MotoGP - Marquez: Probleme wie 2015, aber ein Lichtblick

Repsol-Honda-Star mit Hoffnung auf Verbesserung

Marc Marquez ist dieses Jahr auf dem besten Weg zu einem persönlichen MotoGP-Sturzrekord. Die aktuelle Situation ist aber weniger verfahren als 2015, glaubt er.
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Motorsport-Magazin.com - Übervorsichtig war Marc Marquez in seiner Karriere noch nie. Seit seinem Aufstieg in die MotoGP ist er Jahr für Jahr der Bruchpilot unter den Spitzenfahrern. Seine Crash-Zahlen pro Saison von 2013 bis 2016: 15, 11, 13, 17. In diesem Jahr nimmt Marquez Kurs auf seinen persönlichen Rekord aus der Vorsaison. Nach sieben Rennwochenenden lag er bereits 13 Mal im Kies, zwei Mal davon im Rennen. Auf die Saison hochgerechnet würde das 33 Crashes und fünf Ausfälle in Grands Prix bedeuten. Schwer zu glauben, dass der Repsol-Honda-Pilot mit einer derartigen Statistik seinen Weltmeistertitel aus dem Vorjahr verteidigen kann.

Viel eher droht Marquez eine Saison wie 2015, als er nach dem überragenden Gesamtsieg 2014 mit zu vielen Stürzen die Titelverteidigung verspielte und dem Yamaha-Duo mit Jorge Lorenzo beziehungsweise Valentino Rossi den Vortritt lassen musste. Auch Marquez selbst fühlt sich an seine bislang einzige MotoGP-Saison, die nicht mit einem Titelgewinn für ihn endete, erinnert.

2015 ließ sich Marquez von den Yamahas mehrmals in Fehler treiben - Foto: Milagro

Marquez' Situation ähnlich, aber doch anders

Allerdings erkennt der dreifache Champion einen Unterschied zwischen den beiden Saisons: "2015 waren wir vollkommen verloren. Jetzt haben wir zwar auch Probleme, aber wir wissen zumindest wo sie liegen und versuchen dementsprechend, sie zu lösen." Marquez Hauptproblem, dass er sich auch mit anderen Honda-Piloten wie Dani Pedrosa oder Cal Crutchlow teilt, ist die Unberechenbarkeit seiner RC213V am Vorderrad. Immer wieder reißt dort der Grip ohne jegliche Vorwarnung ab. Ebenfalls zwei Nullnummern für Pedrosa und drei für Crutchlow untermauern das.

2015 waren wir vollkommen verloren. Jetzt haben wir zwar auch Probleme, aber wir wissen zumindest wo sie liegen.
Marc Marquez

"Es geht für uns jetzt darum, den besten Weg zu finden, um dieses Problem zu beseitigen", fordert Marquez. "Wenn wir das schaffen, können wir auf jeder Strecke stark sein." Die Situation ist für ihn im Moment noch nicht aussichtslos, Marquez verfügt über deutlich bessere Karten als zum selben Zeitpunkt in der Saison 2015. Damals war er bereits in zwei statt drei Rennen gestürzt, der Rückstand auf den damaligen WM-Leader Valentino Rossi war mit 69 Punkten gleich drei Mail so groß wie in diesem Jahr mit 23 Zählern auf Maverick Vinales.

Marquez' Lieblinge stehen bevor

Positiv für Marquez: Nach historisch gesehen für ihn und Honda schwierigen Strecken wie Le Mans, Mugello oder Barcelona stehen nun zwei seiner absolute Lieblingskurse im MotoGP-Kalender an. Am TT-Circuit von Assen feierte Marquez in vier antreten einen Sieg und war drei weitere Male Zweiter, am Sachsenring ist er bei vier Starts in der Königsklasse überhaupt noch ungeschlagen.


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