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MotoGP: Umbau in Spielberg nach Horror-Crash von Kurve drei

Die Verantwortlichen in Spielberg reagieren auf den dramatischen Zwischenfall im ersten MotoGP-Rennen. Kurve drei wurde am Donnerstag neugestaltet.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die dramatische Kollision zwischen Johann Zarco und Franco Morbidelli ist immer noch das große Gesprächsthema im MotoGP-Paddock. Die beiden Fahrer waren ja in Kurve zwei kollidiert, ihre Motorräder hätten daraufhin um ein Haar die bereits in Turn 3 eingebogenen Valentino Rossi und Maverick Vinales getroffen - ein Zwischenfall mit potenziell fatalem Ausgang.

Die Piloten der MotoGP forderten daraufhin Änderungen in diesem Streckenabschnitt, um derart gefährliche Szenen in Zukunft zu verbinden. Die Verantwortlichen in Spielberg erfüllten am Donnerstag diesen Wunsch und führten Umbauarbeiten in Kurve drei durch. Leitplanke, Fangzäune und der davor befindliche Airfence wurden so weit wie möglich in Richtung Kurveninnenseite verlängert, um außer Kontrolle geratene Motorräder zu stoppen.

"Wir haben den Zaun, die Reifenstapel und den Airfence um 12 Meter zur Strecke hin verlängert. Zwischen dem Ende und dem Asphalt liegt nur noch der Grünstreifen. Die Bikes sollten bei einem Sturz also nicht mehr auf die Strecke kommen", erklärte Andy Meklau, Clerk of the Course in Spielberg, am Freitagmorgen bei SeruvsTV. Definitiv ein Schritt in die korrekte Richtung, sind sich die MotoGP-Fahrer einig. "Diese Veränderungen sorgt für mehr Sicherheit", meint der direkt betroffene Valentino Rossi. Restlos glücklich ist er damit aber nicht. "Am vergangenen Wochenende hätten sie im Fall von Zarcos Motorrad geholfen, bei Francos Bike aber auch nicht, denn das ist ja fast auf der Strecke entlang gerutscht."

Eine Einschätzung, die Cal Crutchlow teilt: "Es ist auf jeden Fall sicherer als vergangene Woche, aber sicher ist diese Kurve trotzdem nicht. Sie haben getan, was möglich war. Ich bin jedoch immer noch der Meinung, dass eine größere Veränderung nötig ist. Die können sie aber innerhalb von ein paar Tagen nicht umsetzen."

MotoGP-Analyse: Das Horror-Wochenende in Spielberg: (36:04 Min.)

Gemeint ist eine völlige Änderung des Layouts im Bereich von Kurve zwei und drei. Nach den Vorfällen des vergangenen Wochenendes wurden bereits unterschiedliche Varianten angedacht. Etwa eine flüssige Rechtskurve, die direkt dort beginnen soll, wo sich jetzt Turn 2 befindet. Somit würde man den gefährlichen Richtungswechsel vermeiden. Ein derartiges Layout würde aber wieder andere Probleme erzeugen, wie Crutchlow erklärt: "Wir dürfen aus dieser Kurve nicht schneller rauskommen als jetzt. Wir haben so in Turn 4 schon Bremsprobleme, weil es dort auch stark bergab geht. Was die Bremsen, Reifen und uns Fahrer angeht ist das das absolute Limit. Dort dürfen wir nicht schneller werden."

MotoGP in Spielberg ohne Turn 2?

Eine weitere Option wäre, Turn 2 völlig zu entfernen und mit einer Gerade auf die jetzige Kurve drei zuzufahren. Das wäre aber mit einer Verlegung der Fahrbahn sowie den umliegenden Begrenzungen über eine Länge von mehreren hundert Metern verbunden. "Das ist alles andere als leicht umzusetzen", grübelt Valentino Rossi. "Es wäre auf jeden Fall ein großer Umbau und würde eine Menge Geld kosten."

Maverick Vinales und Cal Crutchlow sprechen sich für eine niedrige Anfahrtsgeschwindigkeit für die gefährliche Passage aus. Ein Wunsch, den man beispielsweise mit dem Einbau einer Schikane auf der Gerade davor erfüllen könnte. Auch das würde freilich massive Bauarbeiten bedeuten.

Am Freitag wollen die Fahrer im Meeting der Safety Commission mit den Sicherheitsberatern Franco Uncini und Loris Capirossi Lösungen für die Zukunft diskutieren. An diesem Wochenende verlässt man sich auf die durchgeführten Änderungen. "Im Rennsport ist alles möglich, dementsprechend kann man gar nie sicher genug sein", weiß auch Meklau. "Am vergangenen Wochenende ist auch etwas passiert, dass wir uns fast nicht vorstellen konnten. Wir haben jetzt alle Maßnahmen getroffen, die in so kurzer Zeit möglich waren und hoffen, dass wir solche Szenen nicht mehr erleben müssen."


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