MotoGP

MotoGP Silverstone - Rossi: Musste Drecksarbeit machen

Valentino Rossi zog Marc Marquez im MotoGP-Qualifying zur Pole Position. Ärgerlich für den Yamaha-Star, doch ihm fehlte es an Alternativen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Das MotoGP-Qualifying von Silverstone war ein echter Leckerbissen. Marc Marquez, Valentino Rossi und Jack Miller lieferten sich eine taktische Schlacht und machten sich am Ende, nur durch wenige Meter auf der Strecke getrennt, die Pole Position untereinander aus. Marquez hatte das beste Ende für sich, Rossi holte P2, Miller startet von Rang drei.

Doch wie war es überhaupt zu diesem Showdown gekommen? Marquez war nach dem ersten von zwei Runs in Q2 bereits gut platziert, ebenso wie Miller. Sie lagen auf den Rängen zwei und drei. Rossi hingegen hatte den ersten Run verpatzt, war nur auf P11 klassiert. Der Yamaha-Pilot musste also im zweiten Versuch Gas geben, während Marquez und Miller abwarten konnten.

Das Trio verließ, in der Reihenfolge Miller-Marquez-Rossi fast zeitgleich die Box. Rossi versuchte zunächst noch alles, um eine einsame Runde drehen zu können, gab die Hoffnung aber bald auf. "Als ich gesehen habe, dass Marc da ist, war mir schnell klar, was passieren wird. Er hatte ja schon eine schnelle Runde, also wäre er wohl kaum vorausgefahren. Er hätte bis zum Abendessen auf mich gewartet."

Rossi muss abliefern

Rossi erkannte die Situation und setzte sich vor Marquez und Miller an die Spitze der Gruppe, welche die Ziellinie gerade noch rechtzeitig für eine letzte Attacke überfuhr. Rossis Zeit von 1:58.596 Minuten bedeutete die provisorische Pole Position, allerdings nur für wenige Sekunden. Denn dann war Marquez noch einmal um 0,428 Sekunden schneller. "Ich musste die Drecksarbeit machen", lachte Rossi im Parc ferme. "Es war aber meine einzige Chance, deshalb habe ich es einfach versucht. Zum Glück ist mir eine super Runde gelungen, mit der ich sehr zufrieden bin."

Erstmals seit Austin steht Rossi wieder in Reihe eins - Foto: Repsol

Marquez machte keinen Hehl daraus, dass er nicht vorausfahren wollte. "Als ich gesehen habe, dass ich so viele starke Fahrer hinter mir herziehen würde, war mir die Pole Position egal. Ich wollte nur in die erste Reihe. Mir war klar, dass mich Jack und Vale schlagen würden, wenn sie mir hinterherfahren. Also habe ich gewartet, denn ich wusste, dass jemand pushen muss. Ich musste es nicht, denn ich hatte bereits eine gute Runde. Am Ende war das die perfekte Strategie, um die Pole Position zu holen."

Miller wiederum orientierte sich in erster Linie an Marquez. "Marc will immer auf der Pole stehen. Er will nicht Zweiter sein. Ich wusste, dass er noch eine schnelle Runde fahren wird. Also habe ich gewartet und mich dann an sein Heck gehängt. Marc als Referenz zu haben, hat mir sehr geholfen", gestand Miller.


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