MotoGP

MotoGP-Kundenteams in Aussicht? Das sagen Suzuki, KTM, Aprilia

In der MotoGP sollen bald vier Bikes pro Hersteller starten. Suzuki, KTM und Aprilia stehen einem Satellitenteam offen gegenüber. Das sagen ihre Rennchefs:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Das MotoGP-Starterfeld ist in der Saison 2018 24 Mann stark. Damit ist die Wunschgröße von Promoter Dorna erreicht. Allerdings ist die Verteilung unter den Herstellern noch nicht ausgeglichen. Honda schickt im kommenden Jahr sechs Fahrer ins Rennen, Ducati acht, Yamaha vier und Suzuki, KTM und Aprilia jeweils nur zwei. Das soll sich mittelfristig ändern, geht es nach den Vorstellungen der Dorna.

Der MotoGP-Promoter würde gerne vier Bikes pro Hersteller sehen. Neben dem eigenen Werksteam würden die sechs Hersteller also jeweils ein Satellitenteam mit Motorrädern beliefern. Nach dem jetzigen Stand müssten daher zwei Ducati-Kundenteams und ein Honda-Satellitenrennstall das Lager wechseln. Doch was hält man bei Suzuki, KTM und Aprilia überhaupt von dieser Idee? In einer Pressekonferenz im Rahmen des Valencia-GP gaben die Bosse dieser drei Werke darüber Auskunft:

Satelliten-Team? Das sagen die Bosse von Suzuki, KTM und Aprilia:

Honda arbeitet eng mit LCR zusammen - Foto: Repsol

Davide Brivio (Suzuki): "Das fehlt uns, das haben wir dieses Jahr gemerkt. Mehr Fahrer auf der Strecke wären gut für die Entwicklung gewesen. Wir würden das als Team schon wollen, aber es ist noch sehr früh, dazu etwas zu sagen. Es ist auf jeden Fall etwas, das wir gerne machen würden. Für Suzuki ist es aber schwer, weil sie außer in den 70er-Jahren nie Satelliten-Teams unterstützt haben. Die Diskussion ist aber offen."

Pit Beirer (KTM): "Es gibt noch keine klare Entscheidung um ein Satelliten-Team. Wir müssen erst noch an der Performance des Werksteams arbeiten, und andere Teams sind noch nicht an uns herangetreten. Wir werden noch ein bisschen an unserem Nummer-1-Projekt arbeiten, aber in Zukunft: Ja!"

Romano Albesiano (Aprilia): "Das hat keine Priorität, aber wir würden es gerne machen. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, dann gerne. Es gibt Pros und Contras für eine kleine Firma wie uns. Man hat mehr Möglichkeiten mit mehr Fahrern, aber auch mehr Komplikationen. Oberste Priorität hat für uns aber die Entwicklung."

Diese Vorteile bringt ein Satelliten-Team in der MotoGP

Mit einem weiteren Team könnten Hersteller die Entwicklung weiter vorantreiben - Foto: Suzuki

Ein eigenes Satelliten-Team zu unterhalten, bietet für die involvierten Hersteller Vor- und Nachteile, wie es die verschiedenen Rennchefs schon angesprochen haben. Zu den positiven Nebeneffekten eines zweiten Teams zählen unter anderem:

Mehr Daten für die Entwicklung: Mit doppelt so vielen Fahrern kann ein Werk auch doppelt so viele Daten auf der Strecke sammeln und so die Entwicklung des Motorrads weiter voran treiben. So wäre die Formkurve bei KTM noch wesentlich weiter nach oben gegangen, als sie es ohnehin schon tat. Andere Hersteller wiederum, wie Suzuki, hätten mit zusätzlichen Fahrern wohl besser und schneller auf Fehlentwicklungen reagieren können. Honda und Ducati machen es vor: Hier bekamen 2017 Cal Crutchlow und Danilo Petrucci Werksmaterial.

Mehr Platz für die werkseigenen Fahrer: MotoGP-Hersteller können Satelliten-Teams auch dazu nutzen, die eigenen Fahrer dort unterzubringen. Honda vollführt diese Praxis schon seit Jahren. Stefan Bradl und Cal Crutchlow wurden beispielsweise mit einem Werksvertrag ausgestattet und dann bei LCR untergebracht. Gerade bei KTM könnte es bald ebenfalls zu solch einem Szenario kommen. Neben den Stammfahrern Pol Espargaro und Bradley Smith empfahl sich 2017 Testfahrer Mika Kallio mit starken Leistungen. Aus der Moto2 drängen zudem Miguel Oliveira und Brad Binder nach oben.


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