MotoGP

Ducati-Zoff: Jorge Lorenzo teilt gegen Andrea Dovizioso aus

Weil Andrea Dovizioso seine Kritik an Jorge Lorenzo vom April nicht zurücknahm, ließ sich dieser zu einer Schimpftirade hinreißen. Zoff in der MotoGP.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Mit dem besiegelten Abgang von Jorge Lorenzo kocht innerhalb des Ducati-Teams der Konflikt mit Andrea Dovizioso wieder hoch. Über spanische Medien tauschten die beiden MotoGP-Asse neuerlich Nettigkeiten aus.

Stein des Anstoßes war ein Interview von Dovizioso in der spanischen Sportzeitung "Marca" vom Dienstag. Dort antwortete der Italiener auf die Frage, ob er seine Kritik an Lorenzo aus dem Frühjahr bereue, wie folgt: "Er hat zwei Rennen gewonnen. Das reicht nicht um die Probleme von eineinhalb Jahren zu lösen. Lorenzo wurde nicht verpflichtet, um nur zwei Rennen zu gewinnen. Deshalb ändere ich meine Meinung nicht."

Dovizioso kritisiert Lorenzos Arbeit

Damals hatte Dovizioso Lorenzo vorgeworfen, dass seine Arbeitsweise bei Ducati nicht funktioniere. Zu diesem Zeitpunkt stand JL99 noch ohne Sieg und ohne MotoGP-Vertrag für 2019 da. In den Medien konterte der Mallorquiner damals umgehend und tätigte unter anderem die Aussage, dass Dovizioso ihn gezielt attackiere. "Dovi hat immer - während meiner gesamten Karriere - versucht, meine Moral zu untergraben. Und er macht es auch als mein Teamkollege immer noch", sagte Lorenzo Anfang April dem spanische TV-Sender "Movistar".

Angesprochen auf Doviziosos Interview vom Dienstag holte Lorenzo in Brünn erneut zum verbalen Gegenschlag aus. "Vielleicht hat er nach seinem zweiten Platz (in der WM) geglaubt, dass er besser ist. Aber in Wahrheit ist er von der Geschwindigkeit und vom Talent immer hinter Rossi, Marquez, mir oder sogar Pedrosa und Vinales gewesen. Und das weiß er auch. Er hat sogar Glück, dass Stoner und Simoncelli nicht auch noch hier sind, denn sonst wäre er auch hinter ihnen", sagte Lorenzo gegenüber "Movistar" und dem "Marca"-Konkurrenzblatt "As".

Lorenzo zweifelt Dovis Talent an

"Er greift mich nun zum x-ten Mal an und ich werde mich deshalb auch nicht mehr zurückhalten", führte Lorenzo aus. "Dovizioso hat meine Herangehensweise angegriffen und gesagt, dass sie nicht gut wäre. Allerdings hat mir meine Arbeitsweise bislang drei MotoGP-Titel und 46 Siege eingebracht. Ich bin in meinem zweiten Ducati-Jahr bereits regelmäßig schneller als er in seinem sechsten. Vielleicht muss er seine Arbeit ja überdenken, dann im Vorjahr lief alles perfekt für ihn und dennoch wurde er nur Vizeweltmeister. Bis auf vergangenes Jahr landete ich immer vor ihm."

Damit spielte Lorenzo auf die lange Rivalität mit Dovizioso an, denn seit seinem Einstieg im Jahr 2002 fuhren die beiden Motorrad-Asse immer in der gleichen Klasse. 2006 und 2007 kämpften sie in der 250cc-WM um den Titel, wobei sich zweimal Lorenzo durchsetzte und Dovi somit beide Male zu seinem Vizeweltmeister machte. Vor der Saison 2017 hatte der Italiener den Spanier zuletzt 2005 geschlagen, als Dovizioso in der Viertelliterklasse WM-Dritter wurde und Lorenzo nur Fünfter.

Teammanager Davide Tardozzi will den Konflikt nicht überbewerten. In Brünn nahm er den Zwist seiner beiden MotoGP-Fahrer gegenüber "Marca" mit einem Augenzwinkern: "Sie sind Profis und jeder hat seine eigene Meinung. Wir haben keine zwei Piloten, wir haben zwei Kinder. Und wenn du zwei Kinder hast, dann behandelst du auch beide gleich. Und das tun wir bei Ducati", wollte der Italiener keine Partei ergreifen.


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