MotoGP

Crashkid Marquez: Dank Team-Motivation am Podium

Nach einem turbulenten Wochenende mit sieben Stürzen ließ es Marc Marquez im Rennen ruhig angehen. Der Lohn: P2. Sein Team war eine wichtige Stütze dabei.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez muss sich an diesem Wochenende lange wie im falschen Film vorgekommen sein. Bis zum Rennen ging der amtierende MotoGP-Weltmeister in Barcelona nicht weniger als sieben Mal zu Boden. Eine Szene war dabei ganz kurios, nämlich als er im Warm Up beim Bike-Wechsel über den Anlasser seiner Repsol-Honda stolperte. Das nagte besonders an Marquez, der zugab: "Ich wollte schon nach Hause gehen." Zum Glück für ihn hat er das nicht getan - denn im Rennen fuhr Marquez auf das Podium.

Der turbulente Rennsonntag des Marc Marquez in Barcelona

Seine Crew konnte Marquez davon überzeugen, nicht voreilig das Handtuch zu werfen. "Sie haben mich davon überzeugt, dass ich immer noch der gleiche Fahrer bin, der in Austin gewonnen hat und letztes Jahr Weltmeister geworden ist, und dass ich weiter pushen müsste und niemals aufgeben sollte", dankte Marquez seiner Mannschaft für die kleine Motivationsspritze in der Phase zwischen Warm Up und Rennstart. Doch selbst dort war Marquez gleich wieder in einen Vorfall verwickelt.

Ich hatte gleich nach dem Start einen Kontakt mit Danilo und habe zu mir nur noch gesagt: 'Was geht hier vor sich?'
Marc Marquez

Was war passiert? Die roten Startlichter waren erlöscht, und von der Seite kam plötzlich Danilo Petrucci angerauscht. Er touchierte Marquez auf dessen rechter Seite, doch der Weltmeister blieb auf der Honda und bog als Dritter in die erste Kurve ein. "Ich hatte gleich nach dem Start einen Kontakt mit Danilo und habe zu mir nur noch gesagt: Was geht hier vor sich?", konnte Marquez hinterher nur noch mit dem Kopf schütteln. Doch von da an wurde es ruhiger für den Spanier, auch weil er von da an selbst ruhiger unterwegs war.

Die Vernunft siegt nach zuvor sieben Stürzen

Einmal noch hatte Marquez fast die Kontrolle über seine Honda verloren - in Runde sechs beim Anbremsen von Kurve zehn, als er sich an Jorge Lorenzo vorbei presste. Danach bildete Marquez gemeinsam mit Teamkollege Dani Pedrosa, Andrea Dovizioso und lange Zeit auch Jonas Folger die Spitzengruppe. Reifen schonen war hier oberstes Gebot, denn: "Die Reifen waren das Limit und wir haben versucht, zu pushen."

Ich dachte zuerst, Dani wäre der Mann gewesen, den es zu schlagen gilt.
Marc Marquez

Bewegung im Kampf um den Sieg kam erst in Runde 17, als Dovizioso den bis dato Führenden Pedrosa überholte und sich sofort leicht absetzen konnte. Marquez erkannte das und zog seinerseits eine Runde später am Teamkollegen vorbei. "Ich dachte zuerst, Dani wäre der Mann gewesen, den es zu schlagen gilt. Aber als ich dann Dovi hinter ihm gesehen habe, wusste ich, dass er die Referenz sein würde", erkannte Marquez schließlich.

Doch der Ducati-Pilot war an diesem Tag einfach zu stark. Marquez versuchte noch, Dovizioso nicht entwischen zu lassen, musste aber letztlich erkennen: "Als er gepusht hat, habe ich drei Runden lang versucht, mitzuhalten. Aber dann habe ich mir gesagt: Stürze nicht und nimm lieber die 20 Punkte mit." So fuhr Marquez Platz zwei nach Hause und machte damit wieder 14 Zähler auf WM-Leader Maverick Vinales gut. Glücklicherweise konnte das Team Marquez davon überzeugen, nicht vor dem Rennen schon abzureisen.


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