MotoGP

Nicht konkurrenzfähig - Stoner-Startverzicht: Dall'Igna erklärt Grund

Gigi Dall'Igna erklärt, warum man bei Ducati entschieden hat, Casey Stoner nicht als Ersatzfahrer für Danilo Petrucci im Pramac-Team antreten zu lassen.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Die Gerüchteküche der MotoGP brodelte, als man bei Pramac bekanntgab, dass Danilo Petrucci für die kommenden Rennen in Argentinien und Amerika ausfallen würde. Die nächstliegendste Lösung? Casey Stoner als Ersatzfahrer. Für MotoGP-Fans und Experten wäre dieses Comeback ein Highlight der Saison geworden. Doch Stoner schlug das Angebot aus und überließ Ducati-Testfahrer Michele Pirro das Feld. Jetzt spricht Ducati-Sportdirektor Gigi Dall'Igna über die Gründe für Stoners Startverzicht.

"Körperlich ist Casey noch nicht in der Lage, ein ganzes Rennen zu bestreiten, geschweige denn zwei in Folge", erklärte Dall'Igna gegenüber der italienischen 'Gazzetta dello Sport'. "Er ist in Malaysia das erste Mal wieder ein MotoGP-Bike gefahren. Außerdem hatte er ein paar physische Probleme und ist noch nicht bei voller Kraft. Aus all diesen Gründen hätte es keinen Sinn gemacht, ihn als Ersatz fahren zu lassen." Dall'Ignas genaue Schilderung der Gründe machen deutlich, wie genau man sich diesen Schritt im Lager der Roten überlegt hat. "Wir haben darüber diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass er jetzt noch nicht bereit ist, ein Rennen zu bestreiten."

Stoner wäre nicht konkurrenzfähig

Dieser Schritt ist aus Stoners Sicht nachvollziehbar. Als ehemaliger Weltmeister will der Australier bei einem möglichen Comeback konkurrenzfähig sein und mit alten und neuen Rivalen um Top-Positionen kämpfen. Mit unterlegenem Material wie der Desmosedici GP15 des Pramac-Teams und einer Rennpause von drei Jahren wäre dies ein schwieriges Unterfangen gewesen, selbst für einen Ausnahmekönner wie Stoner. Allerdings hat der Australier mit der GP15 schon Erfahrungen sammeln können. Bei den Testfahrten in Malaysia fuhr Stoner ausschließlich das Vorjahrsmodell der Desmosedici, während Pirro sich um die Entwicklung der GP16 kümmerte.

Auch in den verregneten Testfahrten Stoners nach dem Katar GP sieht Dall'Igna keinen großen Vorteil. "Ich nehme nur einen der Tage wirklich für voll, denn Montag ist es nur drei Runden auf der Desmosedici im Trockenen gefahren", so Dall'Igna. "Das hat aber ganz gut geklappt, finde ich. Auch Casey hat gelächelt. Bei Ducati herrscht immer eine gute Atmosphäre." Vielleicht wegen der guten Atmosphäre scheint Stoner einem Renneinsatz 2016 also doch nicht mehr ganz abgeneigt zu sein. Nachdem er zu seinem ehemaligen Arbeitgeber in Borgo Panigale zurückgekehrt war, betonte die Nummer 27 gern und häufig, dass er am aktiven Renngeschehen kein Interesse mehr hätte und lediglich als Testfahrer agieren wolle. Jetzt ist aus dem klaren 'Nein' immerhin ein 'Vielleicht' geworden.


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