MotoGP

MotoGP: Yamaha will Zarco als Testfahrer - Aus für Folger?

Johann Zarco könnte 2020 ein MotoGP-Comeback als Testfahrer geben. Geht diese Verpflichtung mit dem Aus für Jonas Folger einher?
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Johann Zarco könnte bereits 2020 wieder bei Yamaha landen. Der Franzose kommt für den Job als Testfahrer des japanischen Herstellers in Frage, wie Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis den Kollegen von GPone.com bestätigte.

"Wir sprechen mit Johann über die Möglichkeit eines Testfahrerjobs", sagte Jarvis dem italienischen Fachportal. "Die Sache hat sich als überraschende Möglichkeit ergeben, da er völlig unerwartet frei wurde. Er ist noch immer ein schneller MotoGP-Fahrer."

"Vielleicht ist es für ihn ja interessant, wieder eine Yamaha zu testen. Man muss aber noch abwarten, denn wenn er könnte, würde er lieber Rennen fahren", führte Jarvis aus. Und das wäre bei Yamaha 2020 nicht möglich, da im Werksteam Valentino Rossi und Maverick Vinales gesetzt sind und das Kunden-Team Petronas mit Fabio Quartararo und Franco Morbidelli ebenfalls besetzt ist.

Da es - außer Zarcos verwaister KTM - aktuell keine verfügbaren MotoGP-Bikes für die kommende Saison gibt, könnte die Testfahrer-Option für den Franzosen zum attraktivsten Angebot werden. Zarco holte in seinen beiden Jahren beim Yamaha-Kundenteam Tech3 vier Pole Positions, sechs Podestplätze und belegte in der WM zweimal den 6. Rang. Jarvis hält daher noch immer große Stücke auf ihn.

Schlechte Nachrichten für Jonas Folger

Sollte Zarco sich mit Yamaha einigen können, wäre Jonas Folger seinen Job als Yamaha-Testfahrer nach nur einer Saison wieder los. Für Jarvis ist der Deutsche nur die zweite Wahl: "Wenn das mit Zarco nichts wird, könnten wir womöglich auch mit Jonas weitermachen."

Folger werden Ambitionen auf ein Moto2-Comeback nachgesagt, doch dort sind nur noch sieben Plätze für 2020 unbesetzt, von denen einige bevorzugt an Fahrer mit finanzieller Mitgift gehen werden. So hat etwa das Angel Nieto Team ein Motorrad für mehr als eine halbe Million Euro pro Jahr feilgeboten.

Jarvis traut Folger den Sprung zurück zum Stammfahrer daher kaum zu: "Seine Moto2-Ergebnisse in diesem Jahr waren nicht gerade herausragend. Es ist nicht einfach, in der Moto2 einen Job zu finden. Noch schwieriger ist es, wieder zu gewinnen."

Folger bestritt in der laufenden Saison insgesamt fünf Rennen als Ersatzfahrer, bliebt dabei aber jeweils ohne Punkte. Zuvor hatte er zwischen 2014 und 2016 in der Moto2 drei Siege und acht weitere Podestplätze geholt.

Eine Entscheidung im Job-Poker bei Yamaha soll laut jarvis in den kommenden Wochen fallen. Dass man Folger und Zarco verpflichten könnte, ist unwahrscheinlich, da man mit Katsuyuki Nakasuga bereits einen Testfahrer in Japan hat und für die Test-Mannschaft in Europa lediglich einen Piloten benötigt.


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