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MotoGP-Test: Technik-News, Ergebnis und Stürze aus Misano

Die MotoGP testete am Dienstag in Misano. Yamaha sorgt mit neuem Auspuff für Aufsehen, Bestzeit und Crash für Maverick Vinales.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Nur zwei Tage nach dem San-Marino-Grand-Prix war die MotoGP zurück auf der Strecke. In Misano stand ein offizieller Testtag an - der letzte für die Stammfahrer in diesem Jahr! Dementsprechend viele Updates brachten die Hersteller zum Einsatz. Motorsport-Magazin.com hat alle wichtigen Infos vom Misano-Test:

Das Ergebnis: Maverick Vinales markierte in 1:31.532 Minuten die Tagesbestzeit und war damit gut eine Zehntelsekunde langsamer als bei seinem Pole-Rekord am Samstag. Mit knapp drei Zehntelsekunden Rückstand wurde Takaaki Nakagami Zweiter. Johann Zarco belegte Rang drei vor Pol Espargaro und dem Suzuki-Duo Alex Rins und Joan Mir. Francesco Bagnaia und Andrea Dovizioso, die beide nur am Vormittag auf der Strecke waren, kamen auf die Plätze sieben und acht. Fabio Quartararo und Brad Binder komplettierten die Top-Ten. Valentino Rossi musste sich mit Rang 17 begnügen.

Mehrere einsatzberechtige Fahrer nahmen nicht am Test teil: Honda-Ersatzmann Stefan Bradl klagte nach dem Rennen am Sonntag über Taubheitsgefühl im Arm, außerdem bestritt er in diesem Jahr bereits zwei Tests in Misano. Cal Crutchlow ist zur Erholung nach seiner Armpump-Operation zurück auf der Isle of Man. Franco Morbidelli, der Sieger vom Sonntag, klagte über Magenprobleme und verzichtete auf eine Teilnahme. Iker Lecuona bekam ebenfalls eine Auszeit: KTM war auf der Suche nach Feedback bezüglich neuer Teile und traute Rookie Lecuona diesen Vergleich noch nicht zu.

Die Technik: Für Aufsehen sorgte am Dienstag in Misano, wo Valentino Rossi, Maverick Vinales und Fabio Quartaro einen völlig neuen Auspuff an ihren M1 testeten. Das neue System fällt deutlich länger und weiter aus als das bisherige. Über die genauen Beweggründe für diese Änderung herrscht noch Unklarheit. Technikexperten spekulieren über ein weiter verteiltes Drehmoment, was Yamaha aufgrund der in Folge der Motorschäden reduzierten Drehzahl helfen könnte. Eine Theorie, die durch Aussagen von Teamchef Massimo Meregalli gestützt werden: "Wir haben die Kraftübertragung im unteren Drehzahlbereich verbessert, am oberen Ende haben wir aber nichts gewonnen."

Yamahas neuer Auspuff (l.) und das alte System (r.) - Foto: gp-photo.de/LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Andrea Dovizioso testete einen neuen Rahmen an seiner Ducati und zeigte sich damit sehr zufrieden. "Er war damit sehr glücklich. Wir sind auf dem richtigen Weg, um hier am Sonntag ein gutes Resultat einzufahren", meinte Paolo Ciabatti bei 'Sky Italia'.

Bei Honda fiel Takaaki Nakagami praktisch die gesamte Entwicklungsarbeit zu. Er testete mit der 2020er-Maschine von Bradl nicht nur neue Winglets an der Front der Honda RC213V, sondern auch ein höhenverstellbares Fahrwerk, wie es ja bereits bei Ducati und Yamaha zum Einsatz kommt. Auch Aprilia arbeitete an einem derartigen System.

Pol Espargaro probierte an der KTM RC16 einen neuen Rahmen aus. Maverick Vinales experimentierte mit einer Scooter-Bremse für das Hinterrad.

Darüber hinaus wurden alle Piloten von der Dorna darum gebeten, das neue Funksystem zu evaluieren. Dieses System, mit dem zukünftig die Rennleitung Sicherheitshinweise an die Fahrer schicken soll, wurde am vergangenen Rennwochenende ja bereits von Stefan Bradl erprobt und für größtenteils gut befunden.

Die Zwischenfälle: Miguel Oliveira hatte in Kurve acht einen Ausrutscher, der aber ohne gröbere Konsequenzen blieb. Takaaki Nakagami überstand einen Sturz in Turn 1 unbeschadet.

Johann Zarco unterlief gut eine Stunde vor Session-Ende ein kurioser Zwischenfall. Er kam am Ausgang der Boxengasse zu Sturz und schob seine Ducati zurück. Wenig später hatte Tito Rabat einen Motorschaden, weshalb die Session kurz unterbrochen wurde.

Als die Strecke wieder freigegeben wurde, kam Maverick Vinales in Kurve sechs zu Sturz. Er schien noch nicht genug Temperatur auf der linken Flanke seines harten Vorderreifens generiert zu haben.


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