MotoGP

Marc Marquez sicher: In Aragon mit Risiko zum Sieg

Marc Marquez meldete sich in Aragon zurück auf dem obersten Treppchen der MotoGP. So analysierte er seinen zweiten Heimsieg der Saison.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez hat zum dritten Mal in Folge das MotoGP-Rennen in Aragon gewonnen. Nach einem harten Kampf mit Andrea Dovizioso, in dem die Führung mehrfach wechselte, setzte sich der Weltmeister dank einer starken Schlussphase durch.

"Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, denn ich bin schon lange nicht mehr ganz oben gestanden", sagte Marquez in der Pressekonferenz nach dem Rennen. Lange nicht mehr ganz oben gestanden - das bedeutet in der Welt der MotoGP-Champions exakt drei Rennen ohne vollen Erfolg. "Ich wusste aber, dass ich hier gute Chancen habe."

Marquez pokert richtig

Marc Marquez wusste schon vor dem Rennstart, dass Andrea Dovizioso an diesem Tag eine harte Nuss werden sollte. Der Ducati-Pilot war in drei von vier Trainings schneller als Marquez gewesen und hatte ihn im Qualifying besiegt. "Ich war das ganze Wochenende schnell hier, aber Dovi war noch schneller", analysierte er.

Daher ließ Marquez sich am Sonntag auf einen Reifenpoker ein, der selbst in der Honda-Box zu einer hitzigen Debatte führte. Denn Marquez wollte unbedingt mit dem weichen Hinterreifen fahren, den er zuvor in Aragon nicht unter den heißen Bedingungen der Nachmittagssonne eingesetzt hatte. Erst in der Startaufstellung wechselte er vom harten zum weichen Hinterreifen.

"Ich bin heute Morgen aufgewacht und habe mir gesagt: Heute nehme ich Risiko. Dann hatte ich im Warmup einen Crash und prompt gingen in der Box Diskussionen bezüglich des Hinterreifens los", führte Marquez aus. "Ich habe ihnen aber versichert, dass ich den Reifen über die Distanz bringen kann. Denn das war meine einzige Chance, Dovi zu besiegen."

Starkes Duell mit Dovizioso

Dessen Ducati war auf dem harten Hinterreifen unterwegs, der gegen Ende ein wenig abbaute, wie Marquez im Rennen bemerkte: "Ich habe gesehen, dass er mehr gerutscht ist als sonst. Da habe ich mir gesagt: Jetzt musst du pushen. Danach entbrannte ein großartiger Kampf am Limit - aber mit dem nötigen Respekt."

Kurve zwölf, in der bereits Brad Binder das entscheidende Manöver im Moto2-Rennen gesetzt hatte, wurde zu Marquez' Lieblingsstelle für eine Attacke. Dovizioso ließ dich dort zunächst überrumpeln, konnte aber die Spitze zurückerobern und machte in dieser Kurve ab sofort die Schotten dicht.

Marquez musste in der Schlussphase umdisponieren und sich andere Stellen für seine Angriffe suchen. "Zunächst hatte ich in den Kurven 10 und 12 einen guten Drive. Aber Dovi hat das erkannt und dort sehr gut verteidigt. Dann habe ich in anderen Passagen Druck gemacht. In Turn 14 wurde es am engsten, als wir uns berührt haben und dann plötzlich auch Iannone zwischen und aufgetaucht ist."

Entscheidung in Motegi?

Das passierte in der fünftletzten Runde und war für Marquez der finale Warnschuss. Eineinhalb Runden später ging er in der ersten Kurve an Dovizioso vorbei und ließ danach nichts mehr anbrennen. Mit der unbändigen Entschlossenheit fuhr er somit seinen sechsten Saisonsieg ein und zog in der WM-Wertung fünf Rennen vor Schluss auf 72 Punkte davon.

Eine Titelentscheidung ist zwar frühestens in Motegi möglich, aber Marquez reichen im Finale nun vier fünfte und ein sechster Platz zum sicheren Gewinn seines sechsten MotoGP-Titels. "Es ist noch nicht zu Ende, aber ich kann mir jetzt ein paar Fehler erlauben."


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