MotoGP

MotoGP - Reisefreiheit in Österreich erst bei wirksamer Impfung

Reisen nach und aus Österreich wird es wohl auf lange Zeit nicht geben. Der Spielberg-GP ist damit in großer Gefahr, Ungewissheit gibt es auch bei KTM.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP-Saison 2020 gerät immer stärker ins Wanken. Im Gespräch mit der spanischen Tageszeitung 'La Razon' sprach Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta nun erstmals über die Möglichkeit, 2020 gar keine MotoGP-Rennen zu veranstalten: "Wir müssen darüber nachdenken. Es könnte tatsächlich passieren, aber wir hoffen es natürlich nicht. Gar nicht so sehr wegen unserer Rennen, sondern für die gesamte Menschheit."

Ezpeletas Befürchtungen im Hinblick auf eine Totalabsage der MotoGP-Saison 2020 sind alles andere als unberechtigt. Denn am Sonntag ließ Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz mit Aussagen aufhorchen, die für die Motorrad-Weltmeisterschaft nichts Gutes bedeuten dürften.

Keine Impfung, keine Reisen

"Solange es keine Impfung oder keine wirksamen Medikamente gibt, wird uns diese Krankheit begleiten. So lange wird es auch die Reisefreiheit, wie wir sie gekannt haben, nicht geben", sagte Kurz. "Es wird stark davon abhängen, wie sich die Situation in den unterschiedlichen Ländern entwickelt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in Österreich diese Krankheit besiegen und sie dann fahrlässig aus anderen Ländern wieder importieren. Unser langfristiges Ziel ist, wieder ein Europa der offenen Grenzen zu gewährleisten, das ist klar. Aber in dieser Ausnahmesituation darf man auf keinen Fall voreilig falsche Schritte setzen." Mit einem wirksamen Impfstoff wird aktuell frühestens 2021 gerechnet - zu spät für die geplante MotoGP-Saison.

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Sollten sich die Prognosen des österreichischen Bundeskanzlers bewahrheiten, würde das wohl nicht nur die Absage des für August geplanten Rennwochenendes am Red-Bull-Ring bedeuten. Es könnte das komplette Aus der MotoGP 2020 auslösen. Denn der österreichische Hersteller KTM wäre somit völlig blockiert. Dass man ohne die Truppe aus Mattighofen und Munderfing fährt, scheint sehr unwahrscheinlich.

Spanien und Italien als MotoGP-Sorgenkinder

Außerdem ist davon auszugehen, dass die in Österreich verfolgte Strategie in ähnlicher oder sogar verschärfter Form für andere entscheidende Länder der MotoGP gelten wird. Spanien und Italien sind die beiden großen Player im Paddock. Gerade diese beiden Nationen sind vom Coronavirus besonders stark betroffen. Während in Österreich die Todeszahlen noch gering sind und derzeit ausreichend Intensivbetten zur Verfügung stehen, sind die Gesundheitssystem in Spanien und Italien völlig überlastet. Reiseverbote für diese beiden Nationen würden eine MotoGP-Saison endgültig unmöglich machen.


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