MotoGP

MotoGP Jerez 2018: Marquez siegt, Trio crasht im Podiumskampf

Marc Marquez fährt in Jerez einen souveränen MotoGP-Sieg ein. Jorge Lorenzo, Andrea Dovizioso und Dani Pedrosa kollidieren miteinander und stürzen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez holt in Jerez seinen zweiten MotoGP-Sieg in Serie und führt die Weltmeisterschaft nun mit zwölf Punkten Vorsprung an. Nicht zuletzt, weil sich Andrea Dovizioso, Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa im Kampf um Platz zwei gegenseitig aus dem Rennen nehmen.

Johann Zarco und Andrea Iannone sagen Danke und stauben die Ränge zwei und drei ab.

Die Schlüsselszene

Marquez ging das Rennen in Jerez sehr überlegt und taktisch an. Ohne riskante Manöver arbeitete er sich von Startplatz fünf Position um Position nach vorne. In Runde acht hatte er nach einigen Umläufen hinter Lorenzo seine Chance gesehen und diese in der Zielkurve auch genützt. Von da an sah die Konkurrenz nur noch das Heck von Marquez' Repsol Honda.

MotoGP Jerez 2018: Der Rennfilm

Start: Lorenzo schießt mit einem echten Raketenstart von P4 aus in Führung. Dahinter ordnen sich Pedrosa, Zarco und Pole-Sitter Crutchlow ein. Marquez bleibt auf Rang fünf.

2. Runde: Marquez schnappt sich auf dem Weg zu Kurve eins Crutchlow und ist nun Vierter. In der letzten Kurve macht Zarco einen Fehler und Marquez geht auch an ihm vorbei. Dovizioso hat sich aus Startplatz acht an Iannone vorbeigekämpft und ist Siebter.

3. Runde: Lorenzo verbremst sich in Kurve sechs, Pedrosa kann durchschlüpfen, Lorenzo aber kontern. In Turn 11 drückt sich Marquez aggressiv an Pedrosa vorbei und ist bereits Zweiter.

4. Runde: Dovizioso macht weiter Boden gut und ist auch an Rins vorbei, belegt nun P6.

5. Runde: Crutchlow überholt in Kurve eins Zarco, ist wieder Vierter. In Turn 6 leistet sich Zarco einen weiteren Fehler und muss Rins sowie Dovizioso vorbeilassen. In der Zielkurve holt sich Rins P5 von Dovizioso.

6. Runde: Rins fliegt in Kurve elf ab. Er rutscht mit seiner Suzuki über das Vorderrad weg. Sein Rennen ist zu Ende. Es ist der dritte Sturz für Rins im vierten Grand Prix des Jahres. Dovizioso ist damit wieder Fünfter.

8. Runde: Auch Crutchlow verabschiedet sich aus dem Rennen. Er geht in Kurve eins zu Boden.

Marquez bremst sich in der Zielkurve an Lorenzo vorbei und führt den Spanien-GP erstmals an. Bricht Lorenzo, als einziger Fahrer mit dem weichen Vorderreifen unterwegs, jetzt ein?

9. Runde: Dovizioso drückt sich in der letzten Kurve an Pedrosa vorbei, ist bereits Dritter. Die Führungsgruppe mit Marquez, Lorenzo, Dovizioso und Pedrosa hat sich bereits deutlich vom Rest des Feldes abgesetzt.

11. Runde: Marquez kann sich vorerst nicht von seinen Verfolgern absetzen. Lorenzo und Dovizioso hängen an seinem Heck, auch Pedrosa ist in Schlagdistanz.

12. Runde: Tom Lüthi stürzt in Kurve elf. Er versucht seine Honda noch abzufangen, es gelingt ihm aber nicht. Lüthi schlittert am Rand des Kiesbetts entlang und befördert so jede Menge Schmutz auf die Strecke.

13. Runde: Marquez stürzt fast auf dem von Lüthi auf die Strecke geschaufelten Kies. Er kann seine Honda nur mit großer Mühe unter Kontrolle halten. Dennoch ist er jetzt der mit Abstand schnellste Mann auf der Strecke.

14. Runde: Marquez setzt sich nun deutlich ab. Sein Abstand zu Lorenzo beträgt bereits über eine Sekunde.

15. Runde: Dovizioso versucht in Kurve 13 an Lorenzo vorbeizugehen, macht aber einen Fehler und kracht fast in seinen Teamkollegen. Pedrosa nutzt Doviziosos Fehler und überholt den Italiener.

16. Runde: In Kurve eins schlägt Dovizioso gegen Pedrosa zurück, ist wieder Dritter.

18. Runde: Dovizioso geht in Kurve sechs an Lorenzo vorbei, muss aber etwas weit gehen. Lorenzo schlüpft wieder innen durch, kollidiert beim zurückziehen auf die Ideallinie aber mit dem innen ankommenden Pedrosa. Beide Fahrer stürzen und räumen auch noch Dovizioso mit ab. Alle drei Fahrer sind aus dem Rennen. Zarco ist damit neuer Zweiter. Vier Sekunden dahinter kämpfen Iannone, Petrucci, Rossi und Miller um Rang drei.

20. Runde: Petrucci geht an Iannone vorbei und ist nun Dritter, Miller schnappt sich Rossi für P5.

24. Runde: Iannone überholt Petrucci wieder und kämpft sich auf Rang drei zurück. Auch Rossi ist wieder an Miller vorbei.

Ziel: Marquez fährt einen souveränen Sieg mit über fünf Sekunden Vorsprung ein. Zarco fährt zu einem ungefährdeten zweiten Platz. Iannone lässt sich Rang drei nicht mehr nehmen. Petrucci wird Vierter vor Rossi und Miller. Vinales wird Siebter vor Bautista und Morbidelli. Kallio schlägt mit dem 2019er-Prototyp von KTM die Einsatzfahrer Pol Espargaro und Smith. Kallio wird Zehnter, Espargaro Elfter, Smith hinter Nakagami 13. Redding und Syahrin holen die letzten Punkte.

So lief das MotoGP-Rennen von Jerez für Tom Lüthi

Von Startplatz 18 aus fuhr Lüthi zunächst ein unauffälliges Rennen. In Runde zwölf war der Spanien-GP für den Schweizer im Team von Marc VDS Honda aber vorbei. Er flog in Kurve elf ab und musste aufgeben. Lüthi lag zu diesem Zeitpunkt auf dem 17. Rang.

Die Stimmen vom Podium

Marc Marquez (Sieger, Repsol Honda): "Das Rennen vor diesen großartigen Fans zu gewinnen ist großartig. Ich war schon vor dem Start überzeugt, dass ich siegen kann, auch wenn ich nur aus Reihe zwei gestartet bin. Ich war heute clever. Mir war klar, dass Dani so schnell wie ich ist oder vielleicht sogar noch stärker, aber das hier ist ein langes Rennen in dem man viele Dinge managen muss. Auf dem Kies in Kurve elf hatte ich einen wilden Slide. Die Strecke war voller Steine aber ich habe es zu spät gesehen. Ein bisschen Show ist aber immer gut - Marquez-Style!"

Johann Zarco (Zweiter, Tech3 Yamaha): "Manchmal braucht man auch Glück, heute hatte ich das. Ich war zu Beginn etwas schneller als Dani, konnte ihn aber nicht überholen. Dann habe ich ein paar Fehler gemacht und bin hinter Dovi und Cal zurückgefallen. Ich war Fünfter, habe aber daran geglaubt, dass ich die Podiumsgruppe noch einholen kann. Als sie dann alle drei gestürzt sind, konnte ich es nicht glauben. Dann habe ich einfach auf Platz zwei den großen Vorsprung verwaltet. 20 Punkte für die WM in diesem Rennen sind genial."

Andrea Iannone (Dritter, Suzuki): "Leider haben wir bei der Wahl des Hinterreifens einen Fehler gemacht. Ich bin mit dem Medium in die Startaufstellung gefahren, da haben wir aber auf den Hard gewechselt. Damit hatte ich dann leider große Probleme im Rennen. Über das Podium freue ich mich natürlich trotzdem sehr. Wir sind auf dem richtigen Weg und müssen genau so weitermachen."

Die Lehren aus dem Rennen

  • Marc Marquez sammelt in der WM Big Points
  • Yamaha leidet auch 2018 bei hohen Temperaturen
  • KTMs 2019er-Prototyp läuft bereits ausgezeichnet

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