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MotoGP schmettert Marquez-Klagen ab: Holeshot-Device bleibt

Marc Marquez kritisiert die Holeshot-Devices der MotoGP scharf und würde sie am liebsten verboten sehen. Doch die Verantwortlichen erteilen ihm eine Absage.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez und das Holeshot-Device - das ist keine Liebesbeziehung. Nachdem der MotoGP-Superstar ja praktisch die gesamte Saison 2020 verpasst hatte, kam er erst beim Comeback im Portimao erstmals in Berührung mit dem neuen System. Seither schimpft Marquez regelmäßig darüber: Es schade der Show in der MotoGP und sei sogar für die Armpump-Probleme vieler Fahrer verantwortlich.

So schafften es die Holeshot-Devices sogar bis in das Meeting der Safety-Commission in Le Mans. Dort können die Fahrer ja ihre Anliegen im Plenum vorbringen und mit den Sicherheitsverantwortlichen von Promoter Dorna und Motorradweltverband FIM diskutieren. Dort war Marquez mit seinem Vorstoß nur bedingt erfolgreich: "Man kann sich ja vorstellen, welche Fahrer dafür waren. Die von Ducati natürlich. Bei allen anderen gab es unterschiedliche Meinungen, aber ein Großteil war gegen eine Verwendung während des Rennens."

Nun kommt auch von oberster Stelle eine klare Absage für Marquez' Pläne. "Es gibt technische Standards auf die sich alle Hersteller einigen. Diese können auch nur geändert werden, wenn alle dafür sind. An den Regeln für das Holeshot-Device wird es keine Änderungen geben", stellt Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta gegenüber 'As' klar. Einmischen will sich der Promoter in das Thema aber nicht: "Die Entscheidung liegt bei den Herstellern. Sie mischen sich beispielsweise nicht in Sicherheitsfragen bezüglich der Rennstrecken ein und wir dafür nicht in technische Angelegenheiten."

MotoGP erklärt: So funktionieren die Holeshot-Devices: (09:44 Min.)

Dass sich die sechs Hersteller im Herstellerbund MSMA einstimmig für ein Verbot der Holeshot-Devices aussprechen, kann als ausgeschlossen betrachtet werden. Vor allem Ducati, Erfinder und Vorreiter des Systems in der MotoGP, will unbedingt daran festhalten. "Wir haben Marquez' Aussagen gelesen", sagt Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti. "Wir sind enttäuscht darüber, dass sich manche Fahrer ständig über unsere Ideen beschweren. Das war bei den Winglets so, dann bei den Schwingenspoilern und jetzt mit den Holeshot-Devices. Ducati bringt regelmäßig Innovationen, die dem Reglement der MotoGP entsprechen. Es ist nur fair, dass wir diese Dinge verwenden dürfen, die nicht gefährlich sind."

Hersteller machen MotoGP-Regeln

Das Technische Reglement der MotoGP wird grundsätzlich von den involvierten Motorradbauern gestaltet. Diese einigen sich in ihrem Bündnis MSMA (Motorcycle Sports Manufacturers' Association) auf das Regelwerk, das anschließend in der Grand-Prix-Commission eingebracht wird. Diese umfasst auch Vertreter von Dorna, FIM und Teamvereinigung IRTA, welche grundsätzlich ein Veto einlegen könnten. Im Normalfall wird der Entwurf der MSMA aber abgenickt, lediglich bei heftigen Kontroversen wie in der Vergangenheit bei der Einheitselektronik kommt es zur Einflussnahme der anderen Parteien.


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