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MotoGP - Jorge Lorenzo: Ducati-Comeback wäre fast passiert

Monatelang hielten sich Gerüchte um ein MotoGP-Comeback von Jorge Lorenzo bei Ducati hartnächtig. Nun spricht er erstmals darüber.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Im vergangenen November erklärte Jorge Lorenzo seine MotoGP-Karriere für beendet. Sein Vertrag mit Honda wurde nach nur einem Jahr vorzeitig aufgelöst. Schon bald verspürte der fünffache Weltmeister aber wieder Lust auf die Königsklasse. Noch im Winter unterschrieb er als Testfahrer bei Yamaha und wäre im Juni beim Barcelona-GP mit einer Wildcard gestartet, hätte die Corona-Pandemie nicht alle Pläne über den Haufen geworfen.

In der Folge mehrten sich Gerüchte, wonach Lorenzo 2021 ein Comeback als Stammfahrer geben könnte. Allerdings nicht bei seinem aktuellen Arbeitgeber, sondern bei Ducati, wo er 2017 und 2018 unter Vertrag stand. Gerüchte, die durchaus eine Basis hatten, wie Lorenzo nun in einem Interview mit 'Autosport' verriert.

"Es war tatsächlich eine Möglichkeit und wäre beinahe passiert", sagte er angesprochen auf die Rückkehr zu Ducati. Die Führungsebene in Borgo Panigale erklärte stets, dass diese Pläne nur auf Seiten von Lorenzo selbst existieren würden und dass man kein Interesse an einer Verpflichtung des Mallorquiners für 2021 habe. Eine Darstellung, die Lorenzo so nicht stehen lassen will.

"Genau so war es nicht. Im Lockdown hat mich Gigi (Motorsportchef Dall'Igna, Anm.) an meinem Geburtstag angerufen. Wir haben über persönliche Dinge gesprochen und am Ende habe ich ihn aus Neugier gefragt, wie es mit der Zukunft des Teams und der Fahrer aussieht. Kurz darauf hat mit Michele Pirro eine Nachricht geschickt - sie war teilweise ernst, teilweise scherzhaft - ob ich nicht Lust hätte, wieder zu Ducati zu kommen. Ich dachte also, dass es ein gewisses Interesse von Ducati gibt und habe darüber nachgedacht, wieder Rennen zu fahren. Vielleicht lag es an den Monaten im Lockdown oder daran, dass ich dieses Siegesgefühl vermisst habe, aber dieser Anruf hat in mir Gedanken über ein Comeback ausgelöst. Wir haben Verhandlungen begonnen, aber umso ernster es wurde, desto mehr Gewicht haben die Faktoren gewonnen, die mich zum Aufhören gezwungen haben", erklärt Lorenzo die spannende Zeit.

Nach mehreren Verletzung in seinem ersten Honda-Jahr trat Lorenzo zurück - Foto: Repsol

Schließlich entschloss er sich für ein 'Nein' zu Ducati: "Nach einigen Tagen Überlegung musste ich Gigi leider absagen. Ich habe mich wirklich schlecht gefühlt und es tut mir jetzt noch leid, dass ich in innerhalb von Ducati in so eine eigenartige Position gebracht habe. Das hätte ich vermeiden können. Wenn ich mir von Anfang an sicher gewesen wäre, dann hätte ich die Verhandlungen nie aufgenommen." Damit hat sich die wohl letzte Möglichkeit auf ein Renncomeback des mittlerweile 33-Jährigen in Luft aufgelöst. "Die Chance, dass es dazu kommt, wird mit jedem Jahr geringer", bestätigt Lorenzo. "Nach dieser schwierigen Entscheidung kann ich wohl sagen, dass meine Rennfahrerkarriere vorbei ist. Ich würde aber gerne in irgendeiner Art und Weise dem Sport treubleiben."

Warum testet Jorge Lorenzo nicht für Yamaha?

Aktuell ist Lorenzo zumindest offiziell ja immer noch MotoGP-Testfahrer bei Yamaha. Nach seinem Comeback beim Wintertest in Sepang war er in dieser Rolle aber nicht mehr zu sehen. Eine Tatsache, die auch bei den Einsatzfahrern Fabio Quartararo und Valentino Rossi zuletzt für Verwunderung sorgte. "Manche Entscheidungen bei Yamaha sind nur schwer zu verstehen", sagte Rossi am Donnerstag in Misano. Lorenzo versucht eine Erklärung: "Yamaha hat mir gesagt, dass das Coronavirus für logistische Probleme bei der Anreise des Personals aus Japan sorgt. Es ist wirklich schade, dass ich dem Projekt meine Erfahrung nicht zur Verfügung stellen kann." Dennoch will er seiner Rolle treubleiben: "Das ist meine Priorität. Ich hoffe, dass mich Yamaha immer noch haben möchte und dass sie ein Test-Team aufbauen wollen, welches das Motorrad verbessern kann. Ich glaube, dass ich viel beitragen kann."


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