MotoGP

Lorenzo im Qualifying von Le Mans unter Ferner Liefen

Letzter im dritten Training, Kiesbett im vierten Training und ein verpasstes QP2. Warum Jorge Lorenzo trotz seines Katastrophentags zuversichtlich bleibt:
von Andrea Blendl

Motorsport-Magazin.com - Einer Sache ist sich Jorge Lorenzo weiterhin sicher: Das, was er auf der Ducati am meisten braucht, ist einfach mehr Zeit auf dem Bike auf trockener Strecke. An einem nasskalten Tag in Le Mans allerdings tat er sich mit einem Crash im vierten Training, der ihn wertvolle Minuten kostete, selbst keinen Gefallen. Im Endergebnis verpasste er den Einzug ins zweite Qualifying von Le Mans deutlich und muss von Startplatz sechzehn aus Reihe sechs ins Rennen gehen.

Hauptproblem für Lorenzo: Nasskalter Asphalt und zu wenig Zeit

Uns fehlte einfach die Zeit mit trockenen Bedingungen.
Jorge Lorenzo

Natürlich war Jorge Lorenzo mit seinem Samstag alles andere als zufrieden, doch zumindest erkennt er die Gründe für den Katastrophentag: "Es ist eine unterschiedliche Strecke, ein unterschiedlicher Belag und uns fehlte einfach die Zeit mit trockenen Bedingungen. Ich brauche immer noch länger als Dovizioso, um mich ans Limit zu tasten." Die Lösung wäre eigentlich einfach: "Ich brauche einfach mehr Runden", stellt Lorenzo fest. "Aber leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter."

Derzeit fühlt sich Lorenzo bei gemischten Bedingungen nicht sicher, wenn er ans Limit geht, und so kam es laut dem Ducati-Werksfahrer, dass er im dritten Training seine Zeit nicht verbessern konnte und am Ende mit 5,9 Sekunden Rückstand auf die Spitze sogar Letzter wurde. Damit war der Direkteinzug ins QP2 natürlich deutlich verfehlt. Am Nachmittag wollte er sich im vierten Training verbessern, stürzte aber bereits auf seiner Outlap und landete letztlich mit immer noch 1,4 Sekunden Rückstand auf Rang 18. Er gibt zu: "Ich bin immer noch nicht so konkurrenzfähig, wie ich es mit einem sehr, sehr vertrauten Bike war, als ich von der ersten oder zweiten Runde an schnell fahren konnte. Ich muss immer noch unterschiedliche Dinge verstehen. Wir haben immer nur 30 oder 40 Minuten. Das reicht für mich nicht, um auf sichere Weise schnell zu fahren, und das ist das Problem."

Jorge Lorenzo und nasser Asphalt werden in diesem Leben keine Freunde mehr - Foto: Ozan Kutay

Das erste Qualifying fing dann eigentlich gut an, Lorenzo zeigte zum ersten Mal eine stärkere Pace. Doch in der stark besetzten Session konnte er die letzte Zeitensteigerung nicht mitmachen und fuhr am Ende mit einer 1:32.830 doch um eine halbe Sekunde am Einzug im QP2 vorbei. "Die Rundenzeit war nicht so schlecht", meint er. "Aber mit Pedrosa und Dovizioso waren so schnell Fahrer im QP1 und das hat mich aus dem QP2 geschlagen. Und so hatte ich nicht weiter 15 Minuten, um meine Rundenzeit und mein Gefühl zu verbessern." Tatsächlich hätte Lorenzos Rundenzeit im QP2 für einen siebten Startplatz gereicht.

Crash wegen weißer Linie

Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter.
Jorge Lorenzo

Was Lorenzos Crash auf seiner Outlap im vierten Freien Training betrifft, lag es allerdings nicht am Wetter oder an den Reifen selbst, sondern an einem einfachen Fahrfehler. "Es waren mehrere Dinge", erklärt der Spanier. "Ich hatte kalte Reifen und kam auf die weiße Linie. Dann konnte der Vorderreifen die Beschleunigung nicht mehr mitmachen, als ich ans Gas ging." Immerhin blieb er bei dem Crash unverletzt.

Und dennoch, am Ende eines ziemlich desaströsen Tages will sich Lorenzo nicht geschlagen geben. Er verkündet zuversichtlich: "Auf Regenreifen waren wir konkurrenzfähig, und deshalb bin ich überzeugt, dass wir mit mehr Zeit im Trockenen tatsächlich viel besser sein werden als jetzt. Morgen haben wir eine weitere Chance, uns zu verbessern. Deshalb hoffe ich, dass wir im Warm Up morgen besser sind." Möglicherweise ist ihm der Wettergott da sogar gewogen: Für den Rennsonntag ist die Regenwahrscheinlichkeit deutlich geringer als für das bisherige Rennwochenende in Le Mans.


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter