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MotoGP: Marc Marquez nur für Honda leistbar?

Marc Marquez fährt seit seinem MotoGP-Einstieg 2013 für Honda, sein Vertrag läuft noch bis Ende 2024. Die Gründe dafür sind nicht nur sportliche.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die Partnerschaft zwischen Marc Marquez und Honda ist nicht nur eine der erfolgreichsten, sondern auch eine der längsten in der MotoGP-Geschichte. Am Ende des aktuellen Vertrages, der bis 2024 läuft, wird Marquez zwölf Saisons für den größten Motorradhersteller des Planeten bestritten haben. Nur Dani Pedrosa mit 13 Jahren bei Honda und Valentino Rossi, der 2021 seine 16. Saison für Yamaha bestreiten wird, blieben einer Marke länger treu.

Ende 2024 wird Marquez 31 Jahre alt sein. Ein Alter, in dem ein Wechsel durchaus noch denkbar ist, auch wenn sich aufgrund seiner aktuellen gesundheitlichen Situation nur schwer abschätzen lässt, wie lange die Karriere des MotoGP-Superstars überhaupt noch dauern kann. Gehen wir davon aus, dass Marquez auch 2025 in der Startaufstellung steht: Welches Motorrad wird er dann fahren?

Die Antwort kann eigentlich nur 'Honda' lauten. Zumindest, wenn Marquez keine massiven Gehalteinbußen hinnehmen möchte. Das ist die Ansicht von Ducati-Sportdirektor Gigi Dall'Igna. "Wir haben vor einigen Jahren darüber nachgedacht, Marc zu verpflichten", gesteht er im Gespräch mit 'GPone'. Der Deal kam aber auch aus finanziellen Gründen nie zustande. "Es wird viel über Kostenreduzierung gesprochen, aber die Fahrergehälter sind der wichtigste Teil in einer Rennabteilung und es ist sehr schwierig, da gegen Honda zu gewinnen. Sie haben derart enorme wirtschaftliche Ressourcen, dass die europäischen Hersteller kaum in die Nähe davon kommen."

Eine Theorie, die sich nur schwer überprüfen lässt. Genaue Zahlen über die Budgets der sechs MotoGP-Hersteller sind nicht zu erfahren. Die renommierte 'Gazzetta dello Sport' kam im Zuge von Recherchen aber auf eine grobe Hackordnung im Millionenbusiness der Königsklasse. Aprilia ist hier mit einem Budget von 15 bis 20 Millionen Euro pro Saison klares Schlusslicht. Es folgt Suzuki mit 35 bis 40 Millionen, dann Ducati mit 45 bis 50 Millionen, KTM mit ebenfalls rund 50 Millionen und Yamaha mit 60. Klarer Spitzenreiter ist demnach tatsächlich Honda, wo man sich die MotoGP jährlich zwischen 70 und 80 Millionen Euro kosten lassen soll.

Marquez verdient bei Honda, beginnend mit der Saison 2021, kolportierte 25 Millionen Euro - und das über vier Jahre hinweg. Summen, die wohl tatsächlich kein anderer Hersteller so aufbringen kann. Als Ducati Jorge Lorenzo für die Jahre 2017 und 2018 von Yamaha loseiste soll er in Borgo Panigale einen damals neues Rekordgehalt von mehr als 12 Millionen pro Saison kassiert haben. Eine Gage, die Ducati trotz Unterstützung von Tabakgigant Philip Morris an die finanziellen Grenzen brachte. Es scheint daher tatsächlich schwer denkbar, dass man gehaltstechnisch auch nur annähernd mit Honda konkurrieren könnte.

Das gilt wohl genauso für KTM, wo man ohnehin Talente aus dem eigenen Nachwuchssystem bevorzugt, und umso mehr für Suzuki und Aprilia. Am ehesten wäre Marc Marquez noch für Yamaha finanziell zu stemmen. Nach den Vorkommnissen der Saison 2015, als es zwischen Marquez und Yamaha-Ikone Valentino Rossi zum Eklat kam, meinte der dortige Motorsportchef Lin Jarvis aber, dass man einen Marquez nie auf einer Yamaha sehen wird.


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