MotoGP

MotoGP: Keine Strafe für Lorenzo nach Barcelona-Karambolage

Die von Jorge Lorenzo ausgelöste Massenkarambolage bleibt ohne Konsequenz für den MotoGP-Star. Zwei Unfallgegner hatten eine Strafe gefordert.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Jorge Lorenzo wird von den FIM-Stewards für das Auslösen der Massenkarambolage im MotoGP-Rennen in Barcelona nicht bestraft. Der Vorfall lag zwar bei den Regelhütern, die sich allerdings gegen eine Strafe entschieden.

Lorenzo hatte in der zweiten Runde des Rennens in der zehnten Kurve die Kontrolle über seine Honda verloren und war gestürzt. Da er auf der Innenbahn zu Sturz kam, räumte sein Motorrad Andrea Dovizioso und Maverick Vinales auf der Außenbahn der Kurve ab. Der nachkommende Valentino Rossi konnte nicht mehr ausweichen und wurde ebenfalls von der Strecke gekegelt.

Vinales und Dovizioso forderten in ihren Pressekonferenzen nach dem Rennen eine Bestrafung Lorenzos, während Rossi davon absah. "Das ist Racing, so etwas passiert eben manchmal", meinte der 40-Jährige mit der Erfahrung von 390 WM-Rennen.

Strafen für andere Fahrer

Für andere Crashes an diesem Sonntag gab es allerdings Strafen: So muss Can Öncü im kommenden Moto3-Rennen in der Startaufstellung sechs Plätze nach hinten, weil er in der 4. Runde in Barcelona drei Gegner abräumte.

Auch Gabriel Rodrigo wird um sechs Plätze rückversetzt, weil er in der 20. Runde des Moto3-Rennens mit seinen Konkurrenten Darryn Binder kollidierte. In der MotoGP gab es eine Grid-Penalty gegen Bradley Smith, der in der ersten Runde in seinen Teamkollegen Aleix Espargaro knallte und diesen dabei sogar am Knie verletzte.

All diese Bestrafungen erfolgten nach Punkt 1.21.2 des Sportlichen Reglements der MotoGP. Dort heißt es: "Fahrer müssen in verantwortungsvoller Manier fahren, die keine Gefahr für andere Teilnehmer darstellt, sowohl auf der Strecke, als auch der Boxengasse. Jeder Verstoß gegen diese Regel kann von den FIM MotoGP Stewards bestraft werden."

Bestrafung nicht zwingend vorgeschrieben

Die Formulierung dieses Paragrafen schreibt eine Bestrafung also nicht zwingend vor, die Stewards "können" (im Original: may be penalised) bestrafen. Für andere Tatbestände, wie zum Beispiel dem Missachten von Flaggen/1.21.1, das Überschreiten von Track Limits/1.21.3 oder das Nachtanken im Rennen/1.21.8, sind Strafen hingegen zwingend vorgesehen (im Original: will be penalised).

Die drei FIM-Stewards, in Barcelona waren das die beiden US-Amerikaner Freddie Spencer (dreifacher Motorrad-Weltmeister) und Bill Cumbow sowie der Deutsche Ralph Bonhorst, hatten vom Reglement also Spielraum, den sie in diesem Fall im Sinne Lorenzos auslegten. Somit ist die Massenkarambolage offiziell als normaler Rennunfall deklariert.


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