MotoGP

Stürze der Anderen rauben Selbstvertrauen - Misano: Pedrosa und Marquez auch im Unwetter stark

Trotz der Tagesränge drei und vier zeigen sich Dani Pedrosa und Marc Marquez mit ihrer Arbeit zufrieden. Ohne großes Risiko gelangen dennoch späte Topzeiten.
von Samy Abdel Aal

Motorsport-Magazin.com - Der komplett verregnete Trainingsfreitag zum MotoGP-Wochenende in Misano endete für das Repsol-Honda-Duo Dani Pedrosa und Marc Marquez ohne großen Aufwand erwartungsgemäß stark. Mit persönlichen Bestzeiten von 1:50.356 respektive 1:50.519 lagen die beiden Führenden in der WM letztlich auf den Plätzen drei und vier. Während Pedrosa immerhin achtzehn Runden abspulte und spät seine Bestzeit setzte, verbrachte Seriensieger Marquez nach insgesamt nur vierzehn Runden die letzten Minuten der zweiten Session in der Box.

Ich glaube nicht daran, dass es im Trockenen groß einfacher wird
Dani Pedrosa

Nach vielen Crashes im Feld in beiden Trainingseinheiten waren weder Pedrosa noch Marquez bereit, großes Risiko einzugehen. Da die Wettervorhersage für den Samstag und Sonntag zudem deutlich besser ausfällt, bestand keine große Notwendigkeit, übermäßig viele Runden bei nassen Verhältnissen zu drehen. "Wir haben heute nur ein paar Umläufe gedreht und ein Basisprogramm abgespult", verrät Pedrosa. Vor allem mangelnder Grip auf den härteren Regenreifen machte den Piloten zu schaffen, sodass Bridgestone am Nachmittag auch die weicheren Wet-Pneus zur Verfügung stellte.

Marquez: Niedrige Reifentemperatur das größte Problem

Auch dies brachte jedoch keine große Besserung: "Das Problem mit der rutschigen Fahrbahn ließ sich leider nicht beheben. Ich hoffe, wir haben im Trockenen besseren Grip, aber da die Strecke wirklich extrem rutschig ist, glaube ich nicht, dass es dann deutlich einfacher für uns wird", blickt Pedrosa pessimistisch voraus. Die Streckenprobleme in Misano schlugen am Freitag derart hohe Wellen, dass die Fahrervereinigung die Dorna nach dem zweiten Freien Training hinsichtlich eines neuen Belages für 2015 zum Gespräch bat.

Marc Marquez hatte am Freitag Problem emit der reifentemperatur - Foto: Honda

Überflieger Marquez hält im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen eher die Reifentemperatur als den Fahrbahnbelag für die Wurzel allen Übels. "Es ist hier verdammt schwierig, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Mit den harten Pneus war es logischerweise deutlich schlimmer als mit den weichen. Dass wir ohne großes Risiko und mit minimalem Aufwand dennoch so weit vorne stehen, stimmt mich für den Rest des Wochenendes sehr zuversichtlich."

Marquez: Grip zum Fahren noch ausreichend

Marquez größtes Problem mit unterkühlten Reifen war nach eigenen Angaben, die Bremspunkte des Kurses am Limit zu treffen: "Ich muss sagen, dass ich das Limit an den Bremspunkten für die Kurven tatsächlich nicht konstant gefunden habe. Das hatte einerseits mit den Reifen zu tun, andererseits aber auch mit den vielen Stürzen der Konkurrenten. Das Griplevel hier war natürlich nicht das beste, aber ich bin der Meinung, dass man durchaus noch fahren konnte."

Die Stürze der Anderen haben mir zudem etwas das Selbstvertrauen gestohlen
Marc Marquez

Bei insgesamt mehr als 15 Stürzen am Freitag blieb Marquez dann auch extrem vorsichtig. "Ich habe bei einem Sturz einiges zu verlieren, und im Freien Training werde ich sicher keine verrückten Sachen machen. Die Stürze der Anderen haben mir zudem etwas das Selbstvertrauen gestohlen. Heute war ein harter, aber dennoch guter Tag für uns. Ich habe das nötigste getan, und dann in der Box gewartet."


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