MotoGP

Die wichtigsten MotoGP-Fragen vor Silverstone

Marc Marquez ist in der MotoGP der Mann der Stunde. Schlägt er in Silverstone noch einmal zu, könnte der Titelkampf langweilig werden.
von Michael Höller

Wie geht es im Titelkampf weiter?

Der Sommer gehört bislang Marc Marquez. Nach Assen noch WM-Vierter mit elf Punkten Rückstand auf die Führung, steht er drei Rennen später mit einem souveränen Vorsprung von 16 Zählern an der Spitze des Klassements. Sein Vorsprung wuchs zuletzt kontinuierlich an, zudem hält er mit aktuell fünf Podestplätzen in Folge die bislang längste Erfolgsserie dieser Saison.

In diesen fünf Rennen schaffte es Andrea Dovizioso zweimal, Maverick Vinales und Valentino Rossi sogar nur einmal zur Siegerehrung. Einzig Teamkollege Dani Pedrosa (vier Podestplätze in den letzten fünf Rennen) kann Marquez aktuell halbwegs das Wasser reichen.

Allerdings zählte Silverstone zuletzt nicht zu den stärksten Strecken von Marquez: 2015 stürzte er, im Vorjahr wurde er nur Vierter. Bei vier Versuchen in der MotoGP hält er bei "nur" einem Sieg. Titelrivale Andrea Dovizioso stand bei sieben Starts bislang dreimal auf dem Podest in Silverstone.

Schafft Yamaha noch einmal den Anschluss?

Die Sommerbilanz von Yamaha war bislang verheerend. Rossis Sieg in Assen und Vinales' dritter Platz in Brünn waren die einzigen zwei Podestplätze der vergangenen fünf Rennen. Am Sachsenring und in Spielberg war man Honda klar unterlegen, in Österreich hinter Ducati und Honda sogar nur noch dritte Kraft. Die Experimente beim Chassis forderten gnadenlos ihren Tribut, lösten aber keines der seit Europa-Start vorhandenen Probleme.

Ganz im Gegenteil: Rossi und Vinales wirken immer verzweifelter und werden mittlerweile fast schon regelmäßig von zumindest einem der beiden Rookies des Kunden-Teams Tech3 vorgeführt. Das drückt auch auf die Stimmung im Team. Immerhin lässt die Bilanz in Silverstone hoffen: Rossi stand auf dem britischen Traditionskurs zuletzt dreimal in Folge auf dem Podium und war auf Yamaha in Silverstone noch nie schlechter als Vierter. Vinales gewann im Vorjahr dort sein erstes MotoGP-Rennen. Siege hätte Yamaha bitter nötig, sonst fährt der WM-Zug noch vor dem Flieger nach Fernost ab.

Was kann man von Jonas Folger erwarten?

Die Ergebnisse von Jonas Folger sind seit der Sommerpause schwächer als seine Leistungen. In Brünn verhinderte ein taktischer Fehler seines Teams einen Podestplatz, am Red Bull Ring erging es ihm mit Yamahas neuem Chassis so wie seine Markenkollegen im Werksteam: Kein Gefühl, Probleme beim Anbremsen, Ratlosigkeit.

Am Sonntag erfolgte ein Rückbau auf das Standard-Motorrad und prompt fühlte er sich besser. Ein Defekt legte das Bike dann aber früh lahm. Das Thema "neues Chassis" hat sich für Folger in dieser Saison somit erledigt, wie er nach dem Rennen klarstellte. Somit dürfen die deutschen Motorrad-Fans wieder auf starke Rundenzeiten wie am Sachsenring und in Brünn hoffen.

Wie sieht es am Transfermarkt aus?

In den vergangenen Tagen lichtete sich die Liste der noch zu vergebenden Motorräder für 2018. Schon im Rahmen des Österreich-GP unterzeichnete Jack Miller bei Pramac und Scott Redding bei Aprilia. Seither kam Takaaki Nakagami bei LCR Honda unter und Karel Abraham verlängert beim Aspar-Team. Somit sind nur noch drei Motorräder in der Verlosung: beide Avintia-Ducati und eine Honda bei Marc VDS.

Um letztere stehen die Piloten Schlange: Neben Stefan Bradl und Tom Lüthi ist auch Sam Lowes an dem Motorrad interessiert. KTM-Testfahrer Mika Kallio stellte seinem Arbeitgeber zuletzt die Rute ins Fenster, als er meinte, er würde gerne wieder Rennen fahren. Tito Rabat selbst gilt zwar als Abschiedskandidat, könnte als Notnagel aber auch bleiben, wenn alle Verhandlungen im Sand verlaufen.

Rabat spricht aber auch mit Avintia, wo neben dem Spanier Xavier Simeon mit einer Mitgift ein Thema ist. Für Loris Baz und Hector Barbera sähe es dann düster aus. Vielleicht kommt ja bereits in Silverstone weiteres Licht in die dunklen Spekulationen über die Startaufstellung für 2018.


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