MotoGP

MotoGP - Andrea Dovizioso: Warum er nach Restart überlegen war

Vor dem Abbruch im Valencia-GP musste Andrea Dovizioso hart gegen Alex Rins und Valentino Rossi kämpfen, nach dem Restart dominierte er. Er erklärt warum.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Nach den 13 Runden bis zum Abbruch des MotoGP-Rennens von Valencia lag Andrea Dovizioso 0,7 Sekunden hinter Alex Rins, in den 14 Runden nach dem Restart fuhr er bei ähnlichen Bedingungen zwischenzeitlich fast sechs Sekunden Vorsprung auf den Suzuki-Piloten heraus und gewann souverän.

Eine verblüffende Steigerung, die aber wenig mit Doviziosos Performance auf der Strecke zu tun hatte, sondern viel mehr mit perfekter Arbeit in der Ducati-Box. Da verzichtete man nämlich im Warm Up am Sonntagmorgen darauf, neue Regenreifen zu verwenden. Somit konnte Dovizioso für den Restart neue Michelin-Pneus aufziehen, während seine Verfolger Rins und Valentino Rossi auf gebrauchte Gummis - entweder aus der ersten Rennhälfte oder dem Warm Up - setzen mussten.

"Das war der Grund für unseren Sieg", ist Dovizioso überzeugt. Das und eine kleine Änderung am Setup der Ducati Desmosedici GP18, die man ebenfalls in der kurzen Pause zwischen Abbruch und Restart vorgenommen hatte. "Valentino war im ersten Rennen viel stärker beim Bremsen und am Kurveneingang. Also haben wir etwas gemacht, so dass ich härter bremsen konnte. Das hat zusammen mit dem neuen Reifen super funktioniert", erklärt Dovizioso.

Dovizioso gesteht: Rins zunächst zu schnell

Somit war das zweite Rennen für Dovizioso kein Vergleich zum ersten: "Im ersten Rennen war Alex in der Startphase zu schnell für mich. Um mithalten zu können, hätte ich ein großes Risiko eingehen müssen und ich habe mich dagegen entschieden. Als der Regen dann stärker geworden ist, war ich schneller als er. Valentino war aber noch einmal viel schneller als ich und ist mir rasant nähergekommen. Es war extrem schwierig, bei diesen Streckenbedingungen auch noch auf Alex und Valentino zu achten. Ich war einfach nur froh, dass ich beim Abbruch noch auf dem Motorrad war, denn in den letzten Runden war es fast unmöglich zu fahren."

Dovizioso signalisierte nach 14 Runden, dass die Strecke nicht mehr fahrbar war - Foto: LAT Images

Tatsächlich waren nur 13 Fahrer vor dem Abbruch nicht gestürzt. Pol Espargaro, Smith und Pirro konnten trotz Crashes beim Restart antreten. Und da machte Dovizioso dann mit seinen Gegnern kurzen Prozess, übernahm schon in der zweiten Runde die Führung und fuhr auf und davon. "Ich wollte Alex aufhalten, weil ich befürchtet habe, dass wieder dasselbe passiert wie im ersten Rennen", erklärt Dovizioso seine Angst vor eine Flucht Rins'. "Nach zwei Runden habe ich aber schon gemerkt, dass ich schneller und die anderen Fahrer langsamer waren. Mit den gebrauchten Reifen konnten mir Alex und Valentino nicht folgen."

So feierte Dovizioso bei seinem 17. Start in Valencia den allerersten Sieg. Es war auch der erste für Ducati beim traditionellen Saisonfinale seit Casey Stoner 2008. "Die Saison so zu beenden und in Valencia zu gewinnen, ist eigenartig für mich, aber ein tolles Gefühl", stellte Dovizioso zufrieden fest.


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