MotoGP

Technik-Check: Das testeten die MotoGP-Teams in Brünn

Marc Marquez war beim MotoGP-Test in Brünn der schnellste Fahrer. Er hatte aber auch jede Menge Updates an seinen Honda-Bikes.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Stressige Wochen in der MotoGP: Unmittelbar nach dem Tschechien-GP testeten die Teams am Montag in Brünn vor ihrer Weiterreise nach Spielberg. Insgesamt waren 20 Fahrer am Start, nachdem Stefan Bradl und Maverick Vinales kurzfristig verzichtet hatten.

Der verletzte Pol Espargaro fehlte ebenso wie das Angel Nieto Team (Bautista & Abraham) und Avintia (Rabat & Simeon). Die Bestzeit holte Marc Marquez, der nur drei Hundertstel hinter der Trainingsbestzeit vom Wochenende zurückblieb.

Die Bestzeiten beim Test

In den ersten Stunden dominierte Ducati das Klassement mit mittleren 1:55er-Zeiten. Damit war man bei kühleren Temperaturen schneller als im Renntrimm am Sonntag. Am frühen Nachmittag übernahm Dani Pedrosa die Spitze, doch er wurde kurz vor Schluss noch von Johann Zarco und Marc Marquez abgefangen. Der markierte in 1:55,209 Minuten die Bestzeit.

Elf Fahrer landeten innerhalb einer Sekunde Abstand: Hinter Pedrosa waren das Dovizioso, Lorenzo, Crutchlow, Rossi, Petrucci, Rins, Syahrin und Iannone. Tom Lüthi belegte mit 1,8 Sekunden Rückstand den 18. Rang.

Die Zwischenfälle in Brünn

Aleix Espargaro crashte seine Aprilia nach wenigen Stunden, auch Andrea Iannone musste nach einem Sturz früh abbrechen. Jack Miller musste seine Ducati mit einem Defekt abstellen und danach den Test nach nur 13 Runden aufgeben, da das zweite Bike bereits den Motor für Spielberg eingebaut hatte.

Technik-Check

Am offensichtlichsten waren die Neuerungen bei Honda. Marc Marquez hatte neben seiner Einsatzmaschinen vom Wochenende zwei weitere Prototypen zur Verfügung. Eines mit komplett modifiziertem Verkleidungskonzept, das zweite mit einer neuen Heckpartie. An ersterem schraubten die Honda-Mechaniker in der Box nur versteckt hinter Stellwänden. Es könnte sich dabei also bereits um die Ausgangsbasis für das nächstjährige Motorrad handeln.

Auch Suzuki hatte ein Basismodell für 2019 am Start, zudem experimentierten die Japaner erneut mit einem teilweise aus Karbon bestehenden Chassis. Aprilia hatte bei Aleix Espargaro eine Karbonschwinge im Einsatz, doch nach einem Crash musste der Spanier bereits nach nur 26 Runden abstellen. Für Scott Redding hatte Aprilia einen neuen Tank und einen neuen Sitz bereit. Bei Ducati gab es wieder einmal Aero-Vergleichsfahrten mit unterschiedlichen Winglet-Kombinationen.

KTM brachte bereits zum Rennwochenende den lange ersehnten neuen Motor, den Bradley Smith am Freitag und Samstag in allen Sessions einsetzte, aber am Sonntag darauf verzichtete. Da er als Solokämpfer von KTM auch am Red Bull Ring mit dem alten (zuverlässigeren) Motor fahren wird, wurde das neue Aggregat in Brünn getestet. Yamaha hingegen hatte zum Test keine großen Neuerungen gebracht.

Michelin brachte einen neuen Vorderreifen für alle Fahrer. Dieser soll für mehr Grip, bessere Stabilität während des Bremsens und beim Umlegen in den Kurven bieten.

Die Runden-Bilanz

Der aktivste Fahrer beim MotoGP-Test in Brünn war Marquez, der ganze 77 Runden abspulte und damit das dreieinhalbfache der Renndistanz. Johann Zarco (71 Laps), Bradley Smith (68), Hafizh Syahrin (65) und Alex Rins (62) knackten die 60-Runden-Marke. Die geringste Distanz absolvierte aufgrund seines Defekts Jack Miller (13 Runden). Auch Taka Nakagami (18), Aleix Espargaro und Andrea Iannone (26) absolvierten weniger als 30 Runden.


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