MotoGP

Honda-Manager Alberto Puig: Lorenzos Problem ist sein Wille

Honda-Teammanager Alberto Puig glaubt nicht, dass Jorge Lorenzos Probleme mit der Honda an seiner Technik liegen, sondern vielmehr an seinem Willen.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Ohne Frage geht Jorge Lorenzo aktuell durch die wohl schwerste Phase seiner Karriere. Die erste Saison als Honda-Pilot ist bisher ein regelrechter Alptraum. In keinem Rennen des Jahres schaffte es Lorenzo in die Top-10. Honda-Teammanager Alberto Puig glaubt aber, dass das nicht an Lorenzos Fahrstil, sondern an seinem Willen liegt.

"Für Jorge ist es, als würde er noch einmal ganz von vorne beginnen", erklärt Puig gegenüber dem offiziellen MotoGP-Podcast. "Aber er muss es wollen und motiviert sein. Er muss gewillt sein, Risiken einzugehen und akzeptieren, dass man sich in diesem Sport eben verletzen kann." Puig vergleicht Lorenzos Position weiter mit der eines Boxers, der in den Ring steigt - ebenso wissend, dass Verletzungen niemals auszuschließen sein werden.

An seiner Überzeugung, dass Lorenzo zurzeit nicht gewillt ist, diesen letzten Meter zu gehen, lässt Puig keinen Zweifel: "Ich denke nicht, dass Lorenzos Problem seine Technik ist, sondern sein Mut und sein Wille."

Puig richtet damit deutliche Worte an seinen Fahrer. Diese unverblümte Kritik bedeutet aber nicht, dass es in Puigs Augen keine Hoffnung mehr für Lorenzo bei Honda gibt. Denn trotz der vielen Gerüchte, der Spanier würde seinen Zwei-Jahres-Vertrag mit dem japanischen Hersteller nicht erfüllen und bereits nach einem Jahr in ein anderes Team wechseln, hielt Honda an Lorenzo fest. Das hat sich auch jetzt nicht geändert.

Jorge Lorenzo bleibt auch 2020 bei Repsol Honda - Foto: Repsol

"Wenn er sich dazu entschieden hätte, den Vertrag für das zweite Jahr zu brechen, wäre das etwas gewesen ,was wir nicht gewollt hätten", sagt Puig. "Wir sind momentan nicht in der Situation, um ihn zu ersetzen und haben uns auch keine Gedanken über einen möglichen Ersatz gemacht."

Eine zumindest theoretische Möglichkeit wäre Johann Zarco gewesen, der, nachdem er seinen Vertrag mit KTM vorzeitig beendete, aktuell nach einem Motorrad für 2020 sucht. "Wir haben ihm ein Bike (für 2019) angeboten und er hat es abgelehnt ", erklärt Puig die Situation rund um Zarco und Honda. "Jetzt denken wir nicht an ihn, denn unser Fahrer ist Lorenzo."

Wo Puig deutliche Worte der Kritik an Lorenzo findet, räumt er aber ebenso jeglichen Zweifel über den Rückhalt des mehrfachen MotoGP-Champions im Honda-Team aus dem Weg. "Wir würden ihn gerne so schnell wie damals auf der Yamaha sehen, das wäre ein Traum", so Puig.


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