Die jüngsten MotoGP-Wochenenden verliefen für KTM mehr als unangenehm. Im Rennen von Barcelona gab es gleich an drei Motorrädern technische Probleme: Brad Binder hatte schon am Start mit der Kupplung zu kämpfen, Enea Bastianini rollte später aus und schließlich sorgte ein Defekt an Pedro Acostas RC16 für den dramatischen Auffahrunfall mit Alex Marquez.
KTM-Motorsport Pit Beirer spricht Klartext: Ein Desaster!
Auch am Trainingsfreitag zum Italien-GP lief es nicht besser. Brad Binder kam gleich zwei Mal ungewollt zum Stillstand - Defekt Nummer vier und fünf also in den letzten drei MotoGP-Sessions. Eine Pannenserie, wie man sie aus der modernen MotoGP eigentlich nicht kennt. Motorsport-Magazin.com ging der Sache auf den Grund und traf sich am Samstagmorgen im Fahrerlager von Mugello mit KTM-Motorsportchef Pit Beirer.
Beirer, bekannt für seine direkte und ehrliche Art, machte dabei keinen Hehl aus dem Ernst der Lage: "Wir machen uns da definitiv Sorgen. Technische Probleme in einer so kurzen Zeit mit einer derartigen Häufigkeit haben wir bei KTM noch nie erlebt. Es waren auch drei völlig verschiedene Probleme, in die wir da geraten sind. Das hat uns wie eine eiskalte Dusche erwischt. Technische Defekte wie am Freitag hier bei Brad wird es in MotoGP leider immer geben. Drei unterschiedliche Defekte in einer so kurzen Zeit zu erleben ist aber ein Desaster für uns."
Dramatischer Acosta-Crash: Auslöser weiterhin unklar
Mysteriös bleibt dabei das Gebrechen an Acostas Motorrad in Barcelona, wie Beirer verrät. "Im Fall von Pedro war es ein elektronisches Problem, das aktuell aber noch genau analysiert werden muss. Da befinden wir uns zusammen mit der MotoGP auf Ursachenforschung. Nachdem hier aber auch einige Partner von uns involviert sind, wollen wir nicht genauer darüber sprechen, bevor wir kein endgültiges Urteil haben. Es geht auch nicht darum, einen Schuldigen zu finden. Es geht darum, die genauen Gründe und anschließend Lösungen zu finden. Wir konnten den Fehler bereits simulieren und Maßnahmen dagegen treffen, aber wir konnten noch nicht klären, warum das passiert ist. Da haben wir noch Aufklärungsarbeit zu leisten."
Generell tappt man bei KTM in der Erörterung der Defekte aktuell noch etwas im Dunkeln. "Alle Teile, die wir jetzt haben, sind neu. Wir haben alle Vorkehrungen getroffen. Die Motoren sind ohnehin seit dem ersten Rennen 2025 homologiert. Sie bestehen seither also nachweislich aus den gleichen Teilen. Deshalb gibt es eigentlich keinen Grund, warum solche Teile jetzt auf einmal Probleme machen sollten", rätselt Pit Beirer. Die unmittelbare Vorgehensweise liegt somit auf der Hand: "Wir können aktuell nichts anderes machen als die neuestmöglichen Materialien zu verwenden und in Ruhe weiterzuarbeiten."
Eine eher emotionale Niederlage musste KTM am Samstagmorgen in Mugello hinnehmen. Den seit drei Jahren gehaltenen MotoGP-Topspeed-Rekord verlor man an Aprilia:



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