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MotoGP: Yamaha will nach Defekten Motor verändern

Yamaha glaubt, die Ursache für die Motorschäden von Jerez gefunden zu haben. Einem Update der Triebwerke muss aber zuerst die MotoGP-Konkurrenz zustimmen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Trotz zwei Siegen und fünf von sechs möglichen Podiumsplatzierungen verließ Yamaha Jerez mit Sorgenfalten. Denn der erste Austragungsort der MotoGP-Saison 2020 wurde auch zum Schauplatz von gleich drei Motorschäden an der M1. Maverick Vinales erwischte es im Training, Valentino Rossi im ersten und Franco Morbidelli im zweiten Rennen.

Yamaha schickte schon nach dem ersten Rennwochenende in Jerez die beschädigten Motoren von Vinales und Rossi nach Japan, wo sie geöffnet wurden und somit den Fahrern im weiteren Verlauf der Saison nicht mehr zur Verfügung stehen. Das Entwicklungsverbot für Motoren während der Saison erlaubt ja einen derartigen Eingriff nicht.

Wie 'Autosport' berichtet, soll man mittlerweile den Grund für die Motorschäden gefunden haben. Das Problem würde demnach im Bereich der Ventile liegen. Ein Bauteil, das Yamaha aber eben nicht verändern darf. Es sei denn, die fünf anderen MotoGP-Hersteller Honda, Ducati, Suzuki, KTM und Aprilia stimmen einem solchen Update aufgrund von Sicherheitsbedenken zu.

Einen dementsprechenden Antrag brachte Yamaha deshalb am Donnerstag in Spielberg ein. Wie aus dem Fahrerlager zu hören ist, traf diese Vorschlag bei der Konkurrenz auf wenig Begeisterung. Honda, Ducati & Co. wollen die Situation nun genau analysieren und dann eine gemeinsame Entscheidung treffen.

Yamaha muss mit Gegenwind von Honda & Co. rechnen - Foto: LAT Images

Vorerst konnte Yamaha nur insofern reagieren, als dass man die maximale Drehzahl des Reihen-Vierzylinders drosselte. Gerüchte diesbezüglich gab es bereits, Valentino Rossi bestätigte diese am Freitagabend in seiner Medienrunde. "Ja, wir sind mit etwas weniger Drehzahl unterwegs", sagte er. "Hier ist das natürlich besonders hart, denn die Geraden sind sehr lang."

Yamaha drohen Motorenstrafen

Am Rennwochenende in Brünn und nun auch am ersten Tag in Spielberg hatte Yamaha dafür keine Probleme mit der Zuverlässigkeit seiner Motoren. Das war auch dringend nötig, denn den vier Piloten auf einer M1 droht auch so ein Triebwerksengpass gegen Ende der Saison. Morbidelli und Vinales haben bereits alle fünf Motoren eingesetzt und je einen verloren. Rossi hat ebenfalls bereits einen Motor verloren, wie Fabio Quartararo aber nur vier Stück bisher verwendet.

Für jeden zusätzlich gebrauchten Motor muss der betroffene Fahrer im folgenden Rennen aus der Boxengasse starten.


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