MotoGP - Marquez gesteht: Im Trockenen ohne Chance auf Pole

Regen-Qualifying spielt Honda-Pilot in die Karten

Marc Marquez startet von Platz eins in den Argentinien-GP. Eine Pole Position, die er auch den Wetterverhältnissen zu verdanken hat.
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Motorsport-Magazin.com - Viertes MotoGP-Rennwochenende in Termas de Rio Hondo, vierte Pole Position für Marc Marquez! Der amtierende Weltmeister fühlt sich auf der jüngsten Strecke im WM-Kalender pudelwohl. Die diesjährige Pole Position unterschied sich für Marquez selbst aber grundsätzlich von denen in den vergangenen Saisons. Denn trotz mehr als sieben Zehntelsekunden Vorsprung war es dieses Mal weniger Marquez überlegener Speed als vielmehr die Wetterverhältnisse, die den Repsol-Honda-Piloten im wahrsten Sinne des Wortes auf Startplatz eins spülten.

Den pünktlich zu FP4 und Qualifying der MotoGP hatte der Himmel über Termas de Rio Hondo am Samstag seine Schleusen geöffnet, die Sessions gingen also auf nasser Strecke über die Bühne. Und genau das glänzt Honda im Moment. "Natürlich ist mir heute wieder die Pole gelungen, aber auch nur, weil es nass war. Im Trockenen sind wir noch nicht bereit, um eine Pole Position zu holen", gab Marquez im Anschluss ganz offen zu.

Natürlich ist mir heute wieder die Pole gelungen, aber auch nur, weil es nass war. Im Trockenen sind wir noch nicht bereit, um eine Pole Position zu holen.
Marc Marquez

Der Grund für Hondas Stärke im Regen - Cal Crutchlow wurde auf der Satelliten-Maschine von LCR Dritter - liegt für Marquez in der Motorcharakteristik der RC213V begründet. Die Honda-Piloten können aktuell im Trockenen schon nicht das volle Drehmoment des aggressiven Triebwerks nützen, im Regen verschlechtert sich das Verhalten in diesem Bereich aber kaum. "Wir beschleunigen mehr oder weniger wie im Trockenen", stellte Marquez nach der ersten Ausfahrt im Regen seit der Umstellung vom Screamer auf den Big Bang erstaunt fest. Bei der Konkurrenz von Yamaha oder Ducati seien die Unterschiede zwischen nasser und trockener Fahrbahn größer, ist er überzeugt. "Sie verlieren im Regen hier etwas. Das gleicht das Kräfteverhältnis aus."

Nasse Fahrbahn kaschiert Hondas Schwächen im Vergleich mit der Konkurrenz - Foto: Repsol

Auf diesen Vorteil wird Marquez am Sonntag aber wohl oder übel verzichten müssen. Für das MotoGP-Rennen um 16 Uhr Ortszeit (21 Uhr in Mitteleuropa) liegt die Regenwahrscheinlichkeit derzeit bei null Prozent, Änderungen unwahrscheinlich. Ein Desaster ist ein Trockenrennen für Marquez aber auch nicht: "Meine Pace ist auch so gut. Ich bin optimistisch, dass ich am Sonntag um das Podium kämpfen kann."

Marquez wagt keine Prognose für Sonntag

Eine konkrete Einschätzung über das Level seiner Konkurrenten traut sich Marquez aufgrund des etwas chaotischen Wochenendes allerdings nicht abgeben. "Maverick ist wohl der Favorit, die Yamahas generell sehr stark. Aber auch Cal, Dani und die Ducatis sind vermutlich stark. Es lässt sich aber nur schwer wirklich sagen, weil wir heute keine längeren Runs fahren konnten, somit also die Pace und den Reifenverschleiß der einzelnen Fahrer nicht kennen", gibt er zu bedenken.

Aufgrund der mangelnden Trainingszeit im Trockenen rechnet Marquez am Sonntag daher mit einer Reifenschlacht: "Die Reifenwahl wird entscheidend sein. Ich geh davon aus, dass viele Fahrer unterschiedliche Mischungen wählen werden."


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