MotoGP

Elf Fahrer mit großer Zukunft? - VR46 Academy: Das sind Rossis Supertalente

Valentino Rossi kümmert sich aktiv um seine Nachfolge. Sein Förderprogramm umfasst 2016 elf Fahrer aus seiner italienischen Heimat.
von Michael Höller

Franco Morbidelli (Moto2)

Foto: VR46 Academy

Mit 21 Jahren ist der Römer der älteste Fahrer der VR46 Rider Academy und ist auf der Karriereleiter auch am weitesten fortgeschritten. Seit 2014 ist Morbidelli Stammfahrer in der Moto2-Klasse und war dort im Vorjahr bereits ein permanenter Gast in den Top-5. Ein Beinbruch beim Motocross im Sommer legte ihn für vier Rennen lahm. Wenige Wochen vor dem Unfall hatte er als Dritter in Indianapolis seinen ersten Podestplatz in der WM geholt. Mit 90 Punkten belegte Morbidelli trotz seiner Verletzungspause den zehnten Rang in der Fahrerwertung. 2016 ersetzt er im Topteam von Marc VDS den in die MotoGP aufgestiegenen Tito Rabat.

Lorenzo Baldassarri (Moto2)

Foto: VR46 Academy

Der 19-jährige Baldassarri fährt wie Morbidelli 2016 in der Moto2-Klasse, wo er wie im Vorjahr bei Forward Racing unter Vertrag steht. 2013 in Moto3 und 2014 in Moto2 noch Hinterbänkler (nur 20 Punkte in zwei Jahren), gelang ihm 2015 der Durchbruch. Baldassarri punktete in zwei Drittel aller Rennen, holte auf Phillip Island als Dritter seinen ersten Podestplatz in der Weltmeisterschaft und sorgte mit P5 in Sepang und P4 in Valencia für einen versöhnlichen Saisonausklang. Als Neunter war er der bestplatzierte Italiener in der Gesamtwertung der Moto2.

Luca Marini (Moto2)

Foto: VR46 Academy

Valentino Rossis Halbbruder Luca Marini galt schon lange als Kandidat für ein Motorrad in der Weltmeisterschaft. Von der VR46 Rider Academy gefördert, ersparte sich der 18-Jährige den Gang in die Moto3 und steigt 2016 direkt in die Moto2 ein. Dort wird Marini Teamkollege von Baldassarri beim Forward-Rennstall, den Rossi schon in der nächsten Saison übernehmen könnte. In seiner WM-Statistik stehen bislang null Punkte bei aber erst zwei Wildcard-Einsätzen auf dem Programm. Kleiner Sidefact: Als Luca Marini geboren wurde, war Halbbruder Valentino schon neunfacher GP-Sieger in der 125cc-WM.

Andrea Migno (Moto3)

Foto: VR46 Academy

Andrea Migno rückte 2014 als Ersatz für Arthur Sissis ins Werksteam von Mahindra in der Moto3 auf. 2015 wechselte er in Rossis eigenes Team Sky VR46. Dort überzeugte er nur mäßig, landete mit seiner KTM nur zweimal in den Top-10 und hatte am Ende seiner ersten vollen WM-Saison nur 35 Punkte auf dem Konto. Auch 2016 startet Migno für Rossis eigenes Team, muss sich dort allerdings nicht nur seinem Vorjahresteamkollegen Romano Fenati stellen, sondern auch dem italienischen Wunderkind Nicolo Buelga.

Romano Fenati (Moto3)

Foto: VR46 Academy

Im Alter von nur 16 Jahren begann die WM-Karriere von Romano Fenati furios. In der eben erst geschaffenen Moto3-Klasse holte er in seinem ersten Rennen Platz zwei und gewann das zweite. Fenati galt als Wunderkind, bei dem ein WM-Titel nur eine Frage der Zeit sei. Nach vier Jahren in der kleinsten Klasse wartet er aber auch im Alter von 20 Jahren noch vergeblich darauf. Zwar hat er sechs GP-Siege auf seinem Konto, aber die nötige Konstanz fehlt bis heute. Grandiose Rennen wechseln sich mit Totalaussetzern ab. 2016 ist dennoch Fenatis letztes Jahr in Rossis Moto3-Team, denn 2017 wurde ihm bereits der Aufstieg in die Moto2 zugesichert.

Nicolo Bulega (Moto3)

Foto: VR46 Academy

Nicolo Bulega gilt als das Supertalent in Rossis Fahrerakademie. Im Vorjahr gewann der damals noch 15-Jährige die spanische Moto3-Meisterschaft und darf sich somit Juniorenweltmeister nennen. Bei seiner Triumphfahrt durfte er sogar die 46 des Großmeisters auf seinem Motorrad tragen. Mit seinem WM-Einstieg wechselte er allerdings auf die 8. Beim Saisonfinale in Valencia feierte Bulega im Vorjahr sein Debüt, das er mit dem zwölften Rang achtbar über die Bühne brachte. In der spanischen Meisterschaft überzeugte Bulega vor allem durch Konstanz: In zwei Jahren fiel er kein einziges Mal aus.

Niccolo Antonelli (Moto3)

Foto: VR46 Academy

Da Valentino Rossi für sein eigenes Moto3-Team nicht unendlich viele Startplätze von den Verantwortlichen zur Verfügung gestellt bekommt, muss er das eine oder andere Talent auslagern. So geschehen etwa bei Niccolo Antonelli, der bereits seit 2012 in der Moto3 unterwegs ist, dabei aber noch keinen einzigen Renneinsatz für das Team Sky VR46 auf dem Konto hat. 2016 fährt Antonelli wie schon im Vorjahr für das italienische Ongetta-Team, wo er vor rund einem halben Jahr seinen Durchbruch feierte. Dem Debütsieg in Brünn folgte bis Saisonende ein weiterer Sieg, zwei dritte Plätze und eine Pole Postion. Das reichte für Platz fünf in der WM-Endabrechnung.

Francesco Bagnaia (Moto3)

Foto: VR46 Academy

Der 19-Jährige war einer der ersten Fahrer in der VR46 Rider Academy und gehörte bereits 2014 Rossis Moto3-Team an, musste im Vorjahr allerdings für Andrea Migno weichen und bei Mahindra anheuern. Dort fährt Francesco Bagnaia auch in der kommenden Saison. Bagnaias Bilanz in drei Jahren Moto3: 126 Punkte in 51 Rennen. Im Vorjahr konnte er immerhin in Le Mans seinen ersten Podestplatz feiern und zwei Wochen später in Mugello erneut um das Podium kämpfen.

Dennis Foggia (Junioren-WM)

Foto: VR46 Academy

Im Vorjahr noch in der italienischen Moto3-Meisterschaft unterwegs, übersiedelt der Neuzugang der VR46 Rider Academy in diesem Jahr entlang der Mittelmeerküste nach Spanien. Dennis Foggia bekommt in der Junioren-WM die Chance in Rossis VR46-Team. Die Trauben hängen dort allerdings hoch, denn im Vorjahr gewann auf diesem Motorrad Nicolo Bulega den Titel. Rossi scheint dem 15-jährigen Römer allerdings zu vertrauen. Für Foggia ist die Junioren-WM der erste Schritt in die internationale Szene.

Marco Bezzecchi (Junioren-WM)

Foto: VR46 Academy

Der amtierende italienische Moto3-Meister Marco Bezzecchi startet in dieser Saison in Spanien durch, wo er für das Aspar-Team von Jorge Martinez an der Junioren-WM teilnimmt. Schon im Vorjahr durfte er dort erste internationale Erfahrungen sammeln und landete bei acht Einsätzen sogar dreimal in den Top-10. Seine beiden Wildcard-Einsätze in der Moto3-WM waren von weniger Erfolg gekrönt: In Katar wurde Bezzecchi 26., in Mugello konnte er das Rennen nicht beenden. Mit erst 17 Jahren hat der Italiener aber noch etwas Zeit, sich an WM-Niveau heranzutasten.

Celestino Vietti Ramus (Italienische Moto3)

Foto: VR46 Academy

Celestino Vietti Ramus triumphierte im Vorjahr in der italienischen Premoto3 250. Dieser Titelgewinn brachte ihm nicht nur die Aufmerksamkeit von Valentino Rossi und einen Platz in der VR46 Rider Academy, sondern auch zugleich einen Startplatz in der italienischen Meisterschaft, wo er das Erbe seines Akademie-Kollegen Marco Bezzecchi antreten muss, der sich in Richtung Spanien verabschiedete. Mit 14 Jahren ist Vietti Ramus das jüngste Mitglied in Rossis Krabbelstube.


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