MotoGP

MotoGP-Blog: Auf zum Sachsenring!

Es weht ein neuer Wind am Sachsenring und der ADAC macht es seinen Kritikern nicht leicht. Nun sind die MotoGP-Fans selbst in der Pflicht.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Was mussten die deutschen MotoGP-Fans in den vergangenen Jahren um "ihr" Rennen bangen. In einem Gerangel zwischen Ausrichter SRM und Dorna-Vertragspartner ADAC schien der Fixplatz des Traditionskurses im Rennkalender zu zerbersten. Doch 2019 ist alles plötzlich anders.

Die SRM GmbH ist raus und der ADAC ist nun auch als Ausrichter am Ruder. Dadurch weht ein frischer Wind durch die beiden Paddocks des Rings, der sich bereits am Freitag klar zeigte: Ausgebautes Rahmenprogramm, teils verbilligte Ticketpreise, neue Sponsoren für das Event und für uns Journalisten zum ersten Mal Gratis-Internet und Verpflegung im Media Center. Man merkt sofort: Der ADAC will, dass dieses Event ein Erfolg wird und gibt sich dabei alle Mühe.

Gerüchteköchen, die nicht müde werden, einen Umzug des Rennens in den Westen herbeizuschreiben, spuckte ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk schon im Vorfeld in die Suppe, indem er in er auflagenstarken "Bild" bekanntgab, dass das MotoGP-Rennen bis 2021 auf dem Sachsenring bleiben wird. Eine klar versöhnliche Geste, nachdem Tomczyk in den vergangenen Jahren einige Male die Rute ins Fenster des Sachsenrings stellte.

Die MotoGP-Fans am Zug

Nun sind aber auch die deutschen MotoGP-Fans am Zug, denn einerseits sollte das Event zumindest mit der berühmten "roten Null" abschließen, anderseits braucht der ADAC auch Rückendeckung für die Verhandlungen mit der Dorna über die Zukunft des deutschen Grand Prix über 2021 hinaus. Und 200.000+ Fans wären ein nicht zu verachtendes Argument für einen Verbleib im Rennkalender.

Der Druck auf fast alle europäischen Veranstalter ist groß: Die MotoGP boomt und unzählige Strecken bzw. Länder drängen in den Rennkalender. In Indonesien oder Mexiko sitzt die Kohle für Motorsport-Events etwas lockerer als in Deutschland - sowohl der öffentlichen Hand, als auch der Privatwirtschaft. Mittelfristig werden zwölf Rennen in Europa kaum zu halten sein, falls die Dorna den Rennkalender nicht ins Unendliche aufbläst.

Somit geht es für jede der aktuellen Strecken in den kommenden Jahren auch ums Überleben, bloße Tradition ist dabei kein schlagkräftiges Argument mehr. Der ADAC gibt sich bei seinem Debüt jedenfalls alle Mühe: Kein einziges Ticket wurde im Vergleich zum Vorjahr teurer, viele sogar billiger. Das Wetter wird an diesem Wochenende prächtig und die Fußball-WM kann für Couch Potatoes ebenfalls nicht mehr als Ausrede herhalten, auf einen Sachsenring-Besuch zu verzichten.

Rennfan kann nicht meckern

Am Sonntag gibt es mit MotoE, Moto3, Moto2, MotoGP, Red Bull Rookies Cup und ADAC Junior Cup sechs vollwertige Rennen binnen sieben Stunden zu sehen. Motorsport-Unterhaltung geht kaum besser. Zum Drüberstreuen gibt es den Red Bull Rennzirkus und unzählige Events in der Karthalle und am Ankerberg für alle, denen auch das Feiern nicht zu kurz kommen soll.

Damit liegt es nun ganz in den Händen der Fans, das MotoGP-Wochenende am Sachsenring zu einem vollen Erfolg werden zu lassen. In diesem Sinne bleibt mir vor den beiden entscheidenden Tagen nur zu sagen: Auf zum Sachsenring! Tickets sind noch erhältlich und können noch bis Sonntag erworben werden. Wer nicht kommt, darf hinterher auch nicht meckern, wenn das Rennen von der Dorna irgendwann in ein anderes Land verlegt wird.


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