MotoGP

Marc Marquez: Das rät er der nächsten MotoGP-Generation

Marc Marquez wird vom jungen Wilden zum gejagten Routinier. In Jerez musste er die nächste Generation in Schach halten und hatte einen Rat für sie.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Gehört Marc Marquez bereits zum alten Eisen? Man könnte nach dem MotoGP-Wochenende von Jerez beinahe den Anschein haben. Denn sowohl in der ersten Startreihe, als auch auf dem Podest am Sonntag war er jeweils der jüngste Fahrer.

In der darauffolgenden Pressekonferenz wurde Marquez darauf angesprochen und nahm es mit Humor. "Ich bin erst 26, das ist noch jung!", stellte er mit einem breiten Grinsen klar. "Aber ihr habt schon Recht: Fabio ist erst 20, Vinales und Rins sind auch jünger als ich. Schritt für Schritt kommen nun junge Fahrer nach. Das ist der natürliche Lauf der Dinge."

Marquez ist Alters-Rekord los

Diese Aussage folgte nur 24 Stunden nachdem Marc Marquez seinen Rekord als jüngster Polesitter der MotoGP-Geschichte an Fabio Quartararo verloren hatte. Im Rennen zeigte der 26-jährige Marquez der jungen wie der alten Konkurrenz aber, wer der Chef im Ring ist. Wie schon in Argentinien feierte er einen ungefährdeten Start/Ziel-Sieg.

Doch mittlerweile sind acht der 21 Gegner jünger als er. Angefangen von Miguel Oliveira, Franco Morbidelli und Jack Miller (jeweils 24) über Alex Rins (23) bis hin zu Francesco Bagnaia (22), Joan Mir (21) und eben Quartararo (20). "Es werden sich auch welche kommen, die mich irgendwann besiegen und mit denen ich um die WM kämpfen muss", analysierte Marquez. "Ich werde dann versuchen, von ihnen zu lernen, weil sie sicherlich etwas Neues in die Meisterschaft einbringen werden."

Ein Rat von Valentino Rossi

Einer, der sich seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich auf nachkommende Wunderkinder einstellt, ist Valentino Rossi: Im Alter von 40 Jahren hat er unzählige Veränderungen durchgemacht, ist aber noch immer mitten in der Weltspitze. "Als ich in der 500ccm-Klasse angekommen bin, war ich 20 Jahre alt und meine Gegner 32 oder 33. Jetzt ist es seit vielen Jahren umgekehrt", erklärte Rossi in Jerez.

"Das Wichtigste ist, dass man von den positiven Seiten der Jungen lernt, denn normalerweise sind sie stärker als die Älteren. Man muss ruhig bleiben und diese Herausforderung annehmen. Aber eigentlich ist es gut für die Motivation", führte Rossi aus. An Motivation mangelt es Marquez sicher noch nicht, steht er doch erst in seiner siebenten Saison in der Königsklasse.

Marquez mahnt Jugend zur Vorsicht

Die Altersfrage nutzte er bei der Pressekonferenz aber auch für eine Mahnung an alle Motorrad-Talente: "Heutzutage wollen alle jungen Fahrer so schnell wie möglich in die MotoGP-Klasse aufsteigen. Viele besitzen das nötige Talent dazu und fahren dann tatsächlich in sehr jungen Jahren hier. Auch ich war bei meinem Debüt sehr jung, bin aber immer erst dann eine Klasse aufgestiegen, wenn ich zuvor Weltmeister wurde. Denn nur dann bist du hundertprozentig bereit dafür."

"Aktuell steigst du in die MotoGP auf und holst dir erst dort die nötige Erfahrung", sagte Marquez. "Das ist natürlich mit einigen Risiken verbunden und falls man nicht schnell genug lernt, kann man rasch wieder weg vom Fenster sein." Zuletzt stieg etwa Joan Mir nach nur einem Jahr in der Moto2 in die MotoGP auf, vor ihm wählte auch Maverick Vinales diesen Weg. Jack Miller wurde von Honda gleich direkt aus der Moto3 in die Königsklasse hochgezogen.

Ob einer davon zum großen Gegenspieler von Marc Marquez aufsteigen kann? Noch ist er der König der MotoGP. Er ist ja schließlich auch erst 26 Jahre alt.


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