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MotoGP Misano: Piloten kritisieren Bodenwellen

Die Strecke in Misano hat einen neuen Asphalt spendiert bekommen. Der Grip ist gut, allerdings bereiten die Bodenwellen den Piloten Kopfzerbrechen.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - In der Saison 2019 klagten die MotoGP-Piloten über Grip-Probleme in Misano. Die Veranstalter an der Adria reagierten auf diese Beschwerden und spendierten der Strecke eine neue Asphaltdecke, bevor das Event in doppelter Ausführung 2020 über die Bühne geht. Über den vielen Grip freuen sich die Piloten zwar, doch jetzt machen ihnen Bodenwellen das Leben noch viel schwerer. Die Beschwerden der MotoGP-Piloten zusammengefasst:

"Wir haben zwar mehr Grip als im letzten Jahr, dafür fühlt es sich jetzt an, als würde man Motocross auf der Strecke fahren", ärgert sich Petronas-Pilot Fabio Quartararo nach dem ersten Trainingstag auf der neu asphaltierten Strecke in Misano. "Bei den vielen Bodenwellen war es schwierig, beim ersten Outing im FP1 überhaupt zurechtzukommen."

Mit dieser Einschätzung steht Quartararo nicht alleine da, andere Piloten finden nur deutlichere Worte für ihre Erfahrungen am ersten Trainingstag. "Ich weiß nicht, was zur Hölle sie mit der Strecke angestellt haben, aber sie haben die Bodenwellen nur noch schlimmer als vorher gemacht", meldet sich Pramac-Pilot Jack Miller wie immer unverblümt zu Wort. "Die Strecke ist sehr wellig und in einem schlechten Zustand, obwohl der neue Asphalt noch kein Jahr alt ist, glaube ich. Ich habe keine Ahnung, wie sie das angestellt haben."

Millers guter Freund Cal Crutchlow, der an diesem Wochenende nach seiner Armpump-Operation ohnehin schon angeschlagen ist, findet keine freundlicheren Worte: "Es ist einfach nur ziemlich, ziemlich schlimm. Die Bodenwellen sind extrem, vor allem am Kurvenausgang von Kurve drei und auf der Gegengeraden. Da fährst du mit über 300 km/h und das Bike wackelt wie verrückt."

Noch präziser als Crutchlow äußert sich Vinales über den Ort und den Zustand der schlimmsten Bodenwellen: "Es sind weniger geworden im Vergleich zum Vorjahr, aber dafür sind sie schlimmer", so der Yamaha-Pilot. "In Kurve drei ist nur eine Bodenwelle, aber die ist sehr aggressiv. Auf der Bremse in Kurve acht ist auch eine Große. Vor allem in den schnellen Kurven bewegt sich das Bike sehr viel."

Die MotoGP-Piloten klagten über schwere Bedingungen in Misano - Foto: MotoGP.com

Herbe Kritik, die der Veranstalter in Misano von den Piloten einstecken muss. Doch die größte Kritik kommt nicht von Miller, Vinales oder Crutchlow, sondern von dessen Teamkollegen Takaaki Nakagami. "Die Bodenwellen sind unglaublich", poltert der Japaner in seinem Debrief. "Wir haben wirklich Probleme, denn sobald man über eine dieser Bodenwellen fährt, fängt das Bike an wie wild zu schütteln. Dann wird es schwierig, sich überhaupt festhalten zu können."

Nakagami wird sogar noch drastischer: "Wir müssen uns wirklich etwas einfallen lassen, denn so wie es jetzt ist, werde ich das Rennen nicht beenden können. Sogar nach zehn Runden bekomme ich schon Armpump und kann mich kaum noch am Bike festhalten. Wir müssen so schnell wie möglich eine Lösung finden."

Neben all der herben Kritik findet beispielsweise Vinales aber auch lobende Worte über die neue Strecke, abgesehen vom erhöhten Grip: "In Kurve neun und zehn sind die Bedingungen jetzt viel besser als im letzten Jahr, in Kurve eins und vier auch. Die Verantwortlichen haben einen tollen Job gemacht, der neue Asphalt ist hervorragend."

Mit dieser Meinung dürfte der Yamaha-Pilot allerdings ziemlich allein auf weiter Flur dastehen, seine Konkurrenten finden vor allem Negatives über den neuen Asphalt zu sagen. Jedoch wird man sich in diesem Jahr wohl mit den Bedingungen engagieren und durch Fahrstil und Setup eine Lösung finden müssen. Eine andere Alternative ist immerhin nicht in Sicht.


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