MotoGP

KTM beim MotoGP-Rennen in Aragon so knapp dran wie noch nie

KTM kam dem MotoGP-Sieger in Aragon so nahe wie noch nie! 14 Sekunden fehlten Pol Espargaro. Ein Blick auf die Entwicklung sowie die Achillesferse der RC16:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Die Konkurrenz darf sich langsam warm anziehen: KTM kommt immer besser in Fahrt! Pol Espargaro und Wildcard-Fahrer Mika Kallio stellten das beste Team-Ergebnis der Geschichte mit den Plätzen zehn und elf ein. Dieses holten Espargaro und Bradley Smith schon zwei Wochen zuvor in Misano. Höchst erfreulich ist beim Aragon-GP aber der Rückstand im Ziel: Espargaro fehlten 14 Sekunden auf Marc Marquez, Kallio lief drei Sekunden dahinter ein. Bradley Smith hingegen verpasste als 18. die Punkteränge. Er und Kallio wiesen nach dem Rennen auf ein großes Problem von KTM's MotoGP-Motorrad hin:

KTM's großes Problem: Der Reifenabbau

Im Gegensatz zur Konkurrenz beansprucht die KTM RC16 das Einheits-Gummi aus dem Hause Michelin über Gebühr. Kallio und Smith waren mit zu stark abgenutzten Reifen am Ende chancenlos im Kampf um die Top-10 (Kallio) bzw. um die Punkteränge (Smith). Welch Potenzial im orangenen Bike steckt, wurde aber in Aragon nochmal deutlich. Kallio mischte munter in der Verfolgergruppe hinter den Top-4 mit, also unter anderem mit Fahrern wie Maverick Vinales und Dani Pedrosa. Auch Smith war auf dem Vormarsch, er lag zwischenzeitlich auf Platz 16 und schnupperte an den Punkten. Ihre Statements dazu im Einzelnen:

Bradley Smith und Mika Kallio kämpften mit dem Reifenabbau hinten - Foto: KTM
Wir müssen einfach einen Weg finden, den Hinterreifen länger am leben zu halten. Das ist das Hauptproblem.
Mika Kallio

Das sagt Mika Kallio: "In den letzten Runden war Pol etwas schneller, hat mich überholt und ich konnte nicht mehr folgen. Wir müssen einfach einen Weg finden, den Hinterreifen länger am leben zu halten. Das ist das Hauptproblem. Am Anfang konnte ich den Top-Jungs folgen und die Lücke zum Führenden betrug viele Runden lang weniger als fünf Sekunden. In den ersten zehn Runden konnte ich die gleichen Zeiten gehen wie die Spitze, darüber können wir echt glücklich sein. Dann hat der Hinterreifen nachgelassen, das war unser größtes Problem."

Das sagt Bradley Smith: "Aus der letzten Reihe zu starten macht die Sache immer schwierig. Das machte die Reifenwahl schwierig, denn ich wollte Vertrauen haben. Ich wusste, mit dem weichen Reifen kann ich zu Beginn superaggressiv sein und mich zu den anderen KTM's nach vorne arbeiten. Gut ist, dass ich das geschafft habe. Schlecht ist: Es war nicht die richtige Reifenwahl. Ich konnte das hohe Zeiten-Level nicht halten, die anderen aber schon. Ich hatte mit Überhitzen und mit Spinning zu kämpfen, das ist natürlich enttäuschend."

Analyse: KTM-Rückstand in Aragon auf Tiefstwert

Mika Kallio mischte in der Verfolgergruppe mit - Foto: Yamaha

Die Probleme mit dem Reifenabbau konnten die Freude im KTM-Lager zumindest am Sonntag nur leicht trüben. Vielmehr herrschte Jubel in der Box der Orangenen ob der starken Leistung von Espargaro und Kallio. Mit 14 bzw. 17 Sekunden Rückstand im Ziel war man so nahe dran am Sieger wie noch nie. Die Tendenz ist zumindest bei Trockenrennen erkennbar: Seit der Sommerpause knabbert man immer mehr vom Rückstand auf den jeweiligen Rennsieger ab. In Österreich kam Kallio (19,766) erstmals mit weniger als 30 Sekunden Rückstand ins Ziel. Nun wurde dessen Wert um weitere 5,7 Sekunden verbessert.

Zu Saisonbeginn hatten wir Probleme damit, mit weniger als 50 Sekunden Rückstand auf den Sieger ins Ziel zu kommen. Jetzt ist der Rückstand kleiner als 15 Sekunden!
Pol Espargaro

Das sagt Pol Espargaro: "Es ist schon unglaublich. Am Anfang vom Jahr hatten wir Probleme damit, mit weniger als 50 Sekunden Rückstand auf den Sieger ins Ziel zu kommen. Jetzt ist der Rückstand kleiner als 15 Sekunden. Das ganze Team hat einen sehr guten Job gemacht. Jedes Mal, wenn ich auf einer neuen Strecke auf das Motorrad steige, fühlt es sich besser an. Gratulation an das ganze Team, auch an das Testteam. Mikas Start war unglaublich und sein Rennen sehr gut."

Das sagt Mika Kallio: "Wenn man in die Gesichter vom Team und allen Jungs um mich herum schaut, dann sieht man, was für einen großartigen Job wir an diesem Wochenende abgeliefert haben. Wir haben wie in Österreich keinen Fehler gemacht und haben das Ergebnis von dort fast wiederholt. Wenn man bedenkt, dass wir im Moment nur 17 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel kommen, dann ist das absolut gut."


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