runden vorsichtig. Marc fuhr in mich hinein und mein Airbag löste aus, was bedeutete, dass ich mich fast eine Runde lang nicht bewegen konnte! Danach konnte ich endlich einen Rhythmus finden und die Gruppe vor mir jagen, obwohl ich nicht ganz die Pace hatte, um sie zu überholen."

6. Jack Miller (Ducati Lenovo): "Heute war es ein Survival-Rennen und ich hatte mit dem Wind hatte sehr zu kämpfen. Ich habe mein Bestes gegeben und versucht, gegen Ende Positionen gutzumachen, aber ich habe mich nicht ganz wohl gefühlt. Auf jeden Fall haben wir heute einige wichtige Punkte für die Gesamtwertung geholt."

7. Aleix Espargaro (Aprilia Gresini): "Ich habe das Gefühl, dass ich heute mehr hätte erreichen können. Leider habe ich nicht das gleiche, herausragende Gefühl gefunden, das ich im Training auf der RS-GP hatte. Mir fehlte etwas in der Beschleunigung. Trotzdem, auch hier so nah am Podium zu sein, ist ein Ergebnis, auf das man stolz sein kann. Positiv ist auch, dass der Arm besser reagiert hat als erwartet."

8. Maverick Vinales (Monster Energy Yamaha): "Ich hatte nicht genug Gefühl mit der Front. Wir müssen herausfinden, warum ich das ganze Wochenende über mit dem Medium-Vorderreifen zu kämpfen hatte. Ich konnte nicht lenken und meine Rundenzeiten nicht wesentlich verbessern. Im Grunde hatte ich während des Rennens sehr zu kämpfen. Es war leider kein gutes Wochenende für uns, und insgesamt war heute ein trauriger Tag."

9. Danilo Petrucci (Tech 3 KTM): "Von menschlicher Seite fühlt es sich nicht ganz sauber an, auf einer Strecke zu fahren, auf der erst vor 24 Stunden ein Mensch gestorben ist. Ich fühle mich schmutzig, ein Rennen zu fahren, wenn einer von uns, ein Fahrer wie ich, nicht mehr unter uns ist. Was wäre, wenn es einen Fahrer aus der MotoGP-Klasse erwischt hätte? Wäre genauso gehandelt worden? Macht man hier einen Unterschied, weil es das Leben eines Moto3-Fahrers war?"

10. Valentino Rossi (Petronas Yamaha): "Nach dem, was Jason gestern zugestoßen ist, muss man sich natürlich fragen, warum wir gefahren sind. In solchen Momenten verliert alles seinen Sinn. Es ergibt aber auch keinen Sinn, das Rennen abzusagen. Was wir heute tun, kann nicht mehr ungeschehen machen, was gestern passiert ist."

Top 10: Valentino Rossi mit seinem besten Ergebnis der bisherigen MotoGP-Saison. - Foto: LAT Images

11. Iker Lecuona (Tech 3 KTM): "Ich bin ziemlich glücklich über den heutigen Tag, denn endlich konnte ich um die Top 10 kämpfen. Ich konnte mein Gefühl mit dem Motorrad verbessern. Ich möchte dieses Rennen Jason, seiner Familie und seinen Freunden widmen."

12. Pol Espargaro (Repsol Honda): "Heute stehen nicht unsere Ergebnisse im Vordergrund. Das Wichtigste ist, an Jason und seine Familie zu denken. Wir hatten ihn alle in unseren Herzen und Gedanken, als wir das Rennen fuhren. Mein Rennen war heute schwierig, der Start war okay und ich war hinter Taka. Dann passierte etwas mit dem Flügel und ich verlor ihn, was es sehr kompliziert machte. Ich verlor viel Aerodynamik, die Richtungswechsel waren sehr schwierig und das Motorrad verhielt sich nicht gut."

13. Michele Pirro (Pramac Ducati): "Schade, ich hatte ein gutes Rennen. Ich habe viele Fahrer überholt und meine Pace war gut. Drei Runden vor Schluss habe ich einen Fehler gemacht und in dieser Meisterschaft kann man sich keine Fehler leisten."

14. Alex Marquez (LCR Honda): "Das Warm-up war sehr positiv. Aber im Rennen entschieden wir uns für den harten Vorderreifen, und vielleicht war das nicht die richtige Entscheidung, denn ich verlor auf der linken Seite ein bisschen zu viel. Heute war die Hauptsache, dass wir für Jason gefahren sind. Ich denke, für uns alle war das Rennen heute zweitrangig."

15. Lorenzo Savadori (Aprilia Gresini): "Wenn ich mir die Pace anschaue, die ich halten konnte, bin ich ein bisschen enttäuscht von mir selbst, denn die Top 10 waren nicht so weit entfernt. Ich habe im Kampf mit Alex Marquez viel Zeit verloren, während ich, als ich mein eigenes Tempo fahren konnte, in der Lage war, an die Gruppe vor mir heranzukommen "

16. Franco Morbidelli (Petronas Yamaha): "Es war heute sehr schwierig, die Konzentration zu halten. Aber so ist unser Sport leider nun einmal. Es tut mir sehr leid, was heute geschehen ist. Es ist aber wichtig, dass wir uns von diesem Rückschlag nicht unterkriegen lassen."

17. Luca Marini (Sky VR46 Avintia Ducati): "Ein wirklich schwieriges Rennen. Ich hatte in Katar ein ähnliches Problem: Ich habe den Hinterreifen nicht gespürt, ich konnte ihn nicht gut zum Arbeiten bringen. Ich habe am Kurveneingang verloren und auch beim Beschleunigen. Eine seltsame Sache, die mir während des Wochenendes nicht passiert ist. "

DNF: Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo): "Was heute passiert ist, war nicht korrekt. Wäre das einem MotoGP-Fahrer zugestoßen, wären wir heute niemals gefahren. Ich bin nicht glücklich darüber, dass irgendjemand heute die Entscheidung getroffen hat, dieses Rennen starten zu lassen."

Kiesbett statt Podium: Bagnaia stürzt in Führung liegend. - Foto: LAT Images

DNF: Alex Rins (Suzuki ECSTAR): "Es ist schwierig zu sagen, was heute passiert ist. Während des Rennens fühlte ich mich ziemlich gut mit dem Motorrad, aber nicht ganz so gut wie im Training. Ich hatte ein bisschen mit der Front des Motorrads zu kämpfen. Glücklicherweise geht es mir körperlich gut, aber ich bin natürlich sehr enttäuscht. Das ist jetzt das vierte DNF für mich in Folge, und das ist nicht normal. Dieses Wochenende war für alle sehr hart, und meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden von Jason Dupasquier."

DNF: Takaaki Nakagami (LCR Honda): "Wir sind alle sehr traurig, weil Jason von uns gegangen ist. Das ist ein schwieriger Moment für jeden in diesem Paddock. Es war für alle schwierig, zu fokussieren. Das ist ein trauriger Tag für den Motorsport."

DNF: Marc Marquez (Repsol Honda): "Es war ein sehr hartes Wochenende für die MotoGP, wir haben einen jungen Fahrer verloren. Diese Situation ist für alle sehr hart, und wir wünschen allen, die Jason nahe standen, alles Gute. Unglücklicherweise haben wir das Rennen viel früher beendet, als wir erwartet hatten. Ich hatte Kontakt mit Brad Binder, es war ein Rennunfall, und das passiert hier auf dieser Strecke sehr oft. Ich dachte, dass Binder weiter hinten ist und beim Richtungswechsel haben wir uns berührt, das war mein Fehler."

DNF: Enea Bastianini (Esponsorama Ducati): "Leider war es ein sehr harter Sonntag, angefangen mit dem Verlust von Dupasquier. In der Einführungsrunde, als ich aus der letzten Kurve kam, berührte ich Zarco und ich konnte nichts tun, um den Sturz zu vermeiden. Ich habe versucht, so schnell wie möglich an die Box zu kommen, um das zweite Motorrad zu nehmen, aber schon in der ersten Runde bin ich gestürzt. "