MotoGP

MotoGP Motegi - Dovizioso auf Quartararo-Jagd: Wie ein Idiot

Andrea Dovizioso holt in Motegi als Dritter das 100. Podium seiner WM-Karriere. Er weiß, was eine noch bessere Platzierung verhindert hat.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Diese Schlussoffensive hätte ihm fast noch den zweiten Platz im MotoGP-Rennen eingebracht. Doch Andrea Dovizioso fehlte beim Japan-GP möglicherweise eine einzige Runde, um Fabio Quartararo noch einzuholen. "Ich bin am Ende immer schneller geworden. Aber nicht, weil ich die Mappings verstellt habe, sondern weil ich zu viel Risiko gegangen bin. Ich habe wie ein Idiot gebremst und dabei die Front zu oft blockiert", gesteht der Ducati-Pilot nach dem Rennen.

Trotz - oder gerade wegen - dieser riskanten Fahrweise kam Dovizioso in den letzten Runden des japanischen Grand Prix seinem Yamaha-Kontrahenten gefährlich nahe. In der zweiten Rennhälfte, also von Runde 13 bis 24, setzte Dovizioso stets eine schnellere Rundenzeit als Quartararo. Der Franzose kämpfte mit stark abbauenden Reifen. Der Abstand schrumpfte so von knapp 4,6 auf rund 0,4 Sekunden im Ziel zusammen. Dabei musste Ducati-Fahrer Dovizioso zwischenzeitlich noch die Attacken von Maverick Vinales abwehren.

Der Schlussspurt Doviziosos hat aber einen ernsten Hintergrund: Mit der Anfangsphase seines MotoGP-Rennens ist der Italiener nämlich alles andere als zufrieden. "Ich konnte zu Beginn einfach nicht schneller fahren, das müssen wir analysieren. Wir sind einfach nicht schnell, wenn der Grip noch gut ist, und darüber bin ich ein wenig enttäuscht", hadert Dovizioso. So dauerte es bis Runde 14, ehe er einen Weg vorbei an Jack Miller und Franco Morbidelli fand.

Andrea Doviziosos Ducati mit weniger Grip immer besser

Dafür lief es hinten raus immer besser für Dovizioso und seine Ducati GP19. "Als der Grip Runde für Runde nachgelassen hat, wurde mein Motorrad immer besser. Ich konnte besser bremsen und die Rundenzeiten wurden immer schneller. Mit meiner Schlussphase bin ich zufrieden, da waren das Gefühl und die Zeiten gut", erklärt Dovizioso.

So konnte Dovizioso am Ende den 100. Podiumsplatz seiner WM-Karriere einfahren. Eine Marke, der er nicht allzu viel Bedeutung beimisst. "Das ist eine wichtige Zahl, aber wir leben nicht für die Rekorde. Wir wollen gewinnen, das ist der springende Punkt", meint Dovizioso. Doch für einen weiteren Sieg war seine Startphase an diesem Tag einfach nicht gut genug.

Wichtig ist für Dovizioso nun, in den verbleibenden drei Rennen der MotoGP-Saison 2019 seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung zu behaupten. Die Vorzeichen sind günstig, Doviziosos Polster auf die punktgleichen Alex Rins und Maverick Vinales beträgt 55 Zähler. "Wir müssen clever agieren, denn die nächsten Strecken liegen uns nicht so. Wir müssen einfach weiter Punkte holen", gibt Dovizioso die Marschrichtung für die letzten drei Rennen vor. Das sollte auch mit weniger guten Startphasen im Bereich des Möglichen sein.


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