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MotoGP: Andrea Dovizioso und Ducati trennen sich

Monatelang lagen die Verhandlungen zwischen Ducati und Andrea Dovizioso auf Eis. Nun gab sein Manager bekannt, dass der Vertrag nicht verlängert wird.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Hammer-News aus dem MotoGP-Paddock! Andrea Dovizioso und Ducati trennen sich nach acht gemeinsamen Saisons mit Jahresende. Der Vertrag wird nicht verlängert. Das verriet Doviziosos Manager Simone Battistella am Samstag im Gespräch mit 'Sky Italia'.

"Wir haben Ducati mitgeteilt, dass Andrea keine Intentionen hat, in Zukunft mit Ducati weiterzumachen", sagte Battistella. "Die Umstände für eine weitere Zusammenarbeit stimmen nicht. Andrea ist froh, jetzt eine Entscheidung getroffen zu haben und will sich nun auf die kommenden Rennen konzentrieren."

Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung zogen sich bereits über Monate hin und kamen zuletzt völlig zum Erliegen. Angeblich wollte oder konnte der italienische Hersteller die Bedingungen des Fahrers, etwa in finanzieller Hinsicht, nicht erfüllen. Am Samstag gab es in Spielberg nun ein Meeting zwischen Dovizioso und der Ducati-Führungsebene, in dem Dovizioso und sein Management ihre Entscheidung mitteilten.

"Wir haben uns mit Simone heute hier getroffen und mussten feststellen, dass wir mit Dovi nicht über das Ende des aktuellen Vertrags hinaus weitermachen können", erklärte Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti in einer ersten Stellungnahme. "Ducati und Andrea werden sich nun voll auf den Rest der Saison 2020 konzentrieren, beginnend mit dem Österreich-GP an diesem Wochenende. Unser Ziel ist es, zu den bislang erzielten 13 Rennsiegen weitere hinzuzufügen und zusammen bis zum Ende der Saison um den Weltmeistertitel zu kämpfen."

Vor einem Jahr jubelten Dovizioso und Ducati in Spielberg noch zusammen über den Sieg - Foto: Ducati

Andrea Doviziosos Zukunft unklar

Wie es nun für den Vizeweltmeister der vergangenen drei Jahre weitergeht, ist völlig offen. So gut wie alle Plätze für die MotoGP-Saison 2021 sind bereits vergeben. Lediglich bei Aprilia könnten neben Aleix Espargaro ein Platz frei werden, wenn die Doping-Sperre für Andrea Iannone aufrecht bleibt. Hier galt bislang Cal Crutchlow als aussichtsreichster Kandidat. "Andrea will unbedingt weitermachen, aber im Moment habe ich nichts für ihn parat", musste Dovizioso-Manager Battistella bei 'ServusTV' gestehen.

Ein spannender Kampf wird nun auch um den zweiten Platz im Ducati-Werksteam entbrennen. Jack Miller hat hier ja bereits für 2021 unterschrieben, einige Fahrer würden gerne sein Teamkollege werden. Da wäre zum einen Francesco Bagnaia, der aktuell mit einem Schienbeinbruch außer Gefecht ist, davor aber in Jerez groß aufzeigte. Und natürlich auch Johann Zarco, der mit Platz drei auf der Vorjahres-Ducati zuletzt in Brünn den Sprung aus seiner Krise schaffte. Auch Jorge Lorenzo brachte sich zuletzt immer wieder selbst ins Spiel.

Eine baldige Entscheidung über die Dovizioso-Nachfolge sollte man nicht erwarten. "Wir werden uns jetzt Zeit nehmen und genau überlegen. In den nächsten Wochen werden wir mehr wissen", verriet Teamchef Davide Tardozzi im Gespräch mit MotoGP-Pitlane-Reporter Simon Crafar. Sportdirektor Ciabatti schloss eine Rückkehr Lorenzos nicht aus: "Sein Name ist auf dem Tisch und es könnte passieren."


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