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Fix: Valentino Rossi bekommt 2022 eigenes MotoGP-Team

Zur Saison 2022 wird es erstmals ein VR46-Team in der MotoGP geben. Der Rennstall von Valentino Rossi wird mit Geld aus Saudi-Arabien finanziert.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Nach Jahren der Spekulation ist es nun beschlossene Sache. Das VR46-Team von Valentino Rossi wird nach Engagements in der Moto3 und Moto2 zur Saison 2022 den Sprung in die MotoGP machen. Das wurde am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

Bislang meldete Rossi selbst immer wieder Zweifel über die Finanzierbarkeit des Projektes an, die nun aber der Vergangenheit angehören dürften. Denn das VR46-Team wird ab 2022 von Aramco gesponsert. Dabei handelt es sich um den staatlichen Erdölkonzern Saudi-Arabiens, der sich gleichzeitig größte Erdölfördergesellschaft der Welt nennen darf.

Eingefädelt wurde der Deal von Tanal Entertainment Sport & Media, einer Holding-Gesellschaft unter der Führung von Prinz Abdulaziz bin Abdullah Al Saud. Vorerst gilt der Vertrag für fünf Jahre von 2022 bis 2026. Der Rennstall wird als Aramco Racing Team VR46 an den Start gehen.

Darüber hinaus ist noch nicht viel über Rossis MotoGP-Projekt bekannt. Wahrscheinlichstes Szenario: Die VR46-Truppe übernimmt die beiden Startplätze von Avintia, wo Luca Marini ja schon in diesem Jahr im VR46-Design unterwegs ist. Möglich wäre aber auch, dass das Team mit zwei neuen Startplätze durchstartet. Diese wären vorhanden, denn aktuell stehen 22 Maschinen im MotoGP-Grid, die Obergrenze liegt aber bei 24 Bikes.

Luca Marini geht in den Farben von Sky VR46 an den Start - Foto: MotoGP.com

Völlig offen ist dementsprechend auch noch die Materialwahl. Bei einer Avintia-Übernahme scheint ein Verbleib mit Ducati die logische Variante, da die Italiener ohnehin auch 2022 mit sechs Maschinen weitermachen wollen. Klappt das nicht, wären auch Yamaha oder Suzuki denkbare Optionen.

Valentino Rossi als fahrender Teamchef?

Bedeutet der MotoGP-Start für das VR46-Team auch das Ende von Valentino Rossis aktiver Karriere? Möglicherweise, aber nicht unbedingt. Fakt ist: Gelingt dem Altmeister in den nächsten Rennen keine Leistungsexplosion, hat er bei Yamaha keine Zukunft. Denn die Japaner ließen im Vertrag für 2021 eine Leistungsklausel festschrieben, welche Rossi mit aktuell vier Punkten aus drei Rennen sicherlich nicht erreicht. Ein Wechsel in das eigene Team könnte der Rettungsanker sein. Allerdings nur, wenn Rossi nach mehreren enttäuschenden Saisons darauf überhaupt noch Lust hat.


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