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MotoGP Silverstone 2017: Die Stimmen zum Training

Cal Crutchlow schnappte sich vor Valentino Rossi die Bestzeit in Silverstone. Marc Marquez crashte heftig. Die Stimmen aller Fahrer:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

1. Cal Crutchlow (LCR Honda): "Im Moment liegen wir auf dem ersten Platz! Es war mir wichtig, die Top-10 zu erreichen, denn du weißt nie, was am Samstagvormittag geschieht - ob jemand Öl auf der Strecke verliert oder die Rundenzeiten generell langsamer sind als am Freitag. Leider sind die Bodenwellen hier wieder einmal das Problem, das wir aber überall haben, wo wir gemeinsam mit der Formel 1 fahren."

2. Valentino Rossi (Yamaha): "Das war ein guter Tag für uns. Ich habe es genossen, da ich von der ersten Runde an ein gutes Gefühl hatte. Wir konnten viel mit den Reifen arbeiten und viele Runden abspulen. Es sieht so aus, als könnte man alle drei Optionen im Rennen verwenden. Die Reifenwahl wird also sehr wichtig, aber die hängt von den Temperaturen und den Streckenbedingungen ab. Unsere Pace ist gut und mit gebrauchten Reifen sind wir auch konkurrenzfähig. Die Zeiten sind konstant und schnell. Natürlich liegt noch viel Arbeit vor uns, es gibt noch viele Details zu klären. Aber wir haben jetzt schon einen guten Speed."

3. Maverick Vinales (Yamaha): "Wir haben schon ein gutes Setup und die Pace war auch da. Ich fühle mich wohl auf dem Bike und es ist schön, so anzufangen. Was wir heute erledigt haben, hätten wir eigentlich schon in Österreich tun müssen. Besonders für das Rennen sind wir schon ganz gut vorbereitet, aber wir müssen trotzdem noch einige Dinge ausprobieren. Wir haben viele Reifen zur Auswahl und müssen wissen, welcher uns die beste Performance gibt."

4. Aleix Espargaro (Aprilia): "Auf dieser Strecke fühle ich mich immer sofort wohl. Die RS-GP spricht in Silverstone sehr gut an. Leder habe ich Rippenschmerzen aufgrund einer Verletzung, die ich mir beim Kart-Training zugezogen habe. Vor allem bei den schnellen Richtungswechseln habe ich Schmerzen und kann nicht gut atmen. Daher arbeite ich nun eng mit der Clinica Mobile zusammen."

5. Marc Marquez (Repsol Honda): "Das war ein ziemlich heftiger Crash. Ich war sauer auf mich selbst. Ich kämpfe um die WM und muss das Risiko besser einschätzen. Der Crash war mein Fehler, weil ich nicht im Hinterkopf hatte, dass wir in Silverstone sind und ich den harten Hinterreifen drauf hatte. Ich habe die Sonne gesehen und mit gedacht, dass ich ab der ersten Runde Vollgas geben könnte. Aber das war eine Fehleinschätzung, denn die Reifen waren noch nicht auf Temperatur. Den zweiten Crash kann ich nachvollziehen, denn da habe ich voll auf die schnelle Rundenzeit gepusht."

6. Jorge Lorenzo (Ducati): "Unser Hauptproblem sind die Bodenwellen auf dieser Strecke. Die machen uns die Aufgabe nicht einfach, daher müssen wir uns morgen irgendetwas bei der Federung einfallen lassen. Heute haben wir uns am Ende gegen den weichen Hinterreifen entschieden, denn wir wollen uns den für morgen aufsparen. Es hat ja auch ohne für die Top-10 gereicht."

Pol Espargaro überraschte mit dem siebenten Platz - Foto: KTM

7. Pol Espargaro (KTM): "Es gibt viele Bodenwellen und harte Richtungswechsel. Das verlangt sowohl dem Fahrer, als auch der Maschine viel ab. Schnelle Kurven, die sich mit langsamen abwechseln, harte Bremszonen, aber auch Stellen, an denen du sanft bremsen musst: Du musst hier ein sehr gutes Setup haben, sonst muss der Fahrer Extraarbeit leisten."

8. Johann Zarco (Tech3 Yamaha): "Ich bin zufrieden. Das Wetter war den ganzen Tag schön, was mir Selbstvertrauen gegeben hat. Am Morgen habe ich ein bisschen Zeit gebraucht, um Referenzen auf der Strecke zu finden. Aber grundsätzlich fühle ich mich gut, denn ich habe denselben Reifen benutzt und bin in den Top-10 gelandet. Zusätzlich haben wir an einem guten Setup gearbeitet. Am Nachmittag wussten wir, dass die Bedingungen noch besser werden würden, also haben wir ein paar Reifen getestet. Die verliefen gut. Am Ende war es notwendig, den weichen Reifen zu probieren, um eine schnelle Runde zu fahren. Ich bin trotzdem nicht absolut zufrieden damit."

9. Andrea Dovizioso (Ducati): "Heute haben wir uns auf die Reifen konzentriert und alle drei Mischungen ausprobiert. Am Setup konnten wir kaum arbeiten, weshalb uns in diesem Bereich auch noch etwas fehlt. Über meine Positio zerbreche ich mir nicht den Kopf, denn wir haben morgen noch eine Asse im Ärmel."

10. Scott Redding (Pramac Ducati): "Ich bin mit dem Freitag zufrieden. Am Vormittag hatte ich mit der Elektronik zu kämpfen, vielleicht habe ich falsche Einstellungen verwendet. Ich war aber nicht besorgt, auch nicht wegen meines unruhigen Vorderrads. Wir werden am Samstag weiter experimentieren."

11. Andrea Iannone (Suzuki): "Ich bin zwar glücklich, aber nicht komplett zufrieden. Wir arbeiten hart, um alles zu verbessern. Wir haben keine großen Probleme, nur kleine Dinge, die verbessert werden können, um effektiver zu werden. Bisher haben wir nicht viel am Setting gearbeitet. Wir haben mit der Basis aus Österreich begonnen. Das ist die Evolution aus dem Brünn-Test. Wir mussten alles zweimal checken, was sich als positiv herausgestellt hat. Morgen werden wir noch größere Modifikationen am Bike vornehmen und sehen, wie es reagiert. Wir haben viele Reifen ausprobiert. Bisher könnten mich der Harte und der Medium-Reifen nicht überzeugen, aber mit dem Weichen lief es besser. Wir müssen aber noch rausfinden, wie er sich im Rennen verhalten würde."

12. Alex Rins (Suzuki): "Ich genieße es, die Suzuki in Silverstone zu fahren. Das Layout ist aufregend und mein Gefühl auf dem Bike ist gut. Ich denke, es war einer der besten Freitage der Saison. Ich fühle mich gut und denke, dass wir in die richtige Richtung gehen. Wir haben einige Ideen, wie wir uns morgen verbessern können. Deshalb freue ich mich, wieder auf die Strecke zu gehen."

Alex Rins lag lange Zeit in den Top-10 - Foto: Suzuki

13. Alvaro Bautista (Aspar Ducati): "Mein Gefühl ist besser als meine Rundenzeit, aber alles liegt sehr eng beisammen. Noch ein Zehntel und ich würde um drei Positionen weiter nach vorn rutschen. Wir müssen uns vielleicht in den Bereichen mit Bodenwellen verbessern, denn dort ist das Bike instabil. Am Nachmittag haben wir mit dem benutzten Reifen vom Morgen gearbeitet, um zu sehen, ob wir im Rennen mit der Medium-Front und dem weichen Hinterreifen fahren können. Die Leistung ist ein bisschen abgefallen, aber blieb ziemlich konstant. Dann haben wir das neue Flag-to-Flag-Prozedere ausprobiert. Ich glaube, es hätte schlimmer kommen können. Wir haben eine Mauer in der Box, weil unsere Garage aufgeteilt ist. Deshalb haben wir nicht viel Platz. Alles, was passiert, könnte gefährlich sein. Aber es ist auch keine schlechte Option. Wenn man vom Bike steigt, hat man etwas mehr Zeit, auf das andere zu steigen. Es ist nicht so hektisch. Vielleicht ist es ein bisschen sicherer, aber im Rennen mit dem Adrenalin im Körper könnte es auch anders laufen."

14. Karel Abraham (Aspar Ducati): "Heute habe ich mich toll gefühlt. Ich mag diese Art von Strecke sehr, von ein paar Kurven abgesehen, die ich wirklich nicht mag. Daran müssen wir arbeiten. Wenn wir das im Griff haben, können wir um ein gutes Ergebnis am Sonntag kämpfen, denke ich. Ich hoffe auf Punkte. Wenn wir noch besser sein und in die Top-10 fahren können, wäre das natürlich noch besser. Deshalb müssen wir arbeiten. Der Flag-To-Flag-Test hat aus meiner Sicht gut geklappt. Wir versuchen alle, unseren Sport sicherer zu machen. Jeder gibt sein Bestes, aber es ist fast unmöglich, ihn komplett sicher zu machen. Alles, was uns bleibt ist als, es so sicher wie möglich zu machen."

15. Loris Baz (Avintia Ducati): "Ich liebe Silverstone, aber es ist eine schwierige Strecke. Man muss bei all den Wellen im Asphalt mit einer Extraportion Selbstvertrauen auf sein Motorrad steigen, um schnell zu sein. Der Vormittag war hart, aber wir konnten uns im zweiten Training verbessern und sind knapp an den Top-10 dran. Leider hat diese Strecke viele langgezogene Kurven - dort haben wir stets die meisten Probleme."

16. Danilo Petrucci (Pramac Ducati): "Es war kein guter Tag. Die Rundenzeit auf der Strecke kommt auf die Linien an und wenn ich ehrlich bin, kann man am Setup nicht viel ändern. Wir sind zuversichtlich und haben Ideen, wie wir uns an die anderen Ducatis anpassen können. Wir versuchen, unsere Probleme zu lösen, auch wenn wir mehr als die anderen unter den Bodenwellen auf der Strecke leiden. Das neue Flag-to-Flag-Prozedere bietet meiner Meinung nach mehr Sicherheit."

17. Dani Pedrosa (Repsol Honda): "Es war einer der schlimmsten Tage in diesem Jahr für mich. Ich habe unzählige Probleme auf dem Motorrad: In erster Linie wegen der Bodenwellen und der Stabilität des Bikes. Nicht eine einzige Runde habe ich wie gewünscht zusammengebracht. Sobald ich über eine Bodenwelle fahre, wird das Motorrad unruhig und schaukelt sich dann über jede weitere immer stärker auf. Ich bekomme es dann nicht mehr unter Kontrolle. Daher fällt es mir schwer, den Gashahn offen zu halten, aber auch das Hinterrad auf dem Boden zu behalten."

18. Jack Miller (Marc VDS Honda): "Uns fehlt es ein bisschen an Beschleunigung, aber das generelle Gefühl mit dem Bike ist gut. Der erste Sektor ist hier immer schwer, aber das Motorrad funktioniert beim schnellen Richtungswechsel gut. Ich habe aus dem neuen weichen Hinterreifen heute nicht das komplette Potenzial herausgeholt, aber ich war mit meinem Speed zufrieden. Ich bin meine beste Rundenzeit komplett allein gefahren."

Jonas Folger hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen - Foto: Tech3

19. Jonas Folger (Tech3 Yamaha): "Es war ein harter Tag für mich. Ich habe in den letzten Tagen mit Krankheit zu kämpfen gehabt. Auch wenn es mir jetzt besser geht, konnte ich heute nicht 100 Prozent pushen. Ich habe mich nicht richtig wohl gefühlt. Ich bin trotzdem ein paar Runden gefahren, habe aber versucht, ruhig zu machen. Ich werde versuchen, mich über Nacht so gut es geht zu erholen, um dann morgen einen großen Schritt zu machen."

20. Hector Barbera (Avintia Ducati): "Ich habe auf dieser Strecke immer Probleme, schnell zu sein. Dann haben wir am Vormittag auch noch ein falsches Setup benutzt. Wir gingen danach wieder auf die Einstellungen von Barcelona zurück und prompt habe ich mich wohler gefühlt. Wir brauchen aber noch ein wenig Zeit."

21. Tito Rabat (Marc VDS Honda): "Das Wetter in Silverstone war eine große Überraschung. Es war sehr gut, denn die Strecke ist bei solchen Bedingungen toll zu fahren. Es war ein guter Tag für mich, denn am Morgen habe ich nicht mal den weichen Reifen ausprobiert. Am Nachmittag habe ich meine beste Rundenzeit auf dem harten Hinterradreifen gefahren. Auf eine schnelle Runde haben ich mein volles Potenzial noch nicht gezeigt."

22. Sam Lowes (Aprilia): "Im zweiten Training haben wir einige Dinge probiert, um die Stabilität zu verbessern. Ich habe meine Rundenzeit auf dem härtesten Reifen gefahren und der scheint bei uns zu funktionieren. Viele Fahrer haben am Ende den Soft aufgezogen und das stimmt mich zuversichtlich, dass wir uns auch noch hätten verbessern können."

23. Bradley Smith (KTM): "Wir haben heute unseren Fokus aber auch auf die Rennpace mit alten Reifen gelegt. Mein neuer Crewchief war der Meinung, dass das meine größte Schwäche ist. Auf der Zeitenliste sieht es jetzt natürlich schlecht aus, aber er ist der Meinung, dass mir das im Qualifying das nötige Feuer geben wird. Das ist mal ein anderer Ansatz."


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