MotoGP

MotoGP: Das sind die Neuheiten in der Saison 2020

Die MotoGP-Saison 2020 steht vor der Tür. Wir erklären, was sich im Vergleich zum Vorjahr bei Fahrern, Kalender und Regeln ändert.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP-Winterpause neigt sich dem Ende zu, am 8. März startet die Königsklasse auf zwei Rädern in Katar ihr erstes Saisonrennen. Zeit, um euch mit den wichtigsten Updates vor dem Start in das MotoGP-Jahr 2020 zu versorgen. In diesen Bereichen gibt es Neuheiten für die bevorstehende Saison:

Sportliches Reglement

Bislang wurde ein Frühstart mit einer Ride-Through-Penalty, also dem einmaligen Durchfahren der Boxengasse, bestraft. 2020 wird diese Strafe durch das Verhängen von zwei Long-Lap-Penaltys ersetzt. Die Long-Lap-Penalty wurde ja im Vorjahr ursprünglich für Vergehen wie das wiederholte Missachten von Track-Limits eingeführt und stellt eine weitere Schleife in einer Kurve jeder Rennstrecke dar. Drei bis fünf Sekunden kostet das einmalige Befahren dieser Schleife im Normalfall, wodurch ein Jumpstart mit sechs bis zehn Sekunden Zeitverlust bestraft wird. Bei der bislang verwendeten Ride-Through-Penalty verloren die Fahrer deutlich mehr Zeit, was als zu harte Strafe für ein vergleichsweise kleines und harmloses Vergehen angesehen wurde.

Technisches Reglement

Aerodynamik: Schon beinahe traditionell stehen die Verkleidungen der MotoGP-Maschinen im Fokus der Regelhüter. 2019 war der sogenannte Aero-Body noch in zwei Teile unterteilt, von denen aber keiner Bereiche wie den Schwungarm abdeckte. Das machte sich Ducati zunutze und sorgte damit bereits beim Saisonauftakt für den ersten großen Skandal inklusive drohender Disqualifikation und wochenlangem Rechtsstreit. Nun werden der vordere Kotflügel, die gesamte Verkleidung und der Schwungarm unter einer Regel zusammengefasst. Nur eine Änderung pro Fahrer ist an diesem Paket im Lauf der Saison erlaubt. Dies gilt für alle Rennwochenenden mit Ausnahme von Phillip Island, wo aufgrund des oft starken Windes und den damit verbundenen Sicherheitsbedenken die Flügel entfernt werden dürfen.

Reifen: Exklusivlieferant Michelin wird für die MotoGP-Saison 2020 einen neuen Hinterreifen an die Rennstrecken bringen. Dieser wurde bei Testfahrten im Vorjahr von den Einsatzpiloten der Königsklasse bereits ausführlich geprüft und für gut befunden. Anfang Januar bestätigte Michelin offiziell die Einführung des neuen Pneus.

Kalender

Neuer Rekordkalender für die MotoGP in der Saison 2020. Erstmals in der Geschichte werden 20 Rennwochenenden ausgetragen. Alle Grands Prix aus dem Vorjahr bleiben erhalten, Finnland kommt neu dazu und trägt auf dem neu geschaffenen KymiRing erstmals seit 1982 wieder einen Motorrad-WM-Lauf aus. Der Finnland-GP wird am 12. Juli über die Bühne gehen und das letzte Rennen vor der Sommerpause sein.

Im Vorjahr wurde am KymiRing bereits getestet - Foto: MotoGP

Einige andere GPs haben neue Plätze im Kalender bekommen. Der Thailand-GP wurde aus dem Oktober in den März verlegt und ist nun das zweite Saisonrennen. Argentinien und der Amerika-GP in Austin haben ihre Plätze im Kalender getauscht. Ebenso die Rennen in Assen und am Sachsenring, der Deutschland-GP geht nun schon am 21. Juni über die Bühne.

Änderungen gibt es auch im Bereich der Testfahrten. Am 15. und 16. Juni sind die Entwicklungsfahrer der sechs Hersteller am KymiRing unterwegs, um Michelin ausreichend Daten für ihre Reifen zu liefern. Den traditionellen Montagstest in Brünn gibt es dafür nicht mehr. Auch die beiden Testtage nach dem Saisonfinale in Valencia werden gestrichen. In der Vorbereitung auf 2021 werden die MotoGP-Piloten damit aller Voraussicht nach nur fünf Testtage (zwei im November in Jerez, drei im Februar in Sepang) zur Verfügung haben. Ausnahmen wird es wohl für Concession-Teams und auch Rookies geben, die bereits in diesem Jahr erstmals am eigentlich nur für Testfahrer gedachten Shakedown wenige Tage vor dem offiziellen Test in Sepang teilnehmen durften.

Fahrerfeld

Drei Rookies darf die MotoGP 2020 willkommen heißen. Alex Marquez ersetzt bei Repsol Honda den zurückgetretenen Jorge Lorenzo und wird damit Teamkollege von Bruder Marc. Brad Binder folgt im KTM-Werksteam Johann Zarco nach, nachdem sich dieser mit dem österreichischen Hersteller auf eine vorzeitige Vertragsauflösung geeinigt hatte. Binders ursprünglich geplanten Platz bei Tech3-KTM nimmt Iker Lecuona ein. Zarco selbst kam bei Avintia Racing unter, wo man Karel Abraham vor die Tür setzte.

MotoGP - Alex Marquez 2020 bei Repsol Honda: Die richtige Wahl?: (25:44 Min.)


Tissot
MotoGP Tickets
Wir suchen Mitarbeiter